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Entdeckung auf der Südhalbkugel: Tyrannosaurier regierten die ganze Welt

Tyrannosaurier waren die Herrscher der Kreidezeit. Manche Arten erreichten die Ausmaße eines Busses, sie hätten Menschen einfach zertreten können. Doch warum konnten sie sich trotz ihrer teils gewaltigen Größe nicht auf der Südhalbkugel ausbreiten? Sie konnten, wie nun ein Fund in Australien zeigt.

Knochenfund: Der Tyrannosaurus aus dem Süden Fotos
REUTERS

Die Tyrannosaurier gehörten zu den größten Fleischfressern, die je auf der Erde gelebt haben. Sie gelten als die Herrscher der Kreidezeit vor mehr als 65 Millionen Jahren. Manche Arten erreichten die Ausmaße eines Busses, sie erreichten eine Höhe von fünf Metern und waren bis zu 13 Meter lang. Der furchterregende Jäger Tyrannosaurus rex etwa hätte Menschen einfach zertreten können.

Doch obwohl Tyrannosaurier so kräftig waren, schienen sie sich auf einem Großteil des Planeten nicht durchgesetzt zu haben: Bisher wurde kein einziges Exemplar auf der Südhalbkugel gefunden. Eine erstaunliche Tatsache, denn Fossilien von anderen Dinosauriern fanden Paläontologen über die ganze Welt verstreut.

Doch nun berichten Forscher vom erstmaligen Fund eines Tyrannosaurierknochens auf der Südhälfte der Erde in Australien. Damit haben Paläontologen endlich die Gewissheit, dass diese Raubsaurierart nicht nur in den nördlichen Regionen der Erde gelebt hat.

Im australischen Victoria kam in Ablagerungen aus der frühen Kreidezeit ein Hüftknochen eines Reptils zum Vorschein. Aufgrund charakteristischer Merkmale konnten Forscher um Roger Benson von der Universität Cambridge die Knochen einer kleineren Tyrannosaurus-Art zuordnen. Das berichten die Wissenschaftler im Magazin "Science".

Verschiedene charakteristische Merkmale zeigen, dass der Knochen zu einem Tyrannosaurus gehört, beispielsweise der markante Schamhöcker. Doch in der Größe kam das Reptil bei weitem nicht an Tyrannosaurus rex heran: Es war lediglich drei Meter lang und wog 80 Kilogramm. Zudem lebte es vor 110 Millionen Jahren in der frühen Kreidezeit - also schon 40 Millionen Jahre vor seinem großen Verwandten, der erst zum Ende der Kreidezeit die Herrschaft übernahm.

Der Fund schürt Spekulationen, wonach sich Tyrannosaurier in der frühen Kreidezeit auf der ganzen Welt verbreitet hatten. Die Pälaontologen hoffen nun, weitere Fossilien auf der Südhalbkugel zu entdecken, die Aufschluss über die genaue Verbreitung der Tyrannosaurier geben. Ihr Fund mache Hoffnung, weitere Fossilien dieser Raubtiere in der Region zu finden, schreiben Roger Benson und seine Kollegen.

Tyrannosaurus rex jedoch scheint tatsächlich nur im Norden gelebt zu haben: Die späte Kreidezeit ist nämlich eine Periode, aus der in beiden Hemisphären generell viele Fossilien vorhanden sind. Deshalb sei es unwahrscheinlich, dass vorhandene Überreste von Tyrannosaurus rex bis jetzt übersehen worden sind, glauben Paläontologen. Nun beschäftigt die Forscher die Frage, wieso es ausgerechnet der gigantische Raubsaurier nicht geschafft hat, den Süden zu erobern.

boj/ddp

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