Vulkan Tungurahua Ein Berg wird rot

Normalerweise fließt Lava in einem einzelnen Strom den Berg hinab. Nicht so am Tungurahua in Ecuador: Unheimlich-schöne Fotos zeigen, wie sich der gesamte Vulkan verfärbt.

AFP

Er gehört zu den aktivsten Vulkanen weltweit, und derzeit ist der Tungurahua in den Anden von Ecuador besonders aktiv. Der knapp über 5000 Meter hohe Berg in Südamerika hat Asche und Lava ausgespuckt. Bilder zeigen, wie der Berg nachts glüht, orangefarbene Lavaströme fließen über die Flanken Richtung Fuß des Berges. Tagsüber treten Aschewolken aus. Inzwischen gilt die Warnstufe Orange - die zweithöchste.

Bereits Ende Februar haben Wissenschaftler einen Anstieg der Aktivitäten beobachtet. Das Geophysikalische Institut in Quito hatte bereits eine Reisewarnung für das Gebiet um den Berg herausgegeben. Ein sogenannter pyroklastischer Strom, bei dem eine extrem heiße Mischung aus Gas, Asche und Gesteinsbrocken den steilen Hang herabstürzt, hat aber nach bisherigem Kenntnisstand nicht eingesetzt.

Bei den Bildern der Lavaströme fällt auf, dass sie gleichmäßig rund um den Vulkankegel verteilt zu Tal strömen - das passiert eher selten, ermöglicht aber faszinierende Fotos.

Wie lange der Berg noch Lava ausstoßen wird und ob ein Ausbruch droht, darüber spekulieren die Experten nur. "Man kann die Aktivität des Vulkans derzeit als mäßig hoch bezeichnen", sagte ein Vulkanologe.

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Der Tungurahua gilt als ständiges Sicherheitsrisiko in der Region und bricht häufiger aus, oft dauern die Eruptionen dann mehrere Monate oder Jahre lang an. Besonders schwere Ausbrüche fanden 1886 und in den Jahren 1916 bis 1925 statt. 1999 musste die Stadt Baños evakuiert werden - mehr als 22.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Der Tungurahua liegt in der gleichnamigen Provinz - südlich der Provinzhauptstadt Ambato und etwa 140 Kilometer südlich der Hauptstadt Quito.

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joe



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