Neue Jahreszahlen In Deutschland leben jetzt 73 Wolfsrudel

Die Zahl der in Deutschland lebenden Wölfe nimmt zu, das zeigt ein neuer Naturschutz-Bericht. Die Verteilung der Tiere ist bundesweit allerdings extrem unterschiedlich.

Wölfe in Niedersachsen (Archivfoto)
DPA

Wölfe in Niedersachsen (Archivfoto)


Wölfe fühlen sich weiterhin sehr wohl in Deutschland. Dies geht aus dem neuen Wolfsmonitoring 2017/2018 hervor, das heute vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der "Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf" (DBBW) vorgelegt wurde. Denn die Bundesländer meldeten insgesamt 73 bestätigte Wolfsrudel, 30 Wolfspaare sowie drei sesshafte Einzeltiere. Damit ist die Anzahl der Rudel um 13, die der Paare um neun gestiegen.

Fotostrecke

10  Bilder
Raubtier: Die Wölfe sind zurück

Die neuen Zahlen untermauern den Trend aus den vergangenen Monitoringberichten, die zuletzt Jahr für Jahr mehr Wölfe in Deutschland meldeten. Dabei sind die Vorkommen der Tiere nach wie vor bundesweit sehr ungleich verteilt:

Die meisten Wölfe leben in der Lausitz, vor allem in der Grenzregion zwischen Brandenburg und Sachsen, ihre Verbreitung konzentriert sich in einem Band vom Südosten bis in den Nordwesten Deutschlands. Insgesamt dürften laut der neuen Daten zwischen 213 und 246 ausgewachsene Wölfe in Deutschland leben.

SPIEGEL ONLINE

"Die weiterhin positive Entwicklung der Wolfspopulation in Deutschland steht im starken Kontrast zum weltweit dramatischen Verlust der biologischen Vielfalt. Dieser Erfolg zeigt uns, dass Arten von einem strengen Schutz profitieren", sagt BfN-Präsidentin Beate Jessel.

Bis Wölfe vor etwa 150 Jahren durch intensive Jagd ausgerottet wurden, gehörte Deutschland zu ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet. Obwohl der Wolf nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union streng geschützt ist, häufen sich unrechtmäßige Tötungen. "Nach Verkehrsunfällen ist die illegale Tötung die zweithäufigste Todesursache und stellt somit ein ernst zu nehmendes Problem dar", bestätigt Jessel.

Auf Skepsis trifft die zunehmende Verbreitung der Tiere vor allem bei Weidetierhaltern, die sich um ihre Herden sorgen. Normalerweise jagen Wölfe vor allem Rehe, Wildschweine und Rothirsche, erlegen aber auch Nutztiere, wenn sich die Gelegenheit bietet. Dies trifft vor allem Schafe und Ziegen. Diese Weidetiere machen zwar nur einen Bruchteil der Ernährung aus, dennoch wurden im Jahr 2016 in Deutschland knapp 300 Übergriffe mit mehr als tausend verletzten Nutztieren gemeldet. Landwirte erhalten eine Entschädigung, wenn ein Wolf ihr Vieh trotz Schutzmaßnahmen getötet hat.

"Insbesondere die extensive Beweidung leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung unserer Kulturlandschaften und ihrer biologischen Vielfalt. Deshalb müssen Bund und Länder gemeinsam Weidetierhalterinnen und -halter beim konsequenten Schutz ihrer Tiere vor dem Wolf unterstützen und fördern", sagt Jessel.

Im Video: Ein Raubtier mit Imageproblem - Die Rückkehr der Wölfe

SPIEGEL TV

stu



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.