Fund in Brasilien Diamant weist auf Wassermassen im Erdinneren

Geologen haben einen Diamanten gefunden, der ein seltenes Mineral enthält. Es scheint zu beweisen: Mehr als 500 Kilometer unter der Erde gibt es große Mengen Wasser.

Diamantenfund aus Brasilien mit dem Namen JUc29: Wasser im Ringwoodit
DPA/ UC of Alberta/ Richard Siemens

Diamantenfund aus Brasilien mit dem Namen JUc29: Wasser im Ringwoodit


Ein Diamantenfund in Brasilien zeigt, was Geologen lange vermuten: Es gibt Wasser in der sogenannten Übergangszone des Erdmantels in 410 bis 660 Kilometern Tiefe.

Kanadische Forscher haben in der brasilianischen Stadt Juína einen Diamanten entdeckt, der das Mineral Ringwoodit umschließt. Ringwoodit entsteht im unteren Teil der Übergangszone in 520 bis 660 Kilometern Tiefe unter sehr hohem Druck.

Die Übergangszone trennt den oberen und unteren Erdmantel. Es ist der erste von der Erde stammende Fund von Ringwoodit. Das Mineral wurde bisher nur in Meteoriten gefunden oder im Labor hergestellt.

So viel Wasser wie alle Ozeane

Auf dem Weg an die Oberfläche verändere sich Ringwoodit meist zu anderen Mineralen, erläuterte Hans Keppler von der Universität Bayreuth, der den Sensationsfund im Wissenschaftsjournal "Nature" kommentiert. Auf welche Weise der nun entdeckte Diamant zur Erdoberfläche gelangte, ist nicht genau geklärt.

Aufgrund seiner Struktur kann Ringwoodit Wasser lösen - allerdings nur maximal zwei Prozent seines Gewichtes, wie Forscher durch Experimente herausfanden. Das in Brasilien gefundene Stück enthält mehr als ein Prozent Wasser. "Das ist sehr viel", erklärte Keppler.

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Die Autoren der "Nature"-Studie um Graham Pearson von der Universität Alberta machen eine interessante Hochrechnung: Gemessen an dem einen Fund könnte die Übergangszone des Erdmantels so viel Wasser enthalten wie alle Ozeane zusammen.

boj/dpa



insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
frageum 13.03.2014
1. Heißt das dann,
Zitat von sysopDPA/ UC of Alberta/ Richard SiemensGeologen haben einen Diamanten gefunden, der ein seltenes Mineral enthält. Es scheint zu beweisen: Mehr als 500 Kilometer unter der Erde gibt es große Mengen Wasser. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/diamant-juc29-mit-ringwoodit-aus-brasilien-wasser-im-erdmantel-a-958326.html
wenn wir weiter immer tiefer nach Energieträgern Bohren und wir etwas unglücklich anzapfen, saufen wir alle ab?
Mario V. 13.03.2014
2. Tiefe
Zitat von frageumwenn wir weiter immer tiefer nach Energieträgern Bohren und wir etwas unglücklich anzapfen, saufen wir alle ab?
Ich denke dass das von rein theoretischem Interesse ist. Soweit mir bekannt ist die tiefste bisher durchgeführte Bohrung ca. 12 km tief. Da ist es bis 500 km noch ein weiter Weg und eine extreme technische Herausforderung, die wir alle sicher nicht mehr erleben werden.
silence_dirk 13.03.2014
3. optional
Frage mich nur, wie sich Wasser bei ca. 2000C° und hohen Druck verhält.
hottrod 13.03.2014
4. ...
Genau. Die tiefste Bohrung, die bisher durchgeführt wurde, ist die Kola-Bohrung mit knapp 12.3km. Das ist allerdings schon 31 Jahre her. Wir haben also gerade einmal die Erdkruste angekratzt. Um in den oberen Mantel eindringen zu können, müssten wir zuerst einmal die 40km-Marke knacken...
hiko.fairbanks 13.03.2014
5. Praktischer Nutzen
Sobald die Chinesen den Nutzwert dieser Information erkannt haben werden sie fix 500000 Landsleute für eine Eimerkette übereinander stapeln und schon steht der Förderung und dem Verkauf des Wassers nichts mehr im Wege
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