Elternglück Schwule Pinguine adoptieren Küken

Schwules Glück im Bremerhavener Zoo: Zwei Pinguin-Männchen haben ein Ei adoptiert und ausgebrütet - und ziehen nun gemeinsam das Küken groß. Es ist nicht das erste Mal, dass die norddeutschen Homo-Pinguine für Aufmerksamkeit sorgen.


Bremerhaven - Wer glaubt, nur homosexuelle Menschen kämen auf die Idee, Nachwuchs zu haben, hat sich offenbar getäuscht: Im Zoo Bremerhaven haben zwei schwule Humboldtpinguine ein Küken adoptiert. Die stolzen Väter "Z" und "Vielpunkt" - benannt nach dem Muster ihres Brustgefieders - sind schon lange ein Paar. Vor einiger Zeit haben sie ein Ei, das die eigentlichen Eltern aus dem Nest gestoßen hatten, als das ihre angenommen und abwechselnd ausgebrütet. Wie Zoo-Tierarzt und Kurator Joachim Schöne sagte, ist das Küken bereits Ende April geschlüpft.

Humboldtpinguine "Z-Punkt" und "Viel-Punkt" im Zoo in Bremerhaven: Elternglück für schwule Vögel
dpa

Humboldtpinguine "Z-Punkt" und "Viel-Punkt" im Zoo in Bremerhaven: Elternglück für schwule Vögel

Ganz aus eigenem Antrieb haben die Vögel das Ei nicht adoptiert - es war ihnen von den Pflegern untergeschoben worden. Dann aber begannen sie prompt mit der Brutpflege. Seitdem der Nachwuchs da ist, verhielten sich die beiden so, wie man es auch von einem heterosexuellen Paar erwarten würde, so Schöne. Gewissenhafter Schutz, Pflege und Fütterung des adoptierten Nachwuchses bestimmten seither den Alltag der offensichtlich glücklichen Väter.

"Z" und "Vielpunkt" fütterten das Küken mit vorverdautem Fischbrei, pflegten und beschützten es. "Sie kümmern sich ganz rührend. Genau wie heterosexuelle Paare", sagte Schöne. Einen Namen hat der kleine Pinguin noch nicht. Auch sein Geschlecht ist noch unbekannt. Wenn es etwas größer sei, "werden wir eine Feder ziehen und eine DNA-Analyse machen".

Die Ei-Adoption wirkt wie die konsequente Fortsetzung des Pinguin-Lebensstils im Bremerhavener Zoo. Sechs der 20 Humboldt-Pinguine des Zoos leben in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung. Im Jahr 2005 hatte der Versuch, die Homo-Pinguine für eigens aus Schweden importierte Weibchen zu erwärmen, Proteste einer österreichischen Schwuleninitiative hervorgerufen. Die Homo-Paare kümmerte das alles herzlich wenig: Sie waren gegen weibliche Reize resistent und brüteten in ihren Höhlen auf Steinen, die ihnen als Ersatz für die ausbleibenden Eier dienten.

ddp/AFP/AP



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