DNS-Vergleich: Schlangen verloren ihre Beine an Land

Die Ahnen der heutigen Schlangen waren nicht etwa Meeresbewohner, sondern an Land lebenden Reptilien. Ihre Beine verloren sie erst im Laufe der Evolution auf dem Trockenen.

Schlange: Die Beine verschwanden erst nach dem Landgang
REUTERS

Schlange: Die Beine verschwanden erst nach dem Landgang

Bei Vergleichen des Erbguts von Schlangen mit dem von heute lebenden Verwandten der Meeresechsen kamen amerikanische Wissenschafter der Penn State University den wahren Schlangen-Vorfahren auf die Spur. Sie entwickelten sich aus vierbeinigen, auf dem Lande lebenden Reptilien, bei denen sich die Gliedmaßen zurückbildeten, schreiben Biologen Nicolas Vidal und seine Kollegen in der Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society: Biology Letters" (Online-Vorabveröffentlichung).

Immer wieder stritten sich Biologen darüber, ob die Ahnen der Schlangen bereits im Wasser oder erst an Land ihre Beine verloren. Stärkstes Argument der Vertreter der Wasser-Theorie war die starke biologische Ähnlichkeit der heutigen Schlangen mit den ausgestorbenen Mosasauriern, großen Echsen, die im Meer lebten. Deren nächste heute noch lebende Verwandte sind die Warane. Berühmtestes Beispiel ist der an Land lebende drachenähnliche Komodo-Waran.

Wahrscheinlich ist die Diskussion über die verloren gegangenen Beine nun beeendet: Die Forscher verglichen die DNS von 17 Schlangenarten mit der von 19 verschiedenen Eidechsenarten - und konnten keine Zeichen für enge Familienbande finden. Damit sei auch eine Verwandtschaft mit den ausgestorbenen Masosauriern ausgeschlossen. Da diese als einzige im Meer lebende Echsen als potenzielle Urahnen der Schlangen in Frage gekommen wären, sei das Ergebnis ein eindeutiger Beweis für die Landtheorie, schreiben die Forscher.

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