Energiesparen: Fledermäuse meiden Regen

Das ungewöhnliche Verhalten der Fledermäuse wundert Experten seit Langem: Warum fliegen sie ungern bei Regen? Experimente haben nun die Lösung gebracht. Niederschläge bringen die Tiere in Schwierigkeiten.

Fledermaus: Zurück ins Trockene Zur Großansicht
dpa

Fledermaus: Zurück ins Trockene

London - Fledermäuse bleiben bei schlechtem Wetter lieber zu Hause. Diese Beobachtung verwunderte Biologen seit langem, schließlich lassen sich andere Tiere nicht von Niederschlägen abschrecken. Bisher glaubten Forscher, dass die Tiere bei Regen zu wenig Nahrung fangen oder die Echo-Ortung durch die Tropfen nicht funktioniert. Doch nun meinen Experten, die Ursache für das Verhalten gefunden zu haben: Der Grund sei, dass Regen Fledermäusen Energie abverlangt, berichtet Christian Voigt vom Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in den "Biology Letters" der britischen Royal Society.

Die Fledermäuse benötigen der Studie zufolge mit nassem Fell mehr Körperwärme, weil nasses Fell nicht so gut isoliert wie trockenes. Zudem veränderte nasses Fell die Aerodynamik beim Flug, was ebenfalls Energie koste.

Voigt und seine Mitarbeiter beobachteten zehn Fledermäuse der Art Carollia sowelli aus Costa Rica, die zur Familie der Blattnasen gehört. Die nur 18 Gramm schweren Tiere jagen keine Insekten sondern fressen Früchte, sie sind in ihrer Heimat oft heftigen Regenfällen ausgesetzt. Die Forscher ließen die Tiere in einem Käfig in unterschiedlichen Zuständen fliegen: trocken, mit feuchtem Fell sowie zusätzlich in einem leichten Regen. Dann bestimmten die Biologen den Energieverbrauch, indem sie das Kohlenstoff-Isotop C13 in der Atemluft der Tiere maßen.

Dabei fanden sie, dass Regen für die Tiere zunächst keine messbare Anstrengung bedeutete. Ein nasses Fell dagegen erhöhte den Energieaufwand beim Fliegen um das Doppelte. Der Grund ist wahrscheinlich der geringere Schutz vor Auskühlung.

"Fledermäuse mit nassem Fell verlieren vermutlich so viel Wärme, dass sie zusätzliche Energie für die Erhaltung einer konstanten Körpertemperatur aufwenden müssen", sagt Voigt. Dazu kommt eine schlechtere Aerodynamik. Das kurze, seidige Fell umschließe die Körper der Tiere ideal. Das könne sich jedoch verändern, wenn es nass werde. Insgesamt lohne sich ein Fliegen mit nassem Fell oder im Regen für die Tiere nur, wenn der erhöhte Energiebedarf durch ausreichend Futter ausgeglichen werde.

Erst kürzlich hatten Forscher gezeigt, dass Fledermäuse die Auswahl ihrer Beute dem Angebot anpassen. Sie spekulieren dabei immer auf die fetteste Beute.

Hinweis der Redaktion: In einer ersten Version dieses Textes war vom "radioaktiven C-13-Isotop" die Rede. Das Isotop ist aber stabil. Wir bitten, den Irrtum zu verzeihen.

boj/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Flughunde
RaMaDa 04.05.2011
Dann ist mein Hund eine Fledermaus - ich habe mich schon immer gewundert, wieso er bei Gassigehen abgehoben hat....
2. ...
jp' 04.05.2011
hab beim nachtangeln mal gesehen, wie so ein flugkünstler ins wasser gefallen ist. konnte sich dann durch ruderbewegegungen mit den flügeln an einen im wasser leigenden baum retten. mochte dann auch erstmal nichtmehr fliegen und hat eine trocknungsposition eingenommen. ^^
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