Krru! Krarr! Die Kraniche kehren nach Deutschland zurück

Wer ihre lauten, trompetenartigen Rufe hört, sollte gen Himmel schauen: Die Kraniche ziehen zurzeit über Deutschland. Es lockt die Paarungszeit.

Zugvögel
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Am Himmel wird es derzeit wieder lauter: Kraniche fliegen über Deutschland in ihre Brutgebiete. "Etwa 100.000 Vögel sind schon aus ihrem spanischen Winterquartier zurückgekehrt", sagte Lars Lachmann vom Naturschutzbund (Nabu).

Rund 300.000 Kraniche, deren trompetenartige Rufe oft kilometerweit zu hören sind, haben vor allem in der spanischen Region Extremadura den Winter verbracht. Etwa 100.000 weitere Vögel seien noch unterwegs, der Rest halte sich noch in Spanien auf, so der Vogelschützer.

Die Heimreise geht schneller als der Zug in den Süden

Deutschland überqueren die Kraniche auf zwei Hauptrouten: zum einen über das Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen, den Harz und Berlin und zum anderen über das Ruhrgebiet, Niedersachsen und Rügen. In der Region Rügen und nördlich von Berlin befinden sich laut Lachmann die wichtigsten Zwischenrastplätze auf dem Weg in die Brutgebiete in Skandinavien und dem Baltikum.

Kraniche auf der Halbinsel Fischland-Darß
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Kraniche auf der Halbinsel Fischland-Darß

Allerdings seien an den traditionellen Rastplätzen im Frühjahr weniger große Ansammlungen als im Herbst zu beobachten. "Der Frühjahrszug geht viel schneller vonstatten als der Herbstzug, denn die Vögel wollen nun möglichst schnell zurück in ihre Brutgebiete", so Lachmann. Im Herbst verweilten die Kraniche deutlich länger an den Rastplätzen.

Die Vögel bewohnen im Sommer sumpfige Landschaften in Nord- und Mitteleuropa. Sie leben monogam, Partnerwechsel kommen aber vor. Zur Paarung zwischen März und April vollführen Kraniche einen ausgeprägten Balztanz. Dabei springen sie mit aufgefächerten Flügeln umher und stoßen charakteristische Laute aus, die an ein Gurren und an Trompeten erinnern. Auch außerhalb der Paarungszeit ist das Verhalten hin und wieder zu beobachten, allerdings weniger stark ausgeprägt.

Kraniche erreichen eine Höhe von bis zu 1,30 Metern. Ihre Flügelspannweite liegt bei maximal 2,45 Metern.

jme/dpa



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