Hamburg/Offenbach - Viele Deutsche verfluchen diesen Sommer: Zu nass, zu kalt, zu dunkel - so lautet die Bilanz. Was aber sagen Meteorologen? Die Bilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fällt nicht so eindeutig aus.
Der Juli sei bislang immerhin wärmer gewesen als normalerweise in den Jahren 1961 bis 1990, der international üblichen Vergleichsperiode für Meteorologie. Verglichen mit den Julis der Jahre 1981 bis 2010 aber sieht es anders aus: Da war dieser Juli bislang um knapp ein Grad kälter als normal, sagt Gerhard Müller-Westermeier vom DWD.
Besonders kühl sei es im Westen der Republik gewesen. In Süddeutschland hingegen war es sogar anderthalb Grad wärmer als in den vergangenen 30 Jahren im Juli üblich.
Auch beim Niederschlag gab es deutliche regionale Unterschiede: Im Osten sei weitenteils bereits doppelt so viel Regen gefallen wie sonst im ganzen Monat, sagt Müller-Westermeier. Im Süden hingegen regnete es weniger als in den Vorjahren.
Bei Gewittern ist das Maß voll
Beim Sonnenschein kamen besonders die Küsten gut weg - trotz der windigen Regenphasen: Dort seien bereits zur Monatsmitte 60 Prozent der im Juli üblichen Sonnenstunden gemessen wurden, berichtet Müller-Westermeier. Finster blieb es hingegen in den nördlichen Mittelgebirgen, wo erst ein Drittel des Monatssolls an Sonnenschein registriert wurde - obwohl die Hälfte des Julis bereits vorbei ist.
Bei den Gewittern ist das Maß bereits voll: Deutschlandweit gab es dem DWD zufolge vier Gewittertage - so viel wie sonst im ganzen Monat. Im Osten des Landes gab es sogar an mehr als jedem zweiten Tag in diesem Juli Blitz und Donner - bereits elf Tage mit Gewitter wurden dort verzeichnet. Der Südosten gilt ohnehin als Deutschlands Gewitterhochburg.
Die weiteren Aussichten lassen hoffen: In den nächsten Tagen wird es laut Deutschem Wetterdienst landesweit wärmer und sonniger. Ob sich das Wetter aber bis zum Monatsende hält, lasse sich noch nicht vorhersagen.
boj
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