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Drastischer Regierungsbericht: Weißes Haus führt Naturkatastrophen auf Klimawandel zurück

Waldbrände, Dürren, Extremwetter: Die US-Regierung schlägt wegen des Klimawandels Alarm. Er zeige in den USA schon jetzt drastische Folgen, warnt das Weiße Haus so deutlich wie nie zuvor - und will den Amerikanern klarmachen, dass höchste Zeit zum Handeln ist.

Washington - Noch nie hat das Weiße Haus derart deutlich zum Klimawandel Stellung bezogen. In einer neuen, knapp 200 Seiten starken Regierungsstudie heißt es, dass die Folgen der Erderwärmung bereits konkret zu spüren seien - auch in den USA.

Waldbrand in Kalifornien: Feuersbrünste gehören zu den Folgen, die der Klimawandel nach Meinung der US-Regierung in den USA heute schon hat
AFP

Waldbrand in Kalifornien: Feuersbrünste gehören zu den Folgen, die der Klimawandel nach Meinung der US-Regierung in den USA heute schon hat

"Unterm Strich steht fest: Der Klimawandel beeinflusst bereits Dinge, die uns wichtig sind", sagte John Holdren, Chef des Büros für Wissenschaftspolitik im Weißen Haus, am Dienstag bei der Vorstellung des Berichts. Darauf deuteten Trends bei extremen Wetterphänomenen, Dürren und Waldbränden hin, heißt es in der Studie. "Wir beginnen, in jeder Region die Auswirkungen des Klimawandels zu fühlen", sagte Holdren. Werde umgehend gehandelt, könnten die schlimmsten Folgen allerdings noch abgewendet werden.

Sollte dagegen nichts gegen die drohende Klimakatastrophe unternommen werden, droht dem Bericht zufolge eine Reihe dramatischer Entwicklungen. Hitzewellen würden häufiger und intensiver werden. Heftigere Regenfälle führten zu mehr Überschwemmungen, steigende Meerestemperaturen bedrohten Korallenriffe und die damit verbundenen Ökosysteme. Waldbrände nähmen in den USA bereits jetzt zu und kämen bei steigender Erderwärmung noch öfter vor. Zugleich seien weite Landesteile im Südwesten des Landes von verstärkten Trockenperioden bedroht.

"Dies ist nichts Theoretisches, das in 50 Jahren passieren wird. Die Dinge geschehen jetzt", sagte Anthony Janetos von der University of Maryland, einer der Autoren des Berichts. Holdren warnte davor, dass durch steigende Meeresspiegel die Inselgruppe der Florida Keys und die Everglades im Süden Floridas untergehen könnten. "Es gibt einige kritische Schwellen, die bereits überschritten sind, und der Anstieg des Meeresspiegels ist ein gutes Beispiel", ergänzte Thomas Karl, Direktor des Nationalen Zentrums für Klimadaten.

Der Bericht enthält keine neuen Forschungsergebnisse, sondern stützt sich auf Veröffentlichungen in zahlreichen Fachzeitschriften und Studien, die er zu einem Gesamtbild zusammenfasst. Auch beinhaltet die Studie, an der Wissenschaftler von rund einem Dutzend staatlicher Forschungseinrichtungen, großen Unis und unabhängigen Instituten mitgearbeitet haben, keine konkreten politischen Gegenmaßnahmen. "Eine der wichtigen Botschaften lautet, dass der Klimawandel nicht nur bereits stattfindet, sondern dass er hier bei uns zu Hause stattfindet", sagte Jerry Melillo, einer der Hauptautoren der Studie.

