Nachhaltigkeit und Klimaschutz Forscher teilen sich Deutschen Umweltpreis

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt hat ihren mit 500.000 Euro dotierten Preis verliehen. Gewürdigt wurden zwei Wissenschaftler, die besonders intensiv vor ökologischen Problemen warnen.


Der Kieler Klimaforscher Mojib Latif und der schwedische Nachhaltigkeitsexperte Johan Rockström bekommen in diesem Jahr den Deutschen Umweltpreis.

Rockströms Verdienste liegen aus Sicht der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) darin, dass er sich intensiv mit den Grenzen der Belastbarkeit des Ökosystems der Erde auseinandergesetzt habe. Latif sei einer der bekanntesten Klimaexperten Deutschlands.

Er habe in zahlreichen Veröffentlichungen komplexe Sachverhalte für ein breites Publikum in eine verständliche Sprache übersetzt, teilte die DBU am Dienstag in Osnabrück mit. Beide Wissenschaftler teilen sich ein Preisgeld von 490.000 Euro.

Klimaforscher Mojib Latif
DPA

Klimaforscher Mojib Latif

Den mit 10.000 Euro dotierten Ehrenpreis erkannte die DBU dem letzten stellvertretenden Umweltminister der DDR, Michael Succow, zu. Er habe in den letzten Tagen der DDR dafür gesorgt, dass noch vor der Wiedervereinigung große Flächen als Naturschutzgebiete ausgewiesen wurden. Der Deutsche Umweltpreis wird am 8. November in Essen verliehen. Überreicht wird er von Bundespräsident Joachim Gauck.

Der 49 Jahre alte Rockström ist seit 2007 Direktor des Stockholm Resilience Centre. Unter Resilienz versteht man die Widerstandsfähigkeit von Systemen gegen Störungen und Belastungen. Rockström habe zusammen mit anderen internationalen Experten gezeigt, dass in einigen Bereichen die ökologischen Kapazitäten der Erde bereits überschritten seien, sagte DBU-Generalsekretär Heinrich Bottermann.

Nachhaltigkeitsexperte Johan Rockström
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Nachhaltigkeitsexperte Johan Rockström

Unter anderem geht das Ziel der internationalen Klimapolitik, die globale Erwärmung auf weniger als zwei Grad gegenüber dem Niveau vor Beginn der industriellen Revolution zu begrenzen, auch auf die Arbeit Rockströms zurück. Rockström setze sich dafür ein, dass die Biosphäre in dem Zustand gehalten werde, der sie für den Menschen bewohnbar mache, und er warne vor den Folgen nicht umkehrbarer Umweltveränderungen.

Der 60 Jahre alte Latif ist Leiter des Forschungsbereichs Ozeanzirkulation und Klimadynamik im Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Er weise in seinen Büchern und anderen Veröffentlichungen seit Jahren darauf hin, dass die Erde ohne intakte Ozeane unbewohnbar zu werden drohe, hieß es.

Latif wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Preis der Max-Planck-Gesellschaft für Öffentliche Wissenschaft und dem DUH-Umwelt-Medienpreis 2004 in der Kategorie Lebenswerk der Deutschen Umwelthilfe.

Succow habe kurz vor Ende der DDR am 12. September 1990 die Beschlussvorlage für das Gesetz zur Festsetzung von Großschutzgebieten auf die Tagesordnung des Ministerrats gehoben. Damit habe der heute 74 Jahre alte Succow Ostdeutschlands wertvollste Landschaften vor dem Zugriff von Industrie, Gewerbe und Tourismus geschützt, sagte Bottermann. Ein Handeln, für das Succow schon 1997 den Alternativen Nobelpreis bekam.

Mit ihrer Wahl wolle die Deutsche Bundesstiftung Umwelt im Vorfeld zweier wichtiger Umweltkonferenzen ein Signal setzen, sagte Bottermann. Ende September gehe es bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen um Weichenstellungen für die künftigen globalen Nachhaltigkeitsziele. Ende November steht die Uno-Klimakonferenz in Paris an.

Wie steht es um den Klimavertrag?

