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"Feuerrachen" in Ecuador: Vulkan stößt zehn Kilometer hohe Rauchsäule aus

Vulkan Tungurahua: Die Aschewolke breitete sich bis in die Hauptstadt Quito aus Zur Großansicht
REUTERS

Vulkan Tungurahua: Die Aschewolke breitete sich bis in die Hauptstadt Quito aus

Mit einer kräftigen Eruption macht der seit Jahren aktive Vulkan Tungurahua wieder auf sich aufmerksam. Die Aschewolke ragt kilometerweit in die Höhe, zog mehr als hundert Kilometer ins Land. Frühere Ausbrüche hatten viele Menschenleben gefordert.

Quito - In Ecuador wächst die Sorge vor einem Ausbruch des Vulkans Tungurahua. Der Berg in den ecuadorianischen Anden hatte am Freitag eine zehn Kilometer hohe Rauch- und Aschefontäne ausgestoßen. Zuvor sei im Inneren des Bergs im Zentrum des Landes eine fünfminütige Explosion gemessen worden, teilte das Geophysische Institut der Polytechnischen Universität von Quito (PDF) am Freitagabend (Ortszeit) mit.

In den umliegenden Gemeinden seien Schutt und Asche niedergegangen, einige Straßen gesperrt und die Rettungskräfte der Region in Alarmbereitschaft versetzt worden, berichtete die Zeitung "El Comercio".

Der 5023 Meter hohe Tungurahua ist seit 2006 wieder aktiv. Doch seit Februar wird von dem Vulkan, dessen Name in Quechua "Feuerrachen" bedeutet, erhöhte Aktivität vermeldet. Bei einer Serie von Explosionen wurde eine Rauchwolke ausgespien, die bis in die rund 140 Kilometer nördlich gelegene Hauptstadt Quito reichte. Die Aschebelastung wurde zunächst aber noch als gering bezeichnet.

Der Tungurahua ist einer von acht Vulkanen in Ecuador, das auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring liegt. An dem hufeisenförmigen Vulkangürtel, der den Pazifischen Ozean umgibt und fast die gesamte Pazifische Platte umschließt, stoßen gleich mehrere Kontinentalplatten und ozeanische Platten aneinander. Diese sind ständig in Bewegung, weshalb Erdstöße keine Seltenheit sind. Um den 5029 Meter hohen Vulkan liegen zahlreiche Dörfer.

Bei einem Ausbruch im Jahr 2006 waren sechs Bewohner eines dieser Dörfer durch Lava getötet worden. Zwei Jahre später starben bei einer weiteren Eruption mindestens fünf Menschen, 20.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche wurden von Geröllmassen zerstört, die die Westseite des Bergs hinabgerollt waren.

Auch in den folgenden Jahren gab der "Feuerrachen" keine Ruhe. Sowohl 2011 als auch 2012 wurden Ausbrüche gemeldet. Zum Teil spie der Vulkan dabei Gesteinsbrocken von der Größe eines Autos kilometerweit aus. Jedes Mal wurden dabei Einwohner umliegender Ortschaften in Sicherheit gebracht.

Die seit Jahren immer wieder ausgerufenen Warnungen haben in der Bevölkerung offenbar bereits eine Art Vulkanmüdigkeit ausgelöst. Nach einer wochenlangen Evakuierung im Winter 1999/2000 marschierten Tausende Bewohner mit Stöcken und Macheten zurück in ihre Dörfer, vertrieben das Militär und erklärten sich für die Folgen eines Ausbruchs selbst verantwortlich.

mak/dpa/afp

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insgesamt 6 Beiträge
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1. Die Sorge vor einem Ausbruch des Vulkans wächst
Gottloser 05.04.2014
War das gestern kein Ausbruch? Was ist denn dann ein Ausbruch? Solche Ausbrüche sind für den Tungurahua seit 2006 üblich.
2. Wie lange
knieselstein 05.04.2014
wohl RWE und Vattenvall für so einen CO² Schluckauf Ihre Braunkohlenmeiler auf Volldampf laufen lassen müssen ?
3. Tungurahuas Umgebung
raber 05.04.2014
In der Hauptstadt Quito ist wieder Asche gelandet was dort keine Seltenheit ist und in unterschiedlichen Intensitäten geschieht. Ganz in der Nähe vom Tungurahua ist das Dorf Baños wo viele hauptsächlich junge Ausländer eine zeitlang wohnen um spanisch zu lernen. Das ist dort natürlich nicht mehr ungefährlich. Die ganze Umgebung hat normalerweise eine tolle Atmosphäre und wunderbare Landschaften mit Blick auf den Tungurahua.
4. optional
jacktoast 05.04.2014
Kann doch nicht sein, dass der Vulkan einfach so ausbricht. Da steckt doch bestimmt die NSA dahinter. Nur warum ? Kann mir das mal einer der hier zahlreich vertretenen Verschwörungstheoretiker erklären ?
5. die Ecuadorianer haben es gut
MtSchiara 05.04.2014
Hoffentlich bricht bald auch wieder in Europa ein solcher Vulkan aus. Einen wolkenfreien Himmel mit einer schönen tiefen blauen Farbe gab es in Europa zuletzt im April 2010, als wegen Island alle Flugzeuge unten bleiben mußten. Seitdem ist der Himmel wieder permanent und großflächig mit einer häßlichen Zirrus-Schmierbewölkung bedeckt. Unsere Kinder wissen garnicht mehr, wie ein tiefblauer und wolkenfreier Himmel aussieht.
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Bevölkerung: 14,865 Mio.

Fläche: 272.045 km²

Hauptstadt: Quito

Staats- u. Regierungschef: Rafael Correa

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