Mit dem alarmierenden Bericht vollzieht US-Präsident Barack Obama eine scharfe Abkehr von der Politik seines Vorgängers George W. Bush. Der US-Kongress berät derzeit ein umfangreiches Gesetzespaket über ein System zum Emissionshandel, das es in den USA bislang nicht gibt. Danach soll der Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2020 um 17 Prozent unter das Niveau von 2005 gedrückt werden und dann um 80 Prozent bis zum Jahr 2050. In Europa hingegen ist bis 2020 eine Reduzierung um 20 Prozent unter das Niveau von 1990 angepeilt.

mbe/dpa/AP/AFP

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insgesamt 55 Beiträge
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1. Population
e-ding 16.06.2009
Mit einer ständig steigenden Population auf der Erde werden wir uns an solche Zahlen wohl gewöhnen müssen.
2.
Roque Spiegel 16.06.2009
Es gibt 6 Milliarden Menschen auf der Erde. Eine Viertelmillion Menschen sind 0,00004 Prozent. Übertragen auf die Bevölkerung Deutschland (82.000.000 Einwohner) sind das ca. 3.300 Menschen. Letztes Jahr gab es fast 5000 Verkehrstote bei uns und 2002 starben gut 8 mal so viele Menschen an den folgen des Rauchens. Lassen wir doch die Kirche im Dorf..
3. Tropfen auf den heissen Stein
Graphite 16.06.2009
Zitat von Roque SpiegelEs gibt 6 Milliarden Menschen auf der Erde. Eine Viertelmillion Menschen sind 0,00004 Prozent. Übertragen auf die Bevölkerung Deutschland (82.000.000 Einwohner) sind das ca. 3.300 Menschen. Letztes Jahr gab es fast 5000 Verkehrstote bei uns und 2002 starben gut 8 mal so viele Menschen an den folgen des Rauchens. Lassen wir doch die Kirche im Dorf..
so sieht es aus! :daumen: dazu kommt noch, dass wir viel zu viele menschen auf diesem planeten sind bzw. werden. klingt böse, aber die wahrheit tut einfach weh. "Bei einer Weltbevölkerung von 6,3 Mrd. Menschen stehen 1,8 Hektar (ha) produktive Fläche pro Mensch zur Verfügung, beansprucht werden gegenwärtig 2,2 ha. Dabei schwanken die Ansprüche der Menschen zwischen 0,6 und 10 ha. Europa benötigt beispielsweise 4,7 ha pro Person" noch fragen?
4. Nach Adam Riese...
hirsekopf 16.06.2009
Zitat von Roque SpiegelEs gibt 6 Milliarden Menschen auf der Erde. Eine Viertelmillion Menschen sind 0,00004 Prozent. Übertragen auf die Bevölkerung Deutschland (82.000.000 Einwohner) sind das ca. 3.300 Menschen. Letztes Jahr gab es fast 5000 Verkehrstote bei uns und 2002 starben gut 8 mal so viele Menschen an den folgen des Rauchens. Lassen wir doch die Kirche im Dorf..
Mmmh, bei mir sind das 0,004% und daraus folgernd 341666 Menschen umgerechnet auf Deutschland. Das sind dann doch andere Dimensionen...
5. ...
Roque Spiegel 16.06.2009
Zitat von hirsekopfMmmh, bei mir sind das 0,004% und daraus folgernd 341666 Menschen umgerechnet auf Deutschland. Das sind dann doch andere Dimensionen...
Dann überprüfen wir doch mal unsere beiden Ergebnisse (und nehmen es ganz genau): 6 Milliarden = 6 000 000 000 Eine Viertelmillion = 250 000 Ich weiß natürlich nicht, ob Sie bei einem anderen Adam Riese in die Schule gegangen sind als ich, aber wenn ich rechne: 6 000 000 000 x *0,004*16666667 dann kommt bei *mir* 25 000 000, also 25 Millionen heraus. Überprüfe ich mein Ergebnis, mit *2 Nullen mehr* hinter dem Komma, dann komme ich auf *250 000*, was dann der Viertelmillion aus dem Artikel entspricht ;-) Ich hoffe, Sie nehmen mir meine Rechthaberei nicht allzu übel ;)
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