Winter-Statistik Sonne, Wärme, Wind - und fast kein Schnee

Mit Winter hatten die vergangenen Monate nicht viel zu tun: Es gab viel Wind, Sonne satt, es war trocken und außergewöhnlich mild. Der Deutsche Wetterdienst spricht vom viertwärmsten Winter seit 1881.

DPA

Offenbach - Besonders winterlich war der Winter 2013/14 nicht. Frost und Schnee gab es nur kurz im Nordosten, "im Westen und Süden Deutschlands zeigte sich der Winter dagegen praktisch überhaupt nicht", teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach in einer vorläufigen Bilanz am Donnerstag mit.

Von Anfang Dezember bis Ende Februar habe fast durchweg die gleiche Großwetterlage geherrscht: "Sturmtiefs zogen unaufhörlich von Westen her über den Nordostatlantik und bogen mit ihren Niederschlagsgebieten über den Britischen Inseln nach Norden ab." Das Ergebnis: In Deutschland wehte der Wind aus Süden.

Die Durchschnittstemperatur lag um 3,1 Grad über dem langjährigen Mittel der Jahre 1961 bis 1990. Damit sei dieser Winter der viertwärmste seit Beginn der Messungen 1881. Den Rekord hält der Winter 2006/07 mit einer Abweichung von 4,4 Grad. Für die Meteorologen umfasst der Winter die vollen Monate Dezember bis Februar. Der kalendarische Winter endet allerdings erst mit dem März - und könnte durchaus noch knackig kalte Tage bringen.

Nur im letzten Januardrittel habe im Norden und Osten zwei Wochen Frost- und Schneewetter geherrscht, berichtete der DWD. Sonst waren diese Winterzutaten Mangelware. In Frankfurt am Main sank die Temperatur seit Anfang Dezember nicht unter minus 0,8 Grad, in Köln-Stammheim wurde nur eine einzige Frostnacht gezählt. In München trieb der Südwind die Temperatur am 15. Februar auf 19,4 Grad.

In vielen Städten, darunter Düsseldorf, Köln, Trier, Saarbrücken, Frankfurt, Stuttgart, Würzburg und Nürnberg gab es keinen einzigen Tag mit einer geschlossenen Schneedecke.

Der Winter war nicht nur extrem mild, sondern auch sehr trocken und sonnig. Mit rund 122 Litern pro Quadratmeter fielen nur zwei Drittel des sonst üblichen Niederschlags. Dafür gab es überdurchschnittlich viel Sonnenschein, im Schnitt 190 Stunden und damit ein Viertel mehr als im langjährigen Mittel. Der Alpennordrand, vom Allgäu bis in den Chiemgau, wurde mit rund 340 Sonnenstunden verwöhnt. Eine weitere positive Wirkung: Der Anstieg der Verbraucherpreise wurde vom warmen Wetter gebremst.

mbe/dpa

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lupenreinerdemokrat 27.02.2014
1.
Zitat von sysopDPAMit Winter hatten die vergangenen Monate nicht viel zu tun: Es gab viel Wind, Sonne satt, es war trocken und außergewöhnlich mild. Der Deutsche Wetterdienst spricht vom viertwärmsten Winter seit 1881. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/dwd-statistik-2014-viertwaermster-winter-seit-1881-a-956116.html
Die vergangenen Monate hatten vor allem auch wenig mit Verkehrsunfällen durch Glätte, Zugausfälle durch zugefrorene Weichen oder umstürzende Bäume durch Schneelast, hohen Energiekosten, hohem Streusalzeinsatz (schlecht für Umwelt und Lebensdauer von Fahrzeugen und Straßen), Frostschäden an Straßen und Wasserleitungen und auch wenig mit Kältetoten zu tun. Von daher: wäre wirklich schön, wenn die Winter in Zukunft alle so wären!
fuenfringe 27.02.2014
2. Ja genau
Zitat von lupenreinerdemokratDie vergangenen Monate hatten vor allem auch wenig mit Verkehrsunfällen durch Glätte, Zugausfälle durch zugefrorene Weichen oder umstürzende Bäume durch Schneelast, hohen Energiekosten, hohem Streusalzeinsatz (schlecht für Umwelt und Lebensdauer von Fahrzeugen und Straßen), Frostschäden an Straßen und Wasserleitungen und auch wenig mit Kältetoten zu tun. Von daher: wäre wirklich schön, wenn die Winter in Zukunft alle so wären!
dann wird es in D bald so schön wie im Süden von AZ sein, mit 37° C an 100 Tagen im Sommer, und wir werden riesige Photovoltaikanlagen brauchen um das AirConditioning zu betreiben. Ich liebe ja Kakteen - die können wir dann draußen vor dem Haus an Weihnachten mit Lichterketten schmücken und mit Kunstschnee besprühen.
MtSchiara 27.02.2014
3. durchgehend stürmisch aus Südsüdwest
Zitat von sysopDPAMit Winter hatten die vergangenen Monate nicht viel zu tun: Es gab viel Wind, Sonne satt, es war trocken und außergewöhnlich mild. Der Deutsche Wetterdienst spricht vom viertwärmsten Winter seit 1881. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/dwd-statistik-2014-viertwaermster-winter-seit-1881-a-956116.html
Logisch, daß der Winter sehr warm bleibt, wenn man durchgehend starke bis stürmische Winde aus Südsüdwest hat. Der gleiche Wind hat dann über den Nordpol die Kälte in die USA hineingedrückt. Für echten Winter mit Kälte und Schnee genügt nicht die Jahreszeit, sondern man benötigt zusätzlich noch Windstille oder Wind aus nördlichen bis östlichen Richtungen.
Creedo! 27.02.2014
4. ???
Zitat von sysopDPAMit Winter hatten die vergangenen Monate nicht viel zu tun: Es gab viel Wind, Sonne satt, es war trocken und außergewöhnlich mild. Der Deutsche Wetterdienst spricht vom viertwärmsten Winter seit 1881. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/dwd-statistik-2014-viertwaermster-winter-seit-1881-a-956116.html
Der viertwärmste Winter seit 1881? D.h. es war früher wärmer. Wird es jetzt immer kälter? Droht nun die Klimaabkühlung oder gar eine Eiszeit? Gibt es schon Programme zur Steigerung des CO2-Ausstoßes? Bekommen wir die Glühlampe zurück? Dürfen 2000-Watt-Staubsauger weiterhin verkauft und berieben werden? Wird es zukünftig zwei mal Osterfeuer im Jahr geben? Die Vereisung der Erde muss doch aufzhalten sein.
boludo1 27.02.2014
5. Wer tatsächlich noch immer glaubt...
...die gigantischen Eingriffe des Menschen in die Natur würden ohne Folgen für das Klima bleiben, dem ist nun wirklich nicht mehr zu helfen. Die Zusammenhänge im globalen Klima sind hochkomplex und bei längst noch nicht bis in letzte Detail erfasst. Jeder noch so geringe Beitrag zum Umwelt- bzw. Klimaschutz ist wertvoll und darüber hinaus unsere moralische Pflicht gegenüber den zukünftigen Generationen.
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