Mysteriöse Krankheit: Eisbären leiden an Haarausfall
Forscher haben in Alaska, Kanada und Russland Eisbären mit Haarausfall und nässenden Wunden gesichtet. Leiden die Tiere an der gleichen Krankheit, an der vergangenes Jahr zahlreiche Robben gestorben sind?
Meistens fallen die Haare rund um Schnauze, Augen und Ohren aus. Auch am Hals zeigen sich Stellen, wo das Fell dünn wird, und nässende Wunde. Bei neun Eisbären haben Forscher in den vergangenen zwei Wochen diese Symptome beobachtet. Die erkrankten Tiere haben Biologen ebenso wie 24 weitere Eisbären in Alaska kurzzeitig eingefangen und untersucht - im Rahmen eines Routineprogramms, wie Tony DeGange vom U.S. Geological Survey (USGS) erklärt. Forscher hatten schon früher Eisbären gesehen, die unter Haarausfall litten, aber noch nie in so hoher Zahl wie in den letzten Wochen.
Diese neue Entwicklung erscheint umso beunruhigender, weil seit vergangenem Jahr auch Robben und Walrosse mit Haarausfall gesichtet wurden. Als erstes erkrankten Robben in Nordalaska - Forscher entdeckten mehr als 60 verendete Robben und 75 weitere mit Haarausfall und wunden Stellen, am häufigsten betroffen waren Ringelrobben. Später sichteten Biologen erkrankte Walrosse. Alle bisher betroffenen Tierarten verbringen einen Teil ihres Lebens auf dem Seeeis der Arktis.
Viele der erkrankten Robben waren jüngere Tiere. Sie waren lethargisch und litten unter Atembeschwerden, wie der U.S. Fish and Wildlife Service und die National Oceanic and Atmospheric Administration mitteilten. Auch an den Küsten Kanadas und Russlands sichteten Forscher erkrankte Tiere, oft mit blutenden Hautgeschwüren.
Der USGS koordiniert jetzt mit anderen beteiligten Behörden weitere Untersuchungen, um zu klären, ob die Robben, Walrosse und Eisbären ein und dieselbe Krankheit ereilt hat, oder ob es unterschiedliche Auslöser gibt.
Erste Studien haben bereits gezeigt, dass die Tiere nicht in Folge einer höheren Strahlenbelastung erkrankt sind. Die Forscher hatten dies wegen des Unglücks im AKW Fukushima für möglich gehalten.
Trotz zahlreicher Tests hätte man noch keine Viren oder Bakterien ausfindig gemacht, die die Krankheit verursachen berichtet der USGS. Die Forscher prüfen außerdem, ob Chemikalien, Autoimmunkrankheiten, hormonelle Faktoren oder andere Umwelteinflüsse die Tiere krank werden lassen.
wbr/Reuters
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