Entscheidungsfindung bei Bienen: Erfolgreich im großen Schwarm

Bienenschwarm in München (Mai 2011): Schwierige Suche nach neuem Wohnort Zur Großansicht
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Bienenschwarm in München (Mai 2011): Schwierige Suche nach neuem Wohnort

Wenn Bienen eine neue Bleibe suchen, dann haben größere Schwärme offenbar einen Vorteil. Weil sie mehr Kundschafter ausschicken können, treffen sie vermutlich häufiger die richtige Wahl unter verschiedenen Nistplätzen als kleinere Schwärme.

Wo lebt es sich am besten? Ein Bienenschwarm muss diese durchaus überlebenswichtige Entscheidung gemeinsam treffen. Und bei der schwierigen Wahl für einen neuen Nistplatz liegen größere Bienenschwärme offenbar häufiger richtig als kleinere. Dabei ist nicht die höhere "Intelligenz" der Schwärme der Grund, sondern die größere und schnellere Auswahl durch die Zahl ihrer Kundschafter, berichten australische Biologen im Fachblatt "Journal of the Royal Society Interface".

Das Ergebnis steht im Widerspruch zu früheren Computersimulationen. Danach müssten