boj/dpa

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insgesamt 51 Beiträge
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Leugnerwatch 22.09.2015
1. Glückwunsch Herr Latif
Für Prof. Latif freut mich das ganz besonders. Vielleicht sollte der Spiegel endlich mal ein fehlerhaftes Zitat von ihm korrigieren, das viele Skeptiker zu unerträglichen ad hominem Attacken hinreißt. Die Aussage, dass es nur noch schneefreie Winter geben würde, bezog sich auf das "business as usual" Szenario ab 2050 und nicht, was viele Leugner behaupten, auf die heutige Zeit. Latif: "Ich habe das damals so nicht gesagt. Insofern gehe ich mit der Kritik gelassen um. Der Spiegel hat mich damals falsch zitiert. Meine Prognose bezog sich nicht auf das Jahr 2010, sondern auf die Zeitspanne zwischen 2050 und 2100 sowie auf den Fall, dass keine Maßnahmen zum Klimaschutz ergriffen werden."
Theodoro911 22.09.2015
2. Ein Preis für Alarmisten
Meine Bank hat Herrn Latif 5.000 Euro gezahlt für einen zweistündigen Vortrag vor Ort. Ich hab mir die ganzen Alarmisten-Kamellen angehört (Kein Winter, überall Hochwasser oder Dürre, Riesenstürme usw) Eine gelungene Mischung aus Konjunktiv ( Der Meeresspiegel könnte steigen) und Indikativ ( Das IST eine Riesengefahr) Wissenschaftliche Auseinandersetzung: Fehlanzeige. Für ihn ist das Umwelttheater eine lukrative Geldquelle. Diesmal liefert nicht die Bank sondern die Deutsche Bundesstiftung Umwelt. Die versucht gerade die Klimageldverteilungskonferenz in Paris zu unterstützen indem sie Preise an Gesinnungsgenossen verteilt. Wird aber auch nichts nützen.
karl-felix 22.09.2015
3. Tja
Zitat von Theodoro911Meine Bank hat Herrn Latif 5.000 Euro gezahlt für einen zweistündigen Vortrag vor Ort. Ich hab mir die ganzen Alarmisten-Kamellen angehört (Kein Winter, überall Hochwasser oder Dürre, Riesenstürme usw) Eine gelungene Mischung aus Konjunktiv ( Der Meeresspiegel könnte steigen) und Indikativ ( Das IST eine Riesengefahr) Wissenschaftliche Auseinandersetzung: Fehlanzeige. Für ihn ist das Umwelttheater eine lukrative Geldquelle. Diesmal liefert nicht die Bank sondern die Deutsche Bundesstiftung Umwelt. Die versucht gerade die Klimageldverteilungskonferenz in Paris zu unterstützen indem sie Preise an Gesinnungsgenossen verteilt. Wird aber auch nichts nützen.
so ist das eben, wenn die Trauben zu hoch hängen . Sie Bedauernswerter,. soll ich Sie auf den Arm nehmen ? Wie albern ist das denn, bei einem zweistündigen Vortrag von einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung zu schwadronieren ? Es ist schon ein Witz, wenn die von der Energiebranche finanzierten anderen vorwerfen von ihrer Arbeit zu leben . Guter Mann , der Prof. Latif . Sie sollten mal mit dem reden .
Theodoro911 22.09.2015
4. Lieber karl-felix
Meine Professoren haben immer beide Seiten dargestellt! Auch wenn sie Partei waren haben sie sowohl pro als auch contra-Argumente aufgeführt, gewichtet und bewertet. Das hat Latif eben nicht gemacht sondern nur die ultimative Katastrophe an die Wand gemalt daß 100 Jahre nach seinem Tod der Wasserstand der Nordsee "möglicherweise" um 20 cm gestiegen ist. Der "Witz" ist eine reine Unterstellung. Mit der Energiebranche habe ich nur als Verbraucher zu tun. Deswegen darf ich mit Fug und Recht Wissenschaft einfordern wo nur Klimaglauben verkündet wird. Versuchen Sie mal Wissenschaft zu lernen statt Trauben hochzuhängen und Witze mit Unterstellungen zu machen.
günter1934 22.09.2015
5. zweistündiger Vortrag...
Zitat von karl-felixso ist das eben, wenn die Trauben zu hoch hängen . Sie Bedauernswerter,. soll ich Sie auf den Arm nehmen ? Wie albern ist das denn, bei einem zweistündigen Vortrag von einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung zu schwadronieren ? Es ist schon ein Witz, wenn die von der Energiebranche finanzierten anderen vorwerfen von ihrer Arbeit zu leben . Guter Mann , der Prof. Latif . Sie sollten mal mit dem reden .
oder fast hatte ich letzten Sonntag bei einer "Klimakonferenz" hier bei uns in F anlässlich eines Volksfestes. Vor dem von den Landfrauen vorzüglich zubereitetem Mittagessen. Da wurde mit Naivling klar, worum es dabei überhaupt geht. Das Motto der Veranstaltung war: "Nicht das Klima ändern, das System ändern..." Die Leute dort waren sogar gegen "industrielle" Windmühlen! Natürlich auch gegen Schiefergas und gegen Kernkraft. Aber gegen Kernkraft nur, weid die von der EdF betrieben wird. Was in der DDR krachend gescheitert ist, wird jetzt durch die Hintertür wieder versucht, - die Vernichtung des Kapitals.
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