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Deutsche Wetterbilanz: Jahr 2009 bestätigt Erwärmungstrend

Das zu Ende gehende Jahr liegt im Klimatrend - neue Rekorde gab es in Deutschland allerdings nicht. Mit einer Durchschnittstemperatur von 9,2 Grad liegt 2009 genau ein Grad über dem langjährigen Mittelwert.

Sommer 2009 am Elbufer in Hamburg: Wetterrekorde blieben aus Zur Großansicht
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Sommer 2009 am Elbufer in Hamburg: Wetterrekorde blieben aus

Offenbach - "Das an Rekorden so reiche erste Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts klingt recht durchschnittlich aus", sagte Uwe Kirsche, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach, am Dienstag in einer ersten Bilanz des Deutschland-Wetters 2009. Mit einer Durchschnittstemperatur von 9,2 Grad sei das Jahr ein Grad zu warm gewesen - verglichen mit dem langjährigen Mittel.

Der Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990 von 8,2 Grad wurde zum letzten Mal 1996 unterschritten - damals waren es 7,2 Grad. "Die Statistik bestätigt eindeutig die Temperaturbeschleunigung in den letzten zwei Dekaden", sagte DWD-Sprecher Kirsche. Allerdings habe die Erwärmung in Deutschland im vergangenen Jahrzehnt auf hohem Niveau stagniert. Wärmstes Jahr der Wettergeschichtsschreibung bleibt 2000 mit einem Durchschnitt von 9,9 Grad, knapp gefolgt vom Jahr 2007.

2009 schien rund 1664 Stunden lang die Sonne, damit wurde der Mittelwert (1528 Stunden) erneut übertroffen. Sonnenscheinreichster Ort war die Greifswalder Oie, eine kleine Insel vor Rügen, mit 2003 Stunden. Am seltensten schien die Sonne laut DWD auf dem Kahlen Asten im Sauerland mit 1342 Stunden.

Weder bei der Temperatur noch beim Niederschlag oder der Sonnenscheindauer gab es Rekordwerte. 2009 hat mit strengem Frost im Januar und starken Schneefällen im Februar begonnen. Der April war außergewöhnlich warm und reich an Sonnenschein. Der Sommer begann wechselhaft, später war es trocken und recht warm. Der Herbst bescherte zunächst einen sonnigen Altweibersommer, zeigte sich danach aber nass und im Oktober etwas zu kalt. Im November war es dann deutlich zu mild. Auch der Dezember brachte anfangs mildes und nasses Wetter, kurz vor Weihnachten aber eine kurze, intensive Kältewelle.

Maximal 37,8 Grad Celsius

Die Meteorologen des DWD registrierten vier zu kalte Monate: Januar, Juni, Oktober und Dezember. Die übrigen acht Monate fielen dagegen zu warm aus. Deutlich wärmer als normal war es im August, November und April. Am 20. August kletterte die Temperatur in Rahden-Varl in Nordrhein-Westfalen auf den Jahreshöchstwert von 37,8 Grad. Die kälteste Nacht wurde am 6. Januar in Dippoldiswalde-Reinberg südlich von Dresden mit minus 27,7 Grad gemessen.

Im Vergleich der Bundesländer landete Bremen mit einem Jahresdurchschnittswert von 10,1 Grad ganz oben. Berlin, Hamburg und das Saarland teilen sich Platz zwei mit 9,9 Grad. Die kältesten Bundesländer waren Bayern, Sachsen und Thüringen mit einer Durchschnittstemperatur von 8,7 Grad.

