Domestizierung: Lastesel kommen aus Afrika

Die Vorfahren des heutigen Esels stammen von zwei Wildesel-Arten aus Afrika ab. Dies ergab der Vergleich des Erbguts von Tieren aus 52 Ländern. Der Mensch zähmte den Esel demnach erstmals vor 5000 Jahren im Nordosten Afrikas.

Esel: Gezähmt auf dem schwarzen Kontinent
AP

Esel: Gezähmt auf dem schwarzen Kontinent

Der Nubische und der Somalische Wildesel sind die wahrscheinlichsten Vorläufer des Nutztiers Esel. Das legen Vergleiche des Erbguts von Wildeseln aus 52 Ländern nahe, über die ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Science" berichtet (Bd. 304, S. 1781).

Die Wissenschaftler um Albano Beja-Pereira von der Université Joseph Fourier Grenoble untersuchten bei Eseln aus Europa, Afrika und Asien das Erbgut der Mitochondrien. Die DNS dieser so genannten Zell-Kraftwerke, die für die Energiezufuhr sorgen, enthält praktisch nur Erbgut der Mutter und nicht des Vaters. Damit verändert sich dieses Erbgut über viele Generationen hinweg nur sehr langsam, so dass auch nach Jahrtausenden noch Verwandtschaften zwischen Nachkommen verschiedener Entwicklungslinien nachgewiesen werden können.

Das Forscherteam fand an zwei genetischen Gruppen von Eseln aus Afrika die größten Übereinstimmungen mit den Erbinformationen heutiger Esel. Sie konnten so das wahrscheinlichste Gebiet, in dem Menschen Wildesel zähmten, auf den Nordosten Afrikas eingrenzen. Trifft dieser Schluss zu, wären Esel die einzigen Huftiere, die ausschließlich in Afrika domestiziert wurden.

Archäologische Entdeckungen weisen darauf hin, dass Esel - ähnlich wie Pferde - vor etwa 5000 Jahren in die Dienste des Menschen traten. Die Domestizierung des Esels gilt als ein Meilenstein der Menschheitsgeschichte: Mit dem Esel als Lasttier wurde der Mensch mobiler und konnte Handel treiben.

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