Einsatz in der Antarktis Eisbrecher "Schneedrache" scheitert mit Rettungsversuch

Die Rettung der "Akademik Shokalskiy" gerät ins Stocken: Der chinesische Eisbrecher "Schneedrache" kann nicht bis zum Forschungsschiff mit Touristen und Wissenschaftlern an Bord vordringen. Das Polareis ist zu dick.


Sydney - Der chinesische Eisbrecher "Schneedrache" kann ein im Polareis eingeschlossenes Forschungsschiff mit Wissenschaftlern und Touristen an Bord nicht erreichen. Eine Sprecherin der australischen Behörde für Seesicherheit (Amsa) sagte nach Angaben des australischen Senders ABC vom Samstag, das Eis sei zu dick. Aus Sicherheitsgründen sei der Rettungsversuch nicht fortgesetzt worden.

Der Eisbrecher sei bis auf sechseinhalb nautische Meilen an die MV "Akademik Shokalskiy" herangekommen. Laut der chinesischen Ozeanbehörde kann der "Schneedrache" bis zu 1,1 Meter dickes Eis brechen.

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Es sei unwahrscheinlich, dass nun ein französischer Eisbrecher bis zu dem Schiff vordringen könnte, hieß es von Amsa. Er sei etwa zwölf nautische Meilen (etwa 22 Kilometer) entfernt. Mit der Ankunft eines australischen Antarktis-Versorgungsschiffes sei nicht vor Sonntag zu rechnen.

Die 1982 in Finnland für die Sowjetmarine gebaute MV "Akademik Shokalskiy" ist eisverstärkt, aber kein regulärer Eisbrecher. Das Schiff sitzt seit dem ersten Weihnachtstag im Eis rund 2800 Kilometer südlich von Hobart fest.

An Bord sind nach Angaben der Behörde 74 Menschen. Darunter sind 26 Touristen, die mit Klimaforscher Chris Turney und Kollegen auf den Spuren eines Polarforschers unterwegs sind, der die Region vor 100 Jahren erkundete. Nach Angaben eines Wissenschaftlers hat das Forschungsschiff ausreichend Proviant an Bord, so dass die Besatzung noch nicht in Gefahr ist.

fab/dpa

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see_baer 28.12.2013
1. MV Akademik Shokalskiy
ist eine untermotorisierte alte Gurke, die weder die Maschinenleistung noch die Rumpfstärke für die in dem Seegebiet auftretenden Eispressungen hat. Das günstigte, das passieren kann: er friert so fest ein, das es erst einmal keinen Eisdruck gibt. Leute runterholen, das Schiff ist wohl nicht mehr zu retten. Der ist zu schwach gebaut, um ihn im Anhang des Eisbrechers aus der Lage zu schleppen. Warum wird die Antarktis nicht für solche Schiffe gesperrt? Wer im Winter vor Finnland auftaucht und nicht die notwendige eisklasse hat, bekommt dort keine Eisbrecherunterstützung ...
fd53 28.12.2013
2. Da müssen wohl Russen, Finnen oder Kanadier ran
denn deren Eisbrecher knacken auch Packeis bis 6 m Stärke. Die natürliche Umwelt von Russland, Finnland und Kanada erfordert nun mal solch leistungsfähige Eisbrecher, was auf China nicht zutrifft.
tutnet 28.12.2013
3. Kreuzfahrt auf Mawsons Spuren
Mawson war zwei Jahre im Eis, die Kreuzfahrer sind es erst seit ein paar Tagen. Wer zahlt eigentlich diese "Rettungsaktion"? Wenn das chinesische Schiff mal eben 1000 Seemeilen vom Kurs abweicht, ist das ja mehr als ein Freundschaftsdienst. Aktuell besteht ja wohl keine Gefahr für Leib und Leben. Im schlimmsten Fall kann man die Touristen und die Besatzung mit Hubschraubern zur nächsten Forschungsstation ausfliegen (ca. 180km). Allerdings hat der antarktische Sommer erst angefangen, da könnte sich also noch eine Entlastung ergeben. Entscheidend ist wohl, ob das Schiff mit dem Eis triftet und wenn ja in welche Richtung.
treeman81 28.12.2013
4. ausreichend Proviant
gut, das noch ausreichend Proviant für die Besatzung an Bord ist. Die Touristen und Wissenschaftler ernähren sich dann von was? was sind denn die Alternativen zu Eisbrechern?
jujo 28.12.2013
5. ...
Zitat von fd53denn deren Eisbrecher knacken auch Packeis bis 6 m Stärke. Die natürliche Umwelt von Russland, Finnland und Kanada erfordert nun mal solch leistungsfähige Eisbrecher, was auf China nicht zutrifft.
Ich denke das Chartern eines entsprechenden Eisbrechers, sind ja nicht die schnellsten Schiffe, von Nord nach Süd zu schicken,den Job zu machen, und zurück, kostet mehr als der Zeitwert des Schiffes!?
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