Deutsche Gewässer Eingeschleppte Arten verursachen große Schäden

In Deutschlands Gewässern herrscht internationales Treiben. Doch da geht es wenig friedlich zu. Eingeschleppte Tier- und Pflanzenarten verursachen große ökologische Schäden. Auch die wirtschaftlichen Folgen sind immens.


Berlin - "Allein 30 fremde Tier- und Pflanzenarten haben sich im Rhein angesiedelt", sagte der Diplom-Biologe Stefan Nehring aus Koblenz der "Welt am Sonntag". Seinen Untersuchungen zufolge finden sich 46 fremde Arten an der Nordseeküste, 27 an der Ostseeküste und sogar 76 in den Flüssen. Darunter seien einige Arten so widerstandsfähig, dass sie sowohl in Süß- als auch in Salzwasser überleben können.

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DPA

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Die fremdartigen Lebewesen gelangen dem Bericht zufolge über abgepumptes Ballastwasser von Schiffen in die hiesigen Gewässer. Untersuchungen des Umweltbundesamtes ergaben demnach, dass in deutschen Häfen jedes Jahr rund 2,2 Millionen Tonnen Ballastwasser aus außereuropäischen Regionen abgelassen werden.

Zu den gefährlichsten Exoten gehört laut der Zeitung die chinesische Wollhandkrabbe, die schon vor rund hundert Jahren in Deutschland heimisch wurde. Sie ist bis zu acht Zentimeter groß, gräbt Gänge in Deiche und andere Befestigungsanlagen und ist damit für Erosionsschäden an den Ufern verantwortlich.

Die Zebramuschel verstopft die Zuflussrohre von Wasserkraftwerken und könnte die Trinkwasserversorgung ganzer Städte gefährden. Die aus Asien eingeschleppte Körbchenmuschel nimmt heimischen Muschelarten durch ihre massive Ausbreitung den Lebensraum, heißt es in dem Bericht.

ler/AP



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