Internationale Zusammenarbeit Staaten wollen Elfenbeinhandel stärker ahnden

Hoffnung für eine bedrohte Art: Um Elefanten besser zu schützen, planen afrikanische und asiatische Staaten, stärker zu kooperieren. So wollen sie Wilderei und den illegalen Handel mit Elfenbein wirkungsvoll bekämpfen.

Beschlagnahmtes Elfenbein (Hongkong, August 2013): Schmuggel soll härter geahndet werden
DPA

Beschlagnahmtes Elfenbein (Hongkong, August 2013): Schmuggel soll härter geahndet werden


Gabarone - Das massenhafte Abschlachten der Elefanten soll künftig massiv bekämpft werden: Beim ersten "Internationalen Gipfel zum Schutz des Afrikanischen Elefanten" in Botswana haben die Teilnehmer ein internationales Programm zur Eindämmung der Wilderei und des illegalen Elfenbeinhandels verabschiedet.

Bei der Konferenz sind sowohl jene Länder vertreten, in denen Elefantenherden von Wilderern bedroht sind - darunter Gabun, Kenia, Niger und Sambia - als auch die Elfenbein-Transitländer wie Malaysia, Vietnam und die Philippinen; außerdem die Länder mit den größten Elfenbein-Märkten: allen voran China und Thailand.

Es sei jetzt höchste Zeit, dass Afrika und Asien ihre Kräfte vereinen, um den Elefanten zu schützen, betonte der Präsident von Botswana, Seretse Khama Ian Khama. Wenn nicht bald der wachsende Schwarzhandel mit Elfenbein bekämpft werde, "werden uns künftige Generationen für unsere Tatenlosigkeit verurteilen", sagte er. Die Weltnaturschutzorganisation IUCN hat zum Treffen geladen, auch die EU und das Bundesumweltministerium unterstützten die erste internationale Veranstaltung dieser Art.

Insgesamt verständigten sich die Teilnehmerländer auf einen Katalog mit 14 Sofortmaßnahmen zum Schutz der afrikanischen Elefanten.

Härtere Maßnahmen gegen Wilderer und Schmuggler

Zum Maßnahmenkatalog zählt die Absicht, den illegalen Handel mit geschützten Tieren als "schweres Verbrechen" einzustufen. Das soll die internationale Verfolgung dieser Straftaten erleichtern und intensivieren.

Die angestrebte engere internationale Zusammenarbeit umfasst unter anderem gegenseitige Rechtshilfe, Auslieferungsvereinbarungen sowie die Möglichkeit, Guthaben einzufrieren und Besitz zu beschlagnahmen. Des Weiteren wurde vereinbart, die Verbraucher in den Zielländern ebenso wie die Bevölkerungen in den Heimatländern von Elefanten für das Thema zu sensibilisieren.

Mehr als 30.000 Elefanten werden nach Angaben der Naturschutzorganisation WWF jährlich wegen des Elfenbeins getötet. Elfenbein erzielt auf dem Schwarzmarkt Rekordpreise.

Allein zwischen Juli und Oktober seien in Kenia, Hongkong, Uganda und Vietnam etwa 20 Tonnen Elfenbein beschlagnahmt worden. Anfang November sei in China ein Elfenbeinring zerschlagen worden, bei dem zwölf Tonnen Elfenbein gefunden wurden. Das sei der größte Einzelfund seit Beginn der systematischen Auswertungen im Jahr 1996, so der WWF. Die USA hatten kürzlich sechs Tonnen beschlagnahmtes Elfenbein zerstört.

wbr/dpa/AFP

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insgesamt 2 Beiträge
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AhzekAhriman 04.12.2013
1. bescheuert
Anstatt das beschlagnahmte Elfenbein günstig auf den Markt zu werfen und die Preise dadurch zu drücken, setzen die Regierungen auf Zerstörung des seltenen Guts. Das ist bescheuert, denn die Preise werden weiter steigen und die Elefanten noch mehr bejagt. Verbote und härtere Strafen werden nix bringen, geschweige denn umgesetzt. Ich denke mal die Elefanten haben letztendlich keine Chance gegen diesen Wahnsinn und werden in der freien Wildbahn ausgerottet.
timorieth 04.12.2013
2. TCM rottet aus!
Zitat von sysopDPAHoffnung für eine bedrohte Art: Um Elefanten besser zu schützen, planen afrikanische und asiatische Staaten stärker zu kooperieren. So wollen sie Wilderei und den illegalen Handel mit Elfenbein wirkungsvoll bekämpfen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/elefanten-staaten-beschliessen-haertere-strafen-fuer-elfenbein-handel-a-937097.html
Solange der Großteil der Chinesen den Stuss mit den heilenden Kräften des Elfenbeins glaubt, wird der illegale Handel weitergehen. Elfenbein, Tigerhoden, Bärengalle - Aufklärung wäre angesagt.
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