Drohende Eruption in Alaska Loch in Gletschervulkan entdeckt

Steht Alaska ein Vulkanausbruch bevor? Geologen haben ein wachsendes Loch im Mount Redoubt entdeckt, aus dem Rauchschwaden aufsteigen. Die Bevölkerung hat sich zum Schutz vor einer drohenden Aschewolke bereits mit Staubmasken ausgerüstet.


Anchorage - Die Zeichen alarmieren die Forscher: Geologen haben auf der Nordseite des 3108 Meter hohen Mount Redoubt in Alaska ein wachsendes Loch im Gletscher gefunden. Über Nacht habe es seine Größe verdoppelt und sei nun auf das Ausmaß von zwei Fußballfeldern angewachsen.

Dampf entweicht aus dem Gletscher über dem Vulkan Mount Redoubt in Alaska: Droht ein Ausbruch?
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Dampf entweicht aus dem Gletscher über dem Vulkan Mount Redoubt in Alaska: Droht ein Ausbruch?

Die Wissenschaftler vom Vulkanbeobachtungszentrum in Alaska waren am Freitag nah an den Berg herangeflogen und hatten kräftige Dampfwolken aus dem Loch des Berges aufsteigen sehen. Am Samstag bestätigten sie, es handele sich dabei um eine Fumarole, eine Austrittsstelle aus der Erde, die vulkanische Gase und Wasserdampf freigibt. Die Fumarole wachse mit einer alarmierenden Geschwindigkeit, so die Forscher.

Außerdem entdeckten sie, dass Wasser den Gletscher hinunterlief. Das spreche dafür, dass Magmahitze aus tieferen Schichten weiter an die Oberfläche des Berges steige. "Der Gletscher fällt praktisch an der Spitze ab", erklärte Geologin Kristi Wallace.

Die Hitzeanzeichen nähren die Sorge, dass ein Vulkanausbruch unmittelbar bevorsteht. Dann könnte eine Aschewolke drohen, die sogar das über 160 Kilometer entfernte Anchorage, die größte Stadt Alaskas, erreichen könnte. Die näher gelegenen Gemeinden auf der Kenai-Halbinsel wären noch stärker bedroht.

Sollte der Vulkan tatsächlich Feuer und Asche spucken, wäre es die erste Eruption seit 1989. Die Partikel können Haut, Augen und Atmung angreifen, vor allem Kinder und geschwächte Personen sind gefährdet. Doch die Asche kann auch Maschinen beschädigen: Bei dem Ausbruch des Vulkans im Dezember 1989 erreichte die Aschewolke ein 240 Kilometer entferntes Flugzeug - und störte die Motoren der Maschine. Die KLM stürzte mit 231 Passagieren an Bord über drei Kilometer in die Tiefe, bis die Piloten die Motoren wieder starten und das Flugzeug sicher landen konnten.

Vor einer Woche hatte das Vulkanbeobachtungszentrum bereits eine deutliche Zunahme der Vulkanaktivität gemessen und seine Alarmstufe erhöht. Die Warnung löste unter der Bevölkerung einen Ansturm auf Staubmasken und Autofilter in Anchorage aus.

hei/AP



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