Deutschland Immer mehr Online-Angebote für Elfenbein

Legal handeln kann man Elfenbein weltweit kaum noch. Doch in Deutschland steigt die Zahl der im Internet angebotenen Schnitzereien, berichten Tierschützer.

Beschlagnahmter Gegenstand aus Elfenbein (Archivbild)
DPA

Beschlagnahmter Gegenstand aus Elfenbein (Archivbild)


Der Internethandel mit Elfenbein hat in Deutschland offenbar stark zugenommen. Bei einer Suche auf Onlinemarktplätzen fanden Mitarbeiter des International Fund for Animal Welfare (IFAW) 172 Anzeigen, in denen insgesamt 211 Objekte aus Elfenbein angeboten wurden. 2014 waren bei einer ähnlichen Suchaktion nur 27 derartige Anzeigen entdeckt worden. Angeboten wurde das Elfenbein in Form von Broschen, Ketten, Statuen und anderen Schnitzereien.

Handelt es sich dabei um antikes oder sogenanntes Vorerwerbs-Elfenbein, ist der Verkauf in Deutschland zwar erlaubt. Nur in den allerwenigsten Fällen jedoch, so Robert Kless, Leiter des deutschen IFAW-Büros in Hamburg, sei in den Anzeigen die Legalität des Angebots auch tatsächlich belegt worden. Mehrfach habe man in der Vergangenheit bereits Fälschungen entdeckt, bei denen neues Elfenbein von getöteten Elefanten als antikes ausgegeben worden sei.

Auf vielen Onlinemarktplätzen ist der Verkauf von Elfenbein inzwischen vollständig verboten. Trotzdem sei man dort auf Anzeigen gestoßen. Meist kam es dann aber nicht zum Verkauf. Um die wahre Natur der Ware zu verschleiern, seien die Produkte mitunter auch als "Bein der Elfe" oder "Knochen von dem Tier mit dem Rüssel" angeboten worden.

Handelsverbot in China

Der IFAW setzt sich deshalb für ein vollständiges Verbot des Elfenbeinhandels ein. "Solange mit Elfenbein Geld verdient wird, kurbelt das die Nachfrage weiter an", sagt Kless. "Elefanten können nur wirksam geschützt werden, wenn dieser Markt komplett geschlossen wird." Der wichtigste Markt für Elfenbein war lange Zeit in China. Ende 2017 trat dort jedoch ein lang angekündigtes Handelsverbot für Elfenbein in Kraft.

Artenschützer gehen davon aus, dass derzeit jährlich in Afrika etwa 20.000 Elefanten gewildert werden. Im Februar 2017 veröffentlichen Forscher eine Studie, in der sie die Verbreitung von Waldelefanten in einem Nationalpark in Gabun untersucht hatten. Der Minkébé-Nationalpark in Gabun galt bisher als Zufluchtsort für die Waldelefanten. Doch laut der Auswertung der Forscher, die Dunghaufen gezählt hatten, ist die Population von 2004 bis 2014 von 36.000 Exemplaren auf 7000 geschrumpft. Neben den Waldelefanten sind auch die größeren Afrikanischen und Asiatischen Elefanten durch Wilderei bedroht.

Inzwischen scheint auch der Handel mit den hauerartigen Eckzähnen von Flusspferden außer Kontrolle zu geraten. Die bis zu 70 Zentimeter langen Zähne der auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als gefährdet eingestuften Huftiere werden aus Afrika vor allem nach Hongkong und China exportiert und dort zu Schnitzereien oder Messergriffen verarbeitet.

vh

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.