Datendiebstahl Erneut Tausende Klimaforscher-Mails veröffentlicht

Die "Climategate"-Affäre geht in die nächste Runde: Erneut haben Hacker Tausende gestohlene E-Mails von Klimaforschern veröffentlicht. Das Timing erinnert an die erste illegale Verbreitung von Forscher-Mails von 2009, die ebenfalls unmittelbar vor einem Uno-Klimagipfel stattfand.

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Luftverschmutzung: Welche Folgen hat der Klimawandel?
AFP

Luftverschmutzung: Welche Folgen hat der Klimawandel?


Vor zwei Jahren erschütterte der Skandal die Klimaforschung: Anonyme Hacker hatten Tausende E-Mails renommierter Wissenschaftler von einem Server der britischen University of East Anglia gestohlen und veröffentlicht - nicht irgendwann, sondern unmittelbar vor dem Uno-Klimagipfel von Kopenhagen. Das Treffen, an dem die Staats- und Regierungschefs aller großen Nationen teilnahmen, war mit ungeheuren Erwartungen aufgeladen.

Die sogenannte Climategate-Affäre hinterließ tiefe Kratzer in der Glaubwürdigkeit der Klimaforschung - auch wenn am Ende vom angeblichen Skandal wenig übrig blieb. Zwar ergaben mehrere offizielle Untersuchungen, dass einige Forscher versucht hatten, die Herausgabe von Messdaten an Kritiker zu blockieren und damit gegen geltendes Recht verstoßen hatten. Auch eine gewisse Wagenburg-Mentalität in der Klimawissenschaft wurde in den E-Mails erkennbar. Doch von dem Verdacht, Daten systematisch falsch dargestellt oder gar manipuliert zu haben, wurden die beteiligten Wissenschaftler freigesprochen.

Jetzt haben Datendiebe erneut Tausende Forscher-E-Mails veröffentlicht. Zunächst auf einem russischen Server, dann auch an anderen Stellen wurde eine Datei mit 5349 E-Mails und einer Reihe weiterer Dokumente zum Download angeboten. Die University of East Anglia teilte am Dienstag mit, dass die E-Mails offenbar authentisch seien, auch wenn man noch nicht den kompletten Datensatz geprüft habe. Es gebe aber keine Anzeichen, dass Hacker erneut in die Server der Universität eingedrungen seien: Die E-Mails stammten anscheinend allesamt aus der Zeit bis 2009.

Keine Hinweise auf neuen Datendiebstahl

Die 173 Megabyte große Datei namens "FOIA2011.zip" enthält zudem weit mehr als nur die 5349 E-Mails. Die größte Datenmenge macht ein verschlüsseltes Archiv aus. Darin befänden sich rund 220.000 weitere E-Mails, wie die Datendiebe in einer begleitenden Erklärung schreiben. Das Archiv sei "aus vielerlei Gründen" verschlüsselt, eine Veröffentlichung des Passworts sei nicht geplant.

Die frei zugänglichen E-Mails enthalten offenbar nichts substantiell Neues. Was die anonymen Hacker daraus zitieren, deckt sich weitgehend mit den Enthüllungen von 2009. So sind in dem Datensatz Mails von Phil Jones enthalten, der schon damals im Mittelpunkt der Affäre stand. Der Chef des Climatic Research Unit (CRU) der University of East Anglia musste seinerzeit unter anderem einräumen, wichtige E-Mails zur Dokumentation seiner Forschung gelöscht zu haben. Auch soll er andere Forscher dazu aufgefordert haben, Daten auf diese Weise zu vernichten.

In den jetzt veröffentlichen Schriftwechseln taucht erneut eine derartige Mail auf, die von Jones stammen soll, deren Authentizität aber bisher nicht bestätigt ist. "Ich habe gehört, dass das IPCC über nationalen Informationsfreiheitsgesetzen steht", heißt es in der Mail vom Sommer 2009. Eine Möglichkeit, "sich selbst und alle anderen zu schützen", die am nächsten Sachstandsbericht des Uno-Klimarats mitarbeiteten, sei es, "am Ende des Vorgangs alle E-Mails zu löschen". Nur sei das schwierig, "weil nicht jeder daran denken wird, das auch zu tun".

