Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Sturmprognose: Wetterdienste verschärfen Warnung für Süddeutschland

Der Sturm über Deutschland wütet vielerorts stärker als erwartet. Sein Schwerpunkt verlagert sich nun in den Süden, warnen Meteorologen. Auch die Hochwasserprognose wurde verschärft.

Hamburg - Der aktuelle Sturm "Elon" wird den Westen und Süden Deutschlands wohl stärker treffen als erwartet. Auch die Pegel an den Küsten steigen schneller als vorhergesagt.

In der Nacht zum Samstag verlagere sich das Sturmfeld nach Süddeutschland, berichtet das Institut für Wetter- und Klimakommunikation (IWK). "In den Abend- und Nachtstunden muss von Nordrhein-Westfalen bis nach Bayern mit orkanartigen Böen von über 100 km/h gerechnet werden", erklärt Wetteronline.

Vor allem im Alpenvorland und auf der Schwäbischen Alb seien Böen von 120km/h zu erwarten, erklärt das IWK. In exponierten Lagen könnten die Windspitzen auch noch deutlich darüber liegen. Auf den Gipfeln der Mittelgebirge und der Alpen dürften Böen bis 180km/h auftreten.

"Eine noch deutlich massivere Entwicklung am Abend und in der Nacht ist aber nicht auszuschließen", warnt Wetteronline. "Im schlimmsten Falle könnte es sogar im Flachland zu orkanartigen Böen über 100 km/h kommen. Für die Mittelgebirge wären dann auch Windböen jenseits der 140 Stundenkilometer möglich." Auch im Westen und Süden könne es zu erheblichen Sturmschäden kommen.

Fotostrecke

14  Bilder
Sturm über Deutschland: Brechende Bäume, beschädigte Dächer
"Stärker als vermutet"

Das IWK verbreitet eine ernste Warnung: "Es besteht Lebensgefahr in Wäldern und auf Landstraßen, die durch Waldgebiete führen. Diese sollten in der Nacht in Süddeutschland unbedingt gemieden werden."

"Der Sturm ist schon jetzt viel stärker, als der Deutsche Wetterdienst vermutet hatte", sagt Matthias Habel von Wetteronline. Doch auch Wetteronline selbst hat seine Prognose verschärft (siehe Karte). "Mittlerweile ist ein noch deutlich heftigerer Sturmverlauf möglich als noch heute Vormittag erwartet." Selbst über das Binnenland fegten orkanartige Böen.

Prognose von Wetteronline für Freitagabend: Je röter eine Region, desto größer das Sturmrisiko
WetterOnline

Prognose von Wetteronline für Freitagabend: Je röter eine Region, desto größer das Sturmrisiko

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie BSH hat seine Sturmflutwarnung verschärft. Bis zu zwei Meter über Normal könnte das Wasser am späten Freitagnachmittag an der nordfriesischen Küste, in Hamburg und Bremen steigen. Auch Samstag droht Hochwasser an der gesamten Nordseeküste; robuste Prognosen für Samstag liegen aber noch nicht vor.

Am Samstag kommt nach kurzem Wetterberuhigung ein zweiter Sturm, "Felix". "Im Tagesverlauf erwarten wir in ganz Deutschland die Gefahr von Sturmböen der Stärke 9 um 80km/h", erklärt das IWK. "Gebietsweise können schwere Sturmböen um 100km/h auftreten. Vereinzelt sind sogar im Binnenland Orkanböen um 120km/h zu erwarten. In Gewitternähe, sowie an der Nordsee und auf Anhöhen sind auch schwere Orkanböen nicht ausgeschlossen."

17 Grad im Süden

Am Samstagnachmittag werde der Wind deutlich abflauen. Die Temperaturen steigen den Prognosen zufolge am Samstag am Oberrhein und in Südostbayern auf 17 Grad, sonst werden zwischen 10 und 15 Grad erreicht. Am Sonntag folge ein Temperatursturz. Im Bergland und am Alpenrand soll es dann schneien.