Fast ausgeglichen fiel die Niederschlagsbilanz aus. Im Durchschnitt kamen auf einem Quadratmeter 783 Liter zusammen, der langjährige Durchschnitt liegt bei 789 Litern pro Quadratmeter. Am meisten Niederschlag gab es auf der Zugspitze mit 2094 Litern je Quadratmeter, im Flachland wurde der höchste Wert von der DWD-Station Reit im Winkl mit 1852 Litern gemessen. Am trockensten war es 2009 bei Arkona auf der Insel Rügen mit 462 Litern pro Quadratmeter.

hda/dpa/AP/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 11 Beiträge
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1. hä?
yrickoff 29.12.2009
Die Temperaturen gehen zurück (2000 9.6, steht ja im Artikel) aber der Trend geht zu steigenden Temperaturen? Wer erwartet denn das es in 9 Jahren um mehr als ein Halbes Grad kühler wird? Das ist so schon heftig. .7 Grad Anstieg in den letzten 100 Jahren und in nur 9 Jahren .4 Abkühlung. Recht krass das als Erwärmung zu verkaufen.
2. es gab schon neue Temperaturrekorde
crashguru 29.12.2009
Zitat von sysopDas zu Ende gehende Jahr liegt im Klimatrend - neue Rekorde gab es in Deutschland allerdings nicht. Mit einer Durchschnittstemperatur von 9,2 Grad liegt 2009 genau ein Grad über dem langjährigen Mittelwert. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,669481,00.html
[QUOTE=sysop;4764939]Das zu Ende gehende Jahr liegt im Klimatrend - neue Rekorde gab es in Deutschland allerdings nicht. aber die passen nicht ins Bild unser Klimaideologen : Wetterdienst Meteomedia ermittlelte an seiner Station Funtensee im Berchtesgadener Land die niedrigste Temperatur die jemals in einem Oktober gemessen wurde ....
3. ||||||||||||
sample-d 29.12.2009
Zitat von yrickoffDie Temperaturen gehen zurück (2000 9.6, steht ja im Artikel) aber der Trend geht zu steigenden Temperaturen? Wer erwartet denn das es in 9 Jahren um mehr als ein Halbes Grad kühler wird? Das ist so schon heftig. .7 Grad Anstieg in den letzten 100 Jahren und in nur 9 Jahren .4 Abkühlung. Recht krass das als Erwärmung zu verkaufen.
Schauen Sie mal hier: http://www.umweltbundesamt-daten-zur-umwelt.de/umweltdaten/public/theme.do?nodeIdent=2845 vielleicht verstehen Sie anhand einer Grafik leichter was ein Trend ist, und warum man von Erwärmung spricht.
4. Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!
Treeman, 29.12.2009
Zitat von sample-dSchauen Sie mal hier: http://www.umweltbundesamt-daten-zur-umwelt.de/umweltdaten/public/theme.do?nodeIdent=2845 vielleicht verstehen Sie anhand einer Grafik leichter was ein Trend ist, und warum man von Erwärmung spricht.
Geben sie es auf. Wer der Ansicht ist, es gäbe so etwas wie eine globale Erwärmung ist automatisch ein naiver Gutmenschen-Kommunisten-Nazi. Es werden erst dann Maßnahmen getroffen, wenn die Folgen wirklich absehbar sind, und das wird für ein gewöhnliches Banker/Politikerhirn nicht vor 2050 der Fall sein. Dann wird es für nachhaltige Maßnahmen 50 Jahre zu spät sein, was man dann noch tun kann, ist Deiche erhöhen und in den Grenzschutz investieren. Auch wenn es moralisch ausgesprochen widerwertig ist, aber gerade wir im nördlichen Europa sollten nicht allzu viel abbekommen, für uns ist Schadensmanagement tatsächlich billiger. Für weite Teile der restlichen Welt nicht, aber das ist ja irrelevant.
5. ...
LouisWu 29.12.2009
Zitat von sample-dSchauen Sie mal hier: http://www.umweltbundesamt-daten-zur-umwelt.de/umweltdaten/public/theme.do?nodeIdent=2845 vielleicht verstehen Sie anhand einer Grafik leichter was ein Trend ist, und warum man von Erwärmung spricht.
Wunderbar. Hoffentlich setzt sich der Trend fort und ist nicht nur ein kurzlebiger Effekt. Der Fit durch die Meßwerte verspricht zwar monotonen Anstieg, aber man muß ja auch mal an das Schlimmste denken, es könnte wieder kühler werden. Wäre nicht gut, heizkostenmäßig...
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