Wortgewaltiger Forscherdisput

In einer anderen E-Mail übt Raymond Bradley, Direktor des Climate System Research Center der University of Massachusetts in Amherst, scharfe Kritik an einer Studie seiner Kollegen Phil Jones und Michael Mann. In dem 2003 veröffentlichten Fachartikel wurden unter anderem Baumringe als Beleg für den von Menschen verursachten Klimawandel angeführt. Bradley bezeichnete die Studie in seiner E-Mail als "wirklich erbärmlich": "Sie hätte niemals veröffentlicht werden dürfen."

Gegenüber der "New York Times" bestätigte Bradley, die E-Mail geschrieben zu haben. Allerdings seien Fachdispute mit teils deftiger Wortwahl Teil des normalen Wissenschaftsbetriebs. Auch Mann hat nach eigenen Angaben keine Probleme damit: "Forscher sind darauf angewiesen, offen zu diskutieren und manchmal auch streiten zu können", sagte er der Zeitung. "Die Wissenschaft erfordert das."

Tatsächlich haben Bradley und Mann immer wieder eng zusammengearbeitet. Unter anderem haben sie 1999 gemeinsam die berühmte "Hockeyschläger-Kurve" veröffentlicht, die den Temperaturanstieg der vergangenen 1000 Jahre beschreibt. Eine Meinungsverschiedenheit über eine einzelne Studie, so Bradley, sage rein gar nichts über die Existenz des Klimawandels insgesamt aus.

"IPCC ist eine organisierte Verschwörung"

In anderen E-Mails ist die Rede von Unsicherheiten bei der Berechnung des Klimas der Zukunft. Auch solche Debatten hatten Kritiker schon 2009 als angeblichen Beweis angeführt, dass die Klimaforschung nicht valide sei - ungeachtet der Tatsache, dass die Probleme bei der Klimamodellierung kein Geheimnis sind und nicht nur in E-Mails, sondern auch öffentlich bei Kongressen diskutiert werden.

Klimawandel-Skeptiker bejubeln die erneute Veröffentlichung gestohlener E-Mails dennoch. "Sie sind echt und sie sind spektakulär!", heißt es im Blog "Watts Up With That?". Der Klimawandel-Skeptiker Myron Ebell von der US-Denkfabrik Competitive Enterprise Institute bezeichnete den Datensatz gar als endgültigen Beweis, dass der Uno-Klimarat IPCC - für den weltweit Tausende Wissenschaftler arbeiten - "eine organisierte Verschwörung" sei, um der Welt weiszumachen, die globale Erwärmung sei gefährlich.

Klimaforscher Mann reagiert inzwischen sichtlich genervt auf derartige Anwürfe. Gegenüber der Nachrichtenagentur AP bezeichnete er die erneute Veröffentlichung als "armselige Episode". Erfüllungsgehilfen der Öl-, Kohle- und Gasindustrie versuchten mit "Schmutzkampagnen, Unterstellungen und dem kriminellen Hacken von Websites" ihre Ziele zu erreichen. Dass jetzt zwei Jahre alte E-Mails verbreitet würden, sei ein Zeichen dafür, "wie verzweifelt die Klimawandel-Verneiner inzwischen sind".

