Drogenkonsum bei Affen Verlierer koksen häufiger

Je machtloser, desto anfälliger: Bei Affen einer bestimmen Meerkatzenart entscheidet der soziale Status über den Drogenkonsum. Tiere, die sonst nichts zu melden haben, greifen im Tierversuch besonders oft zum Kokain.


San Diego - Ein Treffen mit einem Fremden kann einigermaßen stressig sein, zumindest für Javaneraffen, eine Meerkatzenart. Die Männchen leben in einer sehr ausgeprägten Hierarchie, in der einzelne Tiere vor allem durch aggressives Verhalten aufsteigen. Ist die Rangfolge einmal etabliert, genügt bereits ein strenger Blick, um die Unterlegenen in ihre Schranken zu weisen.

Meerkatze: Zusammenhang zwischen sozialem Druck und Drogenkonsum
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Meerkatze: Zusammenhang zwischen sozialem Druck und Drogenkonsum

Eine Forschergruppe um Robert Gould von der Wake-Forest-Universität in Winston-Salem machte sich diesen Effekt zunutze, um den Zusammenhang zwischen sozialem Druck und Drogenkonsum zu untersuchen: Sie konfrontierten dominante und unterwürfige Männchen mit fremden Artgenossen und beobachteten zum einen die Hirnaktivität der Tiere und zum anderen, ob die Stresssituation zu einem verstärkten Konsum von Kokain führte, einer Droge, an die die Tiere zuvor bereits gewöhnt worden waren.

Das Ergebnis: Vor die Wahl gestellt zwischen Futter und einer Dosis Kokain wählen dominante Javaneraffenmännchen in einer Stresssituation eher das Futter, während die unterwürfigen Affen die Droge bevorzugen.

Verantwortlich dafür scheint eine unterschiedliche Aktivität des Belohnungszentrums im Gehirn zu sein. Um nicht durch den ständigen Stress und die Angst überlastet zu werden, arbeiten bei den sozial schwächeren Affen eine ganze Reihe von Hirnregionen nur auf Sparflamme, darunter auch das Belohnungszentrum. Da genau dieses durch Kokain aktiviert wird, erzeugt die Droge bei den unterwürfigen Tieren einen stärkeren Anstieg des Wohlbefindens als bei den dominanten, berichtete Gould.

Ganz anders lagen die Dinge bei den ranghöheren Affen: Bei ihnen stieg unter Stress die Aktivität im Belohnungszentrum, so dass sie weniger auf das Wohlgefühl durch die Droge angewiesen waren. Die Ergebnisse könnten helfen zu verstehen, wann Menschen am ehesten zu Drogen greifen und wie soziale Stellung und Stress dieses Verhalten beeinflussen, meint Gould.

chs/ddp



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