Eisphänomen Die Ostsee gibt sich die Kugel

Der Winter geht zu Ende, besonders schön war er an der Ostsee: Dort kugelte sich das Eis. Hier die Erklärung für das mysteriöse Phänomen.


Hamburg - Jeden Winter schlendert der Fotograf Aleksandr Abrosimov am Strand Stroomi von Tallinn in Estland entlang. "Ich beobachte das Meer jedes Jahr aufs Neue", sagt er. Doch dieser Winter sei besonders gewesen - so viele Eiskugeln lagen am Strand!

Wie Eier mysteriöser Tiere wirkten die fünf bis zehn Zentimeter dicken Klumpen, schwärmt Abrosimov. "Wenn ich die Bilder meinen Freunden zeige, tippen sie auf Dinosauriereier, Monsterkaviar oder Tennisbälle", erzählt er. Erstaunlich symmetrische Perlen seien es gewesen dieses Jahr.

Das Rezept für Kugeln

Die Wissenschaft hat eine einfache Erklärung für das Phänomen: Im flachen Wasser bilden sich Eiskristalle, die mit leichter Brandung vor- und zurückschwappen. Bei eisigen Temperaturen gefriert das Wasser allmählich bis zum Grund - an den Kügelchen lagert sich immer mehr Eis an. Die stete Bewegung der Eismasse sorgt dafür, dass die Klumpen sich rundrollen.

Das genaue Rezept für die Kugeln aber ist unbekannt. Vermutlich muss das Wasser rasch abkühlen. Das Meer muss zudem flach sein, der Grund darf nicht steil abfallen. Diese Bedingungen herrschen am Finnischen Meerbusen vor Estland.

Auch andere winterliche Phänomene haben Spaziergänger immer wieder entzückt: Auf vielen Gewässern bilden sich kreisrunde Eisschollen, manche sind Tausende Meter groß.

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Eiskreise: Rund, hart, kalt
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insgesamt 5 Beiträge
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wauz 07.03.2015
1. Grundeis
Auch in den Watten der Nordsee bildet sich Grundeis. Da ist es aber meist eher zerklüftet wie eine Fjordlandschaft. Das liegt wahrscheinlich an den stärkeren Tiden. Trotzdem ist es auch schön anzuschauen. Besonders dicke Schichten habe ich schon am Strand von Dangast am Jadebusen gesehen. (Nebenbei: das ist ein netter Ort für einen Sonntagsausflug, sommers wie winters)
nichtfritz 07.03.2015
2. Kugeleis?
Naja, war ja auch knackekalt, dieser Winter...
Yves Martin 08.03.2015
3.
Zitat von nichtfritzNaja, war ja auch knackekalt, dieser Winter...
Das darf man nicht sagen. Schliesslich haben wir globale Erwärmung; da sind knackekalte Winter pure Einbildung von "Klimaleugnern" ;-)
susiwolf 08.03.2015
4. Es ist die B-e-w-e-g-u-n-g ...
... die diese bewegenden Phänomene erst möglich machen. Sich (u.a.) 'an sich reiben' ... Das war schon immer so ... Der Finnische Meerbusen schließt auch das EU-Land 'Suomi' ein, wo solche (Natur-)Schauspiele g e r a d e j e t z t zu beobachten sind. Schmelzendes Eis, durch starken Wind in Bewegung gebracht, führt zu (fraulichen ;-) Rundungen und kugeligen Ansichten. Meistens selbstverständlich in den Buchten ... Bald ist's vorbei; das Frühjahr schlägt zu - mit durchschnittlich plus 2° ;-) - und mit unwiderstehlicher Sonne - auch kreisrund !
OneTwoThree 10.03.2015
5.
Zitat von Yves MartinDas darf man nicht sagen. Schliesslich haben wir globale Erwärmung; da sind knackekalte Winter pure Einbildung von "Klimaleugnern" ;-)
Naja, wann war den das letzte Mal ein Winter "Knackekalt"? Und doch, es gibt ein Klima, sogar ein weltweites. Und das sich das Klima zum wärmeren verändert, ist auch offensichtlich. Ob nun der Mensch allerdings grossartig dazu beiträgt, darf man bezweifeln. Dazu muss man sich nur anschauen, in welcher Stärke schon ein einzelner grösserer Vulkanausbrauch das lokale Mikroklima und teilweise auch das weltweite Klima beeinflussen kann. Da spielen dann auch noch minimale Veränderungen der Erdumlaufbahn, resultierend in veränderter Sonneneinstrahlung etc. pp. eine Rolle. Aber was soll´s, es gibt ja kein Klima, wenn ich Sie richtig verstehe.
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