Darmstadt Erdbeben erschüttert Hessen

Nahe Darmstadt in Südhessen hat ein leichtes Erdbeben viele Menschen geweckt. Die Region wird häufiger von solchen Erdstößen erschüttert.

Seismograph bei der Aufzeichnung (Archivbild)
DPA

Seismograph bei der Aufzeichnung (Archivbild)


"Heute erstmal vom Erdbeben geweckt worden", schreibt eine Twitter-Nutzerin, eine andere berichtet, dass es um kurz nach sieben ein Nachbeben gegeben habe: Der Süden Hessens ist am Donnerstagmorgen von einem leichten Erdbeben erschüttert worden.

Laut dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hatte das Beben um 5:39 Uhr eine Stärke von 2,5. Der Wert wurde zunächst mit 2,6 angegeben, später aber wieder nach unten korrigiert. Das Zentrum des Bebens lag bei Ober-Ramstadt, aber auch in Darmstadt sei es noch zu spüren gewesen, berichten lokale Medien.

Vereinzelt seien Anrufe von besorgten Bürgern bei Polizei und Notruf eingegangen, wird ein Polizeisprecher zitiert. Über Schäden ist bislang nichts bekannt.

Wert von 4,2 auf der Richter-Skala

Laut dem HLNUG wird die Region etwa fünf bis sechsmal pro Jahr von Beben dieser Stärke erschüttert, doch viele weitere seien für den Menschen nicht spürbar. Am Abend des 14. Oktober vergangenen Jahres hatte ein Erdbeben mit einer Stärke von 2,9 Darmstadt erschüttert. Gespürt wurden das Beben sowie mehrere Vor- und Nachbeben laut HLNUG von vielen Menschen, mehr als 60 Meldungen gingen damals auf der HLNUG-Internetseite ein.

Noch stärker waren in Darmstadt Erschütterungswellen mit einer Dauer von bis zu zehn Sekunden am 17. Mai 2014. Damals zeichnete das Helmholz-Zentrum in Potsdam einen Wert von 4,2 auf. Die seismische Aktivität in der Region Südhessen entsteht vor allem im Oberrheingraben aber auch im Taunus.

Forscher nahmen lange an, dass in Deutschland die Erdbebenaktivität seit der Eiszeit abgenommen habe und Beben mit Werten größer als Stärke 7 unwahrscheinlich seien. Doch zuletzt sahen einige Wissenschaftler diese Einschätzung skeptisch.

In Deutschland kommt es immer mal wieder zu stärkeren Erdstößen: Im Juni 2001 bebte die Erde bei Kerkrade bei Aachen. Mehrere Menschen wurden verletzt, auch Schornsteine stürzten ein. 1992 erreichten Wellen eines Bebens mit dem Epizentrum nahe Roermond in den Niederlanden auch den Westen von Deutschland. Gemessen wurde damals ein Wert von 5,9. Es kam zu Sachschäden in Millionenhöhe, mehr als 30 Menschen wurden verletzt. Zu den schwersten Beben, die in Deutschland bekannt sind, zählt das in Düren vom 18. Februar 1756 mit einem Wert von 6,4.

joe/AFP

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