Elefanten Namibia und Simbabwe wollen legal Elfenbein verkaufen

Zwei afrikanische Staaten fordern, den Handel mit Elfenbein international wieder zuzulassen, das Thema wird auf der Artenschutzkonferenz im Herbst diskutiert. Deutschland hat eine klare Haltung.

Konfisziertes Elfenbein in Kenia (Archivbild, April 2016)
REUTERS

Konfisziertes Elfenbein in Kenia (Archivbild, April 2016)


Der Handel mit Elfenbein wird nach Einschätzung der Bundesregierung noch in diesem Jahr zu heftigen Auseinandersetzungen der internationalen Staatengemeinschaft führen. "Wir werden sehr, sehr intensive und emotionale Debatten haben", sagte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth.

Er hoffe aber, dass die 182 Mitgliedstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens (Cites) zu der gemeinsamen Einschätzung kämen, dass der Handel nicht nur illegal, sondern auch unmoralisch sei.

Für eine Artenschutzkonferenz im Herbst haben Namibia und Simbabwe beantragt, den Handel mit Elfenbein wieder zu legalisieren. Beide Länder haben gesunde Elefantenpopulationen. Die Länder argumentierten, dass sie die Einnahmen zum Beispiel in Tierschutzprojekte investieren könnten, erklärt Cites-Generalsekretär John Scanlon.

"Die Nachfrage nicht gesättigt"

"Wir werden garantiert nicht zustimmen", sagte Flasbarth. "Wir wollen auch jetzt keine Diskussion über Kriterien, nach denen man den Handel in Zukunft wieder zulassen könnte." Vor einigen Jahren gab es schon mal eine einmalige Erlaubnis, legal zustande gekommene Elfenbeinbestände zu verkaufen. Das habe aber nicht die Nachfrage gesättigt, sondern den illegalen Handel angeheizt.

Wenn die Staatenvertreter auf den alle drei Jahre stattfindenden Konferenzen sich nicht einig sind, wird abgestimmt. Ein Antrag braucht eine Zweidrittelmehrheit, um durchzukommen. Deutschland ist dem Washingtoner Artenschutzabkommen vor 40 Jahren beigetreten. Die nächste Cites-Konferenz findet im Herbst statt vom 24. September bis 6. Oktober.

Für gefährdete Arten gelten je nach Kategorie unterschiedlich starke Handelsbeschränkungen: Kategorie I bedeutet Handelsverbot, für Tiere der Kategorie II braucht man eine Ausfuhrgenehmigung. Es gibt drei Kategorien. Insgesamt sind etwa 5600 Tier- und knapp 30.000 Pflanzenarten gelistet.

Der Kampf gegen Wilderei steht auf drei Säulen, wie Cites-Chef Scanlon erklärt:

  • Durchsetzung der Gesetze und Kampf gegen Korruption.
  • Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort, für die Wilderei keine überlebenswichtige Einkommensquelle sein darf.
  • Die Nachfrage zurückdrängen.

Der Großteil der illegal gehandelten Tiere und Pflanzen landet bei Käufern in Asien. Der wirtschaftliche Aufschwung etwa in China und Vietnam führt dazu, dass Menschen dort exotische Tiere und Pflanzen als Statussymbole kaufen wollen. Viele glauben zudem an Heilkräfte etwa von Nashornhörnern.

wbr/dpa



insgesamt 30 Beiträge
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alyeska 01.06.2016
1. Alles töten was lebt!
Elfenbein für die reichen Asiaten, Haifischflossen für den Appetit, Nashorn für die Potenz, Schlangen für den exklusiven Geldbeutel ... immer weiter so, bis zum Ende aller Kreaturen.
mik.a 01.06.2016
2.
Am Ende wird sowieso irgendwem was gezahlt als "Entschädigung" und die Legalisierung geht durch. Ist nur Frage der Summe. Ein solcher Handel ist für die Länder eine gutes Geschäft durch welches sie sehr viel Geld verdienen können. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie sich das wegnehmen lassen. Und wenn es legal nicht gehen wird, werden sie trotzdem einen Weg finden damit der Handel mit Elfenbein blüht
Augustusrex 01.06.2016
3. Wunderschön
Elfenbein ist ein wunderschönes Material für Messergriffe. Jedoch, dem Elefanten stehen seine Zähne viel besser. Lieber ein Stück Plaste als Griff als deshalb einen Elefanten zu töten.
analyse 01.06.2016
4. konsequente Verfolgung der illegalen Elefantenjäger ist die beste Lösung!
Ein Handelsverbot ist schwer durchsetzbar,besonders in Asien. Ein Verbrennen von Elfenbein, wie neulich, ist kontraproduktiv und erhöht nur die Preise.die Kosten für die Bekämpfung der Wilderer müßten von der UNO übernommen werden !
gustavsche 01.06.2016
5.
Ich bin auf der Seite Namibias und Simbabwes. Das Elfenbein, was man lebenden Elefanten und Nashörnen zum Schutz vor Wilderern absägt, vergammelt in irgendwelchen Lagern. Die Wilderer hält es nicht ab. Die Kosten für die Tierschutz, die dem Staat entstehen, sind nicht im geringsten gedeckt. Diese Fundamentalhaltung Deutschlands war abzusehen, aber nachvollziehbar ist sie nicht. Überschwemmt den Weltmarkt mit legalem Elfenbein und das Geschäft der Wilderer ist verdorben.
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