Der Wind werde am Sonntag wieder auffrischen, mahnen die Wetterdienste. Frühestens Ende der kommenden Woche sei mit Wetterberuhigung zu rechnen.

Bereits am Freitagvormittag wurden auf den Nordseeinseln und auf den Mittelgebirgen extreme Windgeschwindigkeiten gemessen: Auf dem Brocken 161 km/h, auf dem Fichtelberg 133 km/h und auf dem Feldberg im Schwarzwald 120 km/h. Auf Sylt wurden gar 163 km/h registriert, in Helgoland 122 km/h, auf Borkum 120 km/h, in Kiel 119 km/h.

Verletzte Kinder

An einer Hamburger Schule wurden mehrere Kinder durch einen umstürzenden Baum auf dem Schulhof verletzt. In Brandenburg beschädigte der Wind das Dach einer Grundschule. Die Schule in Prenzlau in der Uckermark musste am Freitag geräumt werden, wie die Polizei mitteilte.

Das Wetter bremste bereits am Freitag den Fähr- und Bahnverkehr. Zahlreiche Verbindungen wurden unterbrochen. Auch Straßen mussten wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden. Der Sturm hat ganze Bäume abgeknickt. Flugzeuge auf dem Weg nach Westen mussten nachtanken.

boj/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 22 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Wie waren die Kommentare noch?
moe.dahool 09.01.2015
Ich erinnere mich an die Kommentare der letzten beiden Tage. SpOn und anderen Medien wurde Panikmache und Sensationsgeilheit unterstellt. Jetzt zeigt sich, dass alles noch schlimmer gekommen ist. Ich konnte kaum mit meinem Hund spazieren gehen, teilweise ist er mehrere Meter zur Seite gedrückt worden. Und auch beim nächsten Mal werden wieder die gleichen Beiträge kommen.
2.
boeseHelene 09.01.2015
Zitat von moe.dahoolIch erinnere mich an die Kommentare der letzten beiden Tage. SpOn und anderen Medien wurde Panikmache und Sensationsgeilheit unterstellt. Jetzt zeigt sich, dass alles noch schlimmer gekommen ist. Ich konnte kaum mit meinem Hund spazieren gehen, teilweise ist er mehrere Meter zur Seite gedrückt worden. Und auch beim nächsten Mal werden wieder die gleichen Beiträge kommen.
Hier regnet es bis jetzt nur und Frau Hund wurde nicht zur Seite gedrückt fand den Regen aber blöd. So als richtige Prinzessin läuft man bei dem Wetter draußen nicht herum ;) Das Problem an solchen Stürmen ist eben warnt man zu wenig und es passiert wirklich etwas ist das Geschrei groß warnt man frühzeitig ist das Geschrei oft auch groß und es wird gelästert. Hier soll es heute Nacht stürmen.
3. #1 und 2
jujo 09.01.2015
Jeder ist gehalten seine eigenen Schlüsse aus den Warnungen und Vorhersagen zu ziehen. Manchmal reicht es nur aus dem Fenster zu sehen! Wenn bei uns 12 Bft vorhergesagt wird ist es nicht notwendig 7 km durch den Wald zu fahren für Einkäufe die einen Tag warten können. Gab es keinen Waldbruch ist es gut, leider sagen die Bäume nicht voraus wann sie umfallen.
4. Wind und Wetter
mmmc125303008833654 09.01.2015
mein Gott was habt ihr Sorgen wegen ein paar Windböen. Bleibt zu Hause und wartet bis es abgeklungen hat. Ein bisse Vorrat sollte man haben wenns denn nicht so ist wie man es erwartet. Aber das ist nicht mehr modern. Es gibt ja alles um die Ecke. Armes Deutschland!!!
5. Fakt ist doch...
rammstainar 09.01.2015
... Bei uns in Kiel gab es heute max Bft 10... Auf offener See am Leuchtturm... Keine Ahnung wo sie die 119 km/h gemessen haben hat! http://www.geomar.de/service/wetter/
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Bauernregel-Quiz

Anzeige

Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: