Datenklau Cyberkrieg unter Klimaforschern

Zwei Wochen vor dem Klimagipfel in Kopenhagen bringen Hacker prominente Wissenschaftler in Erklärungsnot: Unter den geknackten Mails und Dokumenten finden sich peinliche Lästereien über Kollegen - und Andeutungen über Daten-Manipulationen. Ein gefundenes Fressen für ihre Gegner.

Infotafel zum Klimawandel: Wie groß ist der Anteil des Menschen?
AFP

Infotafel zum Klimawandel: Wie groß ist der Anteil des Menschen?


London/New York - Für die betroffenen amerikanischen und britischen Klimaforscher ist es ein Alptraum. Hacker haben den Server der Universität von East Anglia in Norwich geknackt und Hunderte privater E-Mails und Dokumente erbeutet und weiterverbreitet. Ein Sprecher der Universität hat den Angriff inzwischen bestätigt, wollte aber zur Echtheit der veröffentlichten Dokumente keinen Kommentar abgeben. "Wegen der Menge der Informationen können wir momentan noch nicht sagen, ob das veröffentlichte Material auch echt ist."

Die Dateien stammen angeblich aus den vergangenen 13 Jahren, insgesamt etwa 160 Megabyte an Informationen des klimatologischen Instituts, die nach Recherchen der britischen Tageszeitung "Guardian" erst auf einen russischen Server geladen und von dort aus mit einem anonymen Kommentar versehen im Netz verbreitet wurden: "Wir sind der Ansicht, dass die Klimaforschung momentan zu wichtig ist, um das folgende Material zu unterschlagen", schreiben die Hacker. "Wir haben uns deshalb entschlossen, eine zufällige Auswahl der Korrespondenz und Dokumente zu veröffentlichen. Hoffentlich wird es uns so gelingen, ein Licht auf diese Wissenschaft zu werfen und die Menschen, die sie betreiben."

Tatsächlich lassen E-Mails und Dokumente etliche prominente Klimaforscher nicht gut aussehen. Sie schimpfen über Journalisten und diskutieren ganz offen über die beste Strategie gegen die sogenannten Klimaskeptiker, also diejenigen Kollegen, die sich bis heute weigern, der These zuzustimmen, dass der Mensch Verantwortung für den Klimawandel trägt. Das geht von harmlosen Lästereien über bösartige Beschimpfungen bis zu Überlegungen, wie man die vorliegenden Forschungsergebnisse so präsentiert, dass sie Kritikern keine Angriffspunkte bieten: Es sind vor allem Beispiele wie diese, über die jetzt diskutiert wird:

  • In einer Mail aus dem Jahr 1999 erklärt ein Forscher des Klimainstituts an der Universität von East Anglia, er habe den "Trick" eines US-Kollegen angewendet, um in einer Grafik den "Rückgang der Temperaturen" zu verbergen.
  • Ein Klimatologe des US-National Center for Atmospheric Research beklagt sich in seiner Korrespondenz bei Kollegen, es sei "ein Hohn, dass man den gegenwärtigen Stillstand bei der Erwärmung nicht erklären" könne.

Für den US-Klimaforscher Patrick J. Michaels, der seit Jahren die Position vertritt, dass der Klimawandel nicht so drastisch ausfallen werde, wie vom Mainstream der Klimatologen prognostiziert, sind solche Aussagen "der eindeutige Beweis", dass Daten gezielt manipuliert worden seien. "Das ist nicht nur eine rauchende Waffe", sagte er der "New York Times" in Anspielung auf die englische Metapher für einen unwiderlegbaren Beweis, "sondern ein wahrer Atompilz".

Stephen McIntyre, prominenter Blogger und Kritiker der Klimawandel-These, zeigte sich ebenfalls schockiert. "Mir fehlen die Worte", kommentiert er die Korrespondenz der Forscher auf seiner Website - und dokumentiert die krassesten Beispiele auf "climateaudit.org". Auch er selbst taucht in den Lästermails der Klimatologen auf, denn er hatte die Forscher seit Jahren mit seiner Kritik über die Aufbereitung ihrer Daten genervt.

Die Wissenschaftler gehen zum Gegenangriff über

Während die Briten jeden Kommentar verweigern, haben sich einige der betroffenen Forscher an die "New York Times" gewandt, um die veröffentlichten Passagen aus ihrer Mail-Korrespondenz zu erklären. Michael Mann, Professor an der Pennsylvania State University, hat bestätigt, dass er der Forscher war, der sich den "Trick" zur Optimierung der Grafik ausgedacht hat. Die Wortwahl seines britischen Kollegen sei sehr unglücklich gewesen, sagte Mann der "New York Times", aber der Begriff "Trick" beschreibe lediglich einen Kniff, um ein Problem zu lösen, dahinter verberge sich "kein verwerflicher Vorgang". Man habe über die Zuverlässigkeit einer Methode diskutiert, bei der die Jahresringe von Bäumen analysiert werden. "Es klingt nach einer verfänglichen Aussage, aber wenn man sich den Zusammenhang anschaut, sieht man, dass nichts dahinter ist."

Andere verzichteten lieber auf eine Verteidigung und gingen direkt zum Gegenangriff über. Die Mails zeigten nur, dass auch Forscher nur Menschen sind. An der Wahrheit, dass es einen Klimawandel gibt, änderten diese Mails überhaupt nichts. Gavin A Schmidt, Klimaforscher in den Diensten der NASA, formulierte es noch drastischer: "Wissenschaft funktioniert ja nicht, weil wir alle so nett sind", sagte er der "New York Times". "Newton war vielleicht ein Arsch, aber seine Gravitationsgesetze gelten noch heute."

Der Zeitpunkt des Datenraubs, zwei Wochen vor dem Uno-Klimagipfel in Kopenhagen, ist kaum ein Zufall, und die Hacker sind wohl auch nicht aus Versehen auf die peinlichen Mails gestoßen. Wie Schmidt berichtet, haben die Hacker kurz nach ihrem Raubzug in der Uni von East Anglia versucht, das Blog "realclimate.org" zu kapern, für das Wissenschaftler wie er schrieben, die vor den Folgen des Klimawandels warnen. Die Datenräuber wollten dort offenbar die peinlichen Mails aus England aufspielen, aber die Attacke wurde noch rechtzeitig abgewehrt. Erst dabei wurde dann festgestellt, dass die Hacker vorher in Norwich zugeschlagen hatten.

Die Cyberkrieger ließen sich von ihrem misslungenen Einbruch bei "realclimate.org" nicht lange aufhalten. Schon wenig später tauchten die ersten geklauten Mails in einem anderen Blog auf - bei "Air vent", einer Website von Klimaskeptikern.

oka



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 54 Beiträge
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duk2500 23.11.2009
1. Manipulation
Es geht hier ja nicht nur um ein Cybergezicke zwischen Wissenschaftlern sondern um einen riesengrossen Skandal um Lug&Trug in Wissenschaft. Klar, es geht auch um Millionenbudgets und Planstellen in der Forschung sowie um Milliarden an Steuergeldern, die von den demokratischen Industrieländern zu Gunsten von Ländern verteilt werden sollen, wo sich gierige Potentaten schon vor Vorfreude die Lippen lecken. Auch Al Gore hat ja nach Pressemeldungen mittels Klima-Hype sein vorher schon beachtliches Privatvermögen kurz mal verzwanzigfacht. Last but not least geht es auch um ein vermeintliches Weltuntergangsszenario, mit dem dem Otto Normalsteuerzahler eine globale politische Agenda aufs Auge gedrückt werden soll die er unter anderen Prämissen niemals akzeptieren und schon gar nicht bezahlen würde. In den letzten 10 Jahren hat sich die durchschnittliche Temperatur der Erde nicht erhöht. Wer ab und an eine Zeit an der frischen Luft verbringt hat das schon gemerkt, auch in anderen Kontinenten. Die offiziöse Klimaforschung hingegen hat, wie wir jetzt lernen, das aus den Statistiken und Diagrammen bisher offensichtlich noch rausgefaked. Dieser Beschiß kommt jetzt aber Dank der Aktion einer kompetenten Cyberguerilla zur Verbreitung unterdrückter Nachrichten auf den Tisch. Lang lebe das Internet! Mal sehen, wie lange die Verschwörungstheoretiker brauchen, bis sie die Firmen Shell und Exxon beschuldigen, hier die Strippen gezogen zu haben...
duk2500 23.11.2009
2. Climategate?
Wie wohl in solchen Situationen üblich, verstricken sich die Täter selber immer stärker in ihr Netz, man kennt das ja schon von Watergate und ähnlichen politischen Vertuschungsskandalen: >>But far more serious - at least in a legal sense - may be his apparent boasting of destroying data to stop sceptics from checking this alarmist work. If, as some emails suggest, he destroyed it to thwart FOI requests from Professor Ross McKitrick and Steve McIntyre, who’d already exposed as fake the Michael Mann “hockey stick”, Jones, one of the most active of the IPCC lead authors, could even face criminal charges.
Ganz Rom? 23.11.2009
3. Du sollst ANGST haben, immer
Hört auf, überrascht zu tun, liebe Heuchler a la "Wir backen uns Schlagzeilen aus pupsenden Kühen". Mal ernsthaft: geht es euch Schreibern denn überhaupt nicht auf den Keks, die Verkündungstrottel all dieser Interessengruppen zu sein, die sich von öffentlicher Hysterie ernähren? - Klimaerwärmung (Hilfe, die Erde schmilzt) - Mehr Krieg! (Massenvernichtungswaffen überall... nur nicht bei uns) - Impfen, sonst Anstecken (die Natur ist ein böser Ort, you know) - Großkonzerne müssen finanziell unterstützt werden, weil (*hier irgendein dummes Zeug reinschreiben*) - Kauft Ablassbriefe (sonst Hölle) - etc. Gute Nachrichten SIND gute, geldwerte Nachrichten. Wie wäre es damit, diese These einmal auszuprobieren? Z.B. - Die Menschen benutzen tatsächlich ihr Gehirn! - Die Steuertöpfe bleiben heute zu! - Erkenntnis: Fortschritt hat mit Nachdenken zu tun - Die Mittel heiligen nicht den Zweck (never) - Der Weltuntergang bringt kein Geld mehr (never again) - Stupid news are: stupid
Klimaskeptiker 23.11.2009
4. Münchhausen-Institut für Klimaschamanismus
Da steht doch tatsächlich in einer der gekaperten Mails, es wäre ein Hohn, daß man die Momentan nicht stattfindende Erwärmung nicht erklären kann. Das sagt wohlgemerkt ein “Wissenschaftler”, der angeblich zu den Top-Leuten seiner Branche gehören soll. Zum Einen wird auch hier, Marotzke und Latif sind da keine Ausnahmen( siehe Spiegel Artikel über schwächelnde Sonne letzte Woche), bestätigt, daß z.Z. Sense ist mit der Erwärmung. Zum Anderen frage ich mich aber, was sind das für Wissenschaftler, die in einem solchen Fall nicht auf die Idee kommen, daß an ihrer Theorie was falsch sein könnte, oder an der s.g. Sensitivität was nicht stimmen kann. Nein, die Theorie muß richtig sein, die Fakten sind falsch - das ist Klima-Kreationismus in Reinkultur, und dann werden die Fakten auch noch der Theorie angepaßt, damit man als “Wissenschaftler” glaubwürdig bleibt. Und etliche Hofnarren am Hof des Münchhausen-Institut für Klimaschamanismus verurteilen Kritiker dieses Betruges in Bausch und Bogen oder wiegeln auch noch ab... Für diesen Betrug sollen wir Milliarden für sinnlose CO2 Einsparungen ausgeben, Gore z.B. noch reicher machen und unsere "Klimakanzlerin" hofieren ? Von wem läßt sie sich beraten ? Diese Wissenschaftler gehören vor ein ordentliches Gericht, wenn sich bestätigt, was im Internet an Aussagen kursiert. Es werden sich sicher genügend Anklagepunkte finden.
Bernd Schlüter, 23.11.2009
5. Berufsmäßige Klimaskeptiker
Ich habe schon beim Abbau des Stellarators "Wendelstein 5" in der Fusionsforschunganlage Garching bemerkt, dass unter unseren Wissenschaftlern Schönreederei die Oberhand gewinnt, wenn es um finanzielle Vorteile geht. Damals, unter Reimar Lüst, ging es darum, möglichst viel von dem 10-Milliarden-Kuchen zu ergattern, der unter Brandt, Schiller und später Matthöfer in die Fusionsforschung gesteckt wurden. Wunschforschung und entspechendes marketing wurden damals entwickelt. Unter den Grünen wurde dann die Forschung in Richtung Umweltkatastrophe auf die Spitze getrieben.Gefördert wurde nur das, was dem politischen Zweck diente. Meine Freunde von der Wachturmgesellschaft, die ähnliche Ziele vefolgten, waren fast Waisenkinder dagegen. Ich gehe sie manchmal besuchen. Ich, selber grün, arbeite in die gleiche Richtung, aber betrüge mich dabei doch nicht selbst. Wozu habe ich schließlich Physik studiert? Ich kann nur bestätigen, dass meine grüne Umgebung verärgert reagiert, wenn ich die übertriebenen in Umlauf gesetzten Zahlen nicht bestätige und darauf hinweise, wie gering die Menge des für die Menschen erreichbaren Kohlenstoffs ist, und, wo dieser dauerhaft zum allergrößten Teil wieder gebunden wird. Die Kerbe, in die heute nun mal gehauen wird, ist das CO2, und es ist nicht opportun, dagegen Einwendungen zu machen. Ich vertrete nun einmal andere Thesen, aber da hört nicht mal einer der heftigen Aktivisten zu, wenn ich andere Stoffe verantwortlich mache. Warum? Ich sehe es als unzweifelhaft an, dass sich im Wesentlichen nur in den Industriezonen die winterlichen Temperaturen deutlich erhöht haben. Dass die Klimaänderung im Wesentlichen eine lokale sei, das passt meinen Freunden aber überhaupt nicht ins Konzept. Klimaänderung gibt es durch Emissionen, ohne Zweifel, aber die derzeitigen "Forschungsergebnisse" dürfen angezweifelt werden. Andere Spurengase, auch Staub, kommen dabei zu kurz, oder ihre Wirkung wird nur in der passenden Richtung gedeutet. Was früher einmal in einem anderen Zusammenhang "die Juden" waren, ist heute das CO2. Wir sollten uns vor solchem Fanatismus hüten. Bernd Schlüter
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