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insgesamt 421 Beiträge
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timewalk 23.11.2011
1. Heisse Luft verpufft
Zitat von sysopDie "Climategate"-Affäre geht in die nächste Runde: Erneut haben Hacker Tausende gestohlene E-Mails von Klimaforschern veröffentlicht. Das Timing erinnert an die erste illegale Verbreitung von Forscher-Mails von 2009, die ebenfalls unmittelbar vor einem Uno-Klimagipfel stattfand. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,799414,00.html
Interessant wie der spiegel hier auf Basis von gestohlenen Emails, die wie der Artikel richtig anmerkt nichts neues bieten, versucht eine sensationslüsterne Story zu schreiben. Nächste Runde der heimlichen Helfer der Öl- Gas und Kohleindustrie, Mithelfer an der Klimakatastrophe mit Millionen Todesopfern. Seriöse Berichterstattung sieht anders aus.
Maschinchen, 23.11.2011
2. Hurra!
Zitat von sysopDie "Climategate"-Affäre geht in die nächste Runde: Erneut haben Hacker Tausende gestohlene E-Mails von Klimaforschern veröffentlicht. Das Timing erinnert an die erste illegale Verbreitung von Forscher-Mails von 2009, die ebenfalls unmittelbar vor einem Uno-Klimagipfel stattfand. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,799414,00.html
Na Gott sei Dank. Endlich ist der Betrug aufgedeckt. Jetzt muss es nur noch kühler werden, die Gletscher müssen wieder wachsen, und das arktische Eis aufhören zu tauen. Dann ist alles wieder gut und wir können weiter mit CO2 rumsauen wie lustig sind.
freisprecher 23.11.2011
3. Climategate II
Zitat von timewalkInteressant wie der spiegel hier auf Basis von gestohlenen Emails, die wie der Artikel richtig anmerkt nichts neues bieten, versucht eine sensationslüsterne Story zu schreiben. Nächste Runde der heimlichen Helfer der Öl- Gas und Kohleindustrie, Mithelfer an der Klimakatastrophe mit Millionen Todesopfern. Seriöse Berichterstattung sieht anders aus.
Hm-hm. Was meinen Sie denn im Zusammenhang mit der Klima-Hysterie mit "seriöser Berichterstattung"? So was hier? "MacMillan Reports Signs of New Ice Age' (New York Times, Sept. 18, 1924) 'The discoveries of changes in the sun's heat and the southward advance of glaciers in recent years have given rise to conjectures of the possible advent of a new ice age.' (Time Magazine, Sept. 10, 1923) 'America in Longest Warm Spell Since 1776; Temperature Line Records a 25-Year Rise' (New York Times, March 27, 1933) "Gaffers who claim that winters were harder when they were boys are quite right ... weather men have no doubt that the world at least for the time being is growing warmer.' (Time Magazine, Jan. 2, 1939) "Scientists Ponder Why World's Climate is Changing; A Major Cooling Widely Considered to Be Inevitable' (New York Times, May 21, 1975) 'Climatological Cassandras are becoming increasingly apprehensive, for the weather aberrations they are studying may be the harbinger of another ice age.' (Time Magazine, June 24, 1974) "Past Hot Times Hold Few Reasons to Relax About New Warming' (New York Times, Dec. 27, 2005) '[S]cientists no longer doubt that global warming is happening, and almost nobody questions the fact that humans are at least partly responsible. ' (Time Magazine, April 9, 2001) http://www.mrc.org/bmi/uploads/pdf/FireandIce.pdf http://butnowyouknow.net/those-who-fail-to-learn-from-history/climate-change-timeline/
exxtreme2 23.11.2011
4. Sehr schön
Phil Jones: "Basic problem is that all models are wrong – not got enough middle and low level clouds." Selbst Phil Jones ist der Meinung, dass die eigenen Modelle falsch sind. Das was da abläuft ist IMHO organisierter Betrug um Geld mit CO2-Zertifikaten zu machen. Ich hoffe mal, die machen das IPCC komplett dicht. MfG
O_Wei 23.11.2011
5. whistleblowing oder Datendiebstahl?
Whistleblowing macht Informationen verfügbar, die dem Allgemeinwohl dient bzw. im öffentlichen Interesse liegt und es bezweckt das Abstellen der Missstände bzw. des Fehlverhaltens. Wenn ein Haufen Klimaforscher meint eine Theorie pushen zu müssen, die die Weltwirtschaft ins Chaos stürzt, dann ist das wohl der Fall. Also Schluss mit dem Gerede von illegalen Mails um den Inhalt abzuschwächen.
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