Dürrezeiten Seeschlangen trocknen im Wasser aus

Sie leben im Meer, trinken aber kein Salzwasser - manche Seeschlangen sind auf Regen angewiesen. In Dürrezeiten trocknen die Tiere aus, zeigt eine Studie. Sie halten lange durch.

Plättchen-Seeschlange ( Hydrophis platurus ): Leben im offenen Ozean
picture alliance/ Bruce Colem/ Photoshot

Plättchen-Seeschlange (Hydrophis platurus): Leben im offenen Ozean


Plättchen-Seeschlangen trocknen im offenen Meer offenbar regelmäßig aus. Diese Entdeckung machten Meeresforscher, die mehr als 500 der Tiere untersucht hatten.

Da Seeschlangen kein Salzwasser zu sich nehmen können, trinken sie während saisonaler Trockenzeiten nicht, berichtet ein internationales Forscherteam in den "Proceedings" der britischen Royal Society. Erst wenn sich bei Starkregenfällen in der Regenzeit sogenannte Süßwasserlinsen im Ozean bilden, füllen die Seeschlangen ihren Wasserhaushalt wieder auf.

Harvey Lillywhite von der University of Florida in Gainesville und seine Mitarbeiter hatten die Plättchen-Seeschlangen (Hydrophis platurus) im Pazifik nahe Costa Rica untersucht. Diese Seeschlangen-Art ist weitverbreitet, es ist die einzige, die gewöhnlich im offenen Ozean abseits der Küsten lebt.

Trinktest im Wasserbecken

Die Forscher fingen mehr als 500 Tiere ein und untersuchten sie. Unter anderem bestimmten sie das Gewicht und den Allgemeinzustand der Schlangen. Dann setzten sie die Tiere in ein Süßwasser-Becken und testeten, ob sie tranken oder nicht.

Das Ergebnis: Schlangen, die nach langer Trockenzeit gefangen worden waren, tranken häufiger als solche, die nach Zeiten häufiger Regenfälle von den Forschern aus dem Meer gefischt worden waren. Ihr Allgemeinzustand war zudem schlechter und der Wassergehalt ihres Körpers geringer, schreiben die Forscher.

Die Befunde zeigten, dass die Seeschlangen auf offener See regelmäßig dehydrieren. Womöglich überdauerten sie in diesem Zustand sechs bis sieben Monate. Ihre Untersuchung könne dabei helfen, vorherzusagen, wie sich veränderte Klimabedingungen auf die Seeschlangen auswirken, meinen die Forscher.

Testen Sie Ihr Wissen!

boj/dpa



insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
kahabe 19.03.2014
1. Dolle Erkenntnis!
Ich trinke auch, wenn ich Durst habe. Ein "Gefühl" nach längerer nicht erfolgter Flüssigkeitszufuhr. Gut, die Seeschlangen halten diese "Dürre" wohl länger aus als das Säugetier Mensch. Wie vile andere Tiere auch, bekanntemaßen.
mcvitus 19.03.2014
2. Toller Ansatz zur Klimaveränderung
Forscher scheinen heutzutage alles und jedes zu "erforschen". Wie ein hungriger Hund schnappen sie sich jeden Knochen, den man ihnen vorhält. Hochkarätige Ressourcen wie die wissenschaftliche Forschung sollten sinnvoller eingesetzt werden.
MartinS. 19.03.2014
3. ...
Zitat von mcvitusForscher scheinen heutzutage alles und jedes zu "erforschen". Wie ein hungriger Hund schnappen sie sich jeden Knochen, den man ihnen vorhält. Hochkarätige Ressourcen wie die wissenschaftliche Forschung sollten sinnvoller eingesetzt werden.
Und wer maßt sich an, diese Entscheidung treffen zu wollen, was denn jetzt mehr oder weniger sinnvoll ist? Üblicherweise hat jeder Forscher ein recht vergleichbares Problem - er muss halt zuerst einmal jemanden finden, der bereit ist, seine Forschungsarbeit mit einem gewissen Budget auszustatten. Dementsprechend muss er auch eben auch einem potentiellen Geldgeber erst einmal verkaufen, warum denn ausgerechnet das eigene Projekt es jetzt wert sein soll, dass man es entsprechend finanziert. Selbstverständlich findet sehr viel Forschung an Instituten statt und wird aus öffentlichen Geldern gefördert. In diesem Umfeld hat man vermutlich mehr Freiheiten, auch ein Projekt mit nicht offensichtlichem Nutzen gefördert zu bekommen, solange es einen grundlegenden wissenschaftlichen Anspruch erfüllt. Aber auch an Instituten muss mit dem zur Verfügung stehenden Budget durchaus gewirtschaftet werden.... Man sollte auch nicht vergessen, dass es sehr unterschiedliche Fachbereiche gibt... dass ein Mediziner nicht unbedingt einen technologischen Hintergrund hat, und es keinen Sinn macht, wenn Geologen an Supraleittechnik forschen. Wo sie nur leichtfertig in den Raum stellen, dass diese spezielle Arbeit doch scheinbar nur verplemperte Zeit darstellt, muss ich dagegenhalten, dass sie sich scheinbar nur in einem sehr eingeschränkten Blickwinkel bewegen. Und gerade mit diesem Hintergrund kämen sie selbst sehr schlecht damit klar, wenn man ihnen ein Thema vorsetzt, das sie nicht interessiert.
mikaelas 19.03.2014
4. optional
handelt es sich hier um Giftschlangen ?
diego666 19.03.2014
5. optional
Ja, Plättchenschlangen sind alle Giftschlangen. Nicht nur das, einige (um Australien und Südostasien) sind sogar die giftigsten Schlangen der Welt. Giftiger oder mindestens genauso giftig wie der australische Inlandtaipan. Nur sind sie in der Regel absolut nicht aggressiv und haben kleinere Giftzähne.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.