Elefanten Konferenz bannt nationalen Elfenbeinhandel

Die Weltnaturschutzkonferenz auf Hawaii fordert ein Verbot des in einigen Ländern legalen Handels mit Elfenbein. Wilderer töten pro Jahr Zehntausende Afrikanische Elefanten, die Population sinkt dramatisch.

Elefanten in Kenia
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Elefanten in Kenia


Das Thema Elfenbein war ein Krimi bis zum Schluss. Tagelang diskutierten sich die 1300 stimmberechtigten Mitglieder der Internationalen Naturschutzunion (IUCN) auf ihrer Weltkonferenz in Honolulu (USA) die Köpfe heiß. Trotz Gegenwinds aus Namibia, Südafrika, Japan und Kanada konnte eine Resolution für ein Verbot des nationalen Elfenbeinhandels aber in der Nacht zu Sonntag (MESZ) doch noch umgesetzt werden. "Das ist ein guter Tag für Elefanten", twitterte eine erleichterte Kongressteilnehmerin.

Der erste fast Afrika-weite Elefanten-Zensus zeigt, dass statt der geschätzten 400.000 bis 630.000 Tiere nur noch gut 350.000 Afrikanische Elefanten in 18 Staaten des Kontinents leben. Grund für den dramatischen Rückgang - allein zwischen 2007 und 2014 um fast ein Drittel - ist vor allem Wilderei. Die Konferenz sprach sich deshalb nach hitziger Diskussion für ein striktes Handelsverbot für Elfenbein auch auf Binnenmärkten aus.

Rechtlich bindend ist der Beschluss der Weltnaturschutzkonferenz aber nicht. Ob und wie Elfenbein gehandelt werden darf, regelt das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (Cites). Schon seit Langem ist darin der internationale Handel mit Elfenbein verboten, nicht aber der nationale.

In Bangkok (Thailand) beschlagnahmtes Elfenbein
DPA

In Bangkok (Thailand) beschlagnahmtes Elfenbein

Artenschützer sehen in den noch legalen nationalen Elfenbeinmärkten ein großes Problem. Denn sie erleichtern Schmugglern ihre Arbeit. Händler können nämlich ein einmal ausgehändigtes Zertifikat für das Elfenbein mehrmals verwenden. Das erleichtert es, im weiteren Produktions- und Handelsweg auch Schmuggelware zu verwenden.

Ein völliges Verbot des Elfenbeinhandels könnte die Staatengemeinschaft schon bald beschließen, auch wenn Namibia und Simbabwe erst kürzlich gefordert hatten, den Handel sogar international wieder zuzulassen. Die nächste Weltartenschutzkonferenz findet vom 24. September bis 6. Oktober in Südafrika statt. Die Elfenbein-Resolution aus Hawaii soll dort als Beschlussvorlage dienen.

BBC-Doku mit Louis Theroux

hda/dpa



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petrami 12.09.2016
1. Endlich !
Für die sanften Riesen ist es 5 vor 12, wenn die nationalen Märkte nicht geschlossen werden sind die letzten 350.000 Dickhäuter in einigen Jahren auch noch weg, dem Elfenbeinwahn zum Opfer gefallen. Bevor die Europäer den Kontinent erobert haben waren es 19.665.000 Elefanten mehr. Leider sieht es die EU nicht so, denn sie weigert sich, den Elefanten den höchsten Schutzstatus zu zu gestehen, weil dann ggf. auch die Trophäenjagd auf dem Prüfstand steht.
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