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Entgiftungsmechanismus: Forscher entdecken Bakterien, die Gold produzieren

In ihrem Inneren wächst reines Gold heran - aus Selbstschutz. Australische Wissenschaftler haben Bakterien entdeckt, die toxische Goldverbindungen zu elementarem Gold entschärfen können. Nun sollen die raffinierten Entgifter bei der Goldsuche helfen.

Cupriavidus metallidurans: Mikroben als Goldesel Fotos
Reith et al

Frank Reith hatte sich lange darüber gewundert, warum er das Bakterium Cupriavidus metallidurans ausgerechnet auf Goldkörnern gefunden hatte. Der australische Wissenschaftler hatte das rätselhafte Bakterium vor einigen Jahren an zwei Stellen in Australien entdeckt - beide waren 3500 Kilometer voneinander entfernt, eine in New South Wales, die andere im Norden von Queensland.

Der Wissenschaftler von der University of Adelaide blieb neugierig - mit Erfolg. Gemeinsam mit seinen Kollegen Barbara Etschmann und Joël Brugger hat er nun das Rätsel der Mikroben gelöst: Sie siedeln sich nicht auf den Goldklümpchen an - sie produzieren sie!

Denn C. metallidurans besitzt eine erstaunliche Fähigkeit: Es kann giftige Goldverbindungen biochemisch entgiften - dabei entsteht in ihrem Inneren elementares Gold. Im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" berichten die Wissenschaftler über ihre Entdeckung und zeigen auf Bildern die goldenen Nanopartikel im Inneren der Bakterien.

Im Labor setzten die Forscher die Mikroben giftigen Goldverbindungen aus. Dann maßen sie mit Hilfe hochauflösender Röntgenstrahlen die Menge der sich bildenden Goldpartikel in den Bakterien.

Reith vermutet, dass die giftige Metallverbindung einen Gen-Komplex im Erbgut der Bakterien aktiviert, der die energieintensiven biochemischen Reaktionen einleitet, die schließlich zur Bildung elementaren Golds führen.

Es ist nach Meinung der Wissenschaftler das erste Mal, dass die Beteiligung von Bakterien bei der chemischen Umwandlung von Edelmetallen nachgewiesen wurde. Reith will die Bakterien nun als Goldsucher einsetzen: "Wir können nun goldspezifische Biosensoren entwickeln, die uns beim Aufspüren von Goldvorkommen helfen." Dazu aber müssten noch die beteiligten Gene identifiziert werden.

Reith glaubt fest an seinen Golddetektor: "Wenn die Förderung für diese Forschung garantiert ist, bin ich überzeugt, dass wir einen funktionierenden Biosensor in drei bis fünf Jahren bauen können."

lub

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