Bienen Behörde stuft weiteres Pestizid als gefährlich ein

Die EU sorgt sich um die Honigbienen. Drei Insektizide werden in Kürze weitgehend verboten. Nun stuft die zuständige Behörde wieder ein Mittel als akut gefährlich ein, wenn es beim Maisanbau eingesetzt wird. Ein Verbot könnte folgen.

Honigbiene in Florida: Das Bienensterben ist weltweit ein Problem
AFP

Honigbiene in Florida: Das Bienensterben ist weltweit ein Problem


Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat ein weiteres Pflanzenschutzmittel als gefährlich für Honigbienen eingestuft. "Das Insektizid Fipronil stellt ein hohes akutes Risiko für Honigbienen dar, wenn es zur Saatgutbehandlung von Mais eingesetzt wird", teilte EFSA mit.

Laut EFSA sind Bienen beim Einsatz des Mittels im Maisanbau vor allem durch Staubdrift akut gefährdet. Für andere Nutzpflanzen wie auch bei Sonnenblumen habe die Behörde das Risiko nicht vollständig einschätzen können, da die Studienlage dazu nicht ausreiche. Nur wenig gefährdet seien Bienen durch den Einsatz des Pestizids bei Gemüsepflanzen, da die Insekten diese nicht zur Nektar- und Pollensuche anfliegen würden.

In fünf EU-Staaten beim Maisanbau eingesetzt

Das Insektizid wird derzeit auf Maisfeldern in Spanien, Ungarn, Bulgarien, Tschechien und der Slowakei eingesetzt. Hergestellt wird es von BASF.

In Reaktion auf den EFSA-Bericht warnte BASF davor, nun die Verwendung des Mittels in Europa zu beschränken. Der Bericht nenne keine neuen Risiken, die mit dem erlaubten Einsatz von Fipronil in Zusammenhang stünden. Das Bienensterben sei auf andere Ursachen zurückzuführen, nicht auf den Einsatz von Fipronil bei der Saatgutbehandlung, erklärte der Chemiekonzern.

Einem Sprecher der EU-Kommission zufolge hat BASF nun drei Wochen Zeit, offiziell zu dem Bericht Stellung zu nehmen. Mögliche Schritte wie ein Verbot könnten auf einem Treffen mit Vertretern der einzelnen EU-Länder im Juli in Brüssel besprochen werden. In Frankreich ist das Mittel seit 2005 verboten.

Die EU-Kommission hatte bereits am Freitag mitgeteilt, dass sie zum Schutz von Honigbienen nach einem zustimmenden Votum der Mitgliedstaaten den Einsatz von drei Insektiziden ab dem 1. Dezember weitgehend verbietet. Betroffen sind die Pestizide Clothianidin und Imidacloprid von Bayer und des Schweizer Rivalen Syngenta, die im Gegensatz zu Fipronil in Europa in großem Maßstab verwendet werden. Die Einschränkung solle von Dezember an gelten und spätestens nach zwei Jahren auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden. Dieser Entscheidung war ebenfalls eine EFSA-Warnung vorausgegangen.

Das massenhafte Bienensterben, das seit Jahren fortschreitet, bereitet Forschern weltweit Kopfzerbrechen. Ein einzelner Auslöser ist nicht bekannt, wahrscheinlich kommen verschiedene Faktoren zusammen, so könnten Krankheitserreger und fehlende Pflanzenvielfalt ebenso zu den Ursachen zählen wie Pestizide.

wbr/Reuters/AFP



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rst2010 28.05.2013
1. Basf
handelt wider besseres wissen , denn es ist bekannt, dass es nicht EINE ursache gibt, sondern wir haben es mit einer kombination vieler ursachen zu tun. eine schädlichkeit oder unschädlichkeit eines insektizids kann durch einfache zulassungstests nicht bewiesen oder ausgeschlossen werden. man muss die möglichen ursachen des bienesterbens der reihe nach eliminieren und hoffen, dass sich für die bienen etwas bessert. das 'ich-habe-keine-schuld'-gequake der chemieindustrie ist dabei kontraproduktiv. und falsch, denn sie wissen es besser.
alemannehochdrei 28.05.2013
2. Fibronil / Fipronil
Zitat von rst2010handelt wider besseres wissen , denn es ist bekannt, dass es nicht EINE ursache gibt, sondern wir haben es mit einer kombination vieler ursachen zu tun. eine schädlichkeit oder unschädlichkeit eines insektizids kann durch einfache zulassungstests nicht bewiesen oder ausgeschlossen werden. man muss die möglichen ursachen des bienesterbens der reihe nach eliminieren und hoffen, dass sich für die bienen etwas bessert. das 'ich-habe-keine-schuld'-gequake der chemieindustrie ist dabei kontraproduktiv. und falsch, denn sie wissen es besser.
Meiner Einschätzung nach handelt es sich um Fipronil!
M. Michaelis 28.05.2013
3.
Wir wissen zwar nicht wo das Bienensterben herkommt, verbieten aber einfach mal irgendwelche Pestizide damit etwas getan ist. Oh je.
spiritof81 28.05.2013
4.
Zitat von M. MichaelisWir wissen zwar nicht wo das Bienensterben herkommt, verbieten aber einfach mal irgendwelche Pestizide damit etwas getan ist. Oh je.
Das ist eben Deutschland: Wir kennen die Risiken/genauen Ursachen nicht, wissen nicht, ob es überhaupt welche gibt und verbieten möglichst die Erforschung bis etwaige Risiken geklärt sind. Wie auch immer das gehen soll. Siehe dazu auch Gentechnik oder "Fracking".
karl_schnitzel 28.05.2013
5. Die Alternative...
Zitat von M. MichaelisWir wissen zwar nicht wo das Bienensterben herkommt, verbieten aber einfach mal irgendwelche Pestizide damit etwas getan ist. Oh je.
... wäre: Wir lassen die Bienen einfach über die Klinge springen. Abgesehen davon gibt es mitlerweile eine Menge weitgehend unabhängiger Studien die ene Gefährlichkeit der benannten Pestizide belegen. Und wenn uns die vergangenen Jahrzehnte eines im Bezug auf die Studien der Unternehmen gelehrt haben dann dass diese im Besten Fall oberflächlich, wenn nicht unwissenschaftlich, geschönt, oder schlicht und ergreifend gelogen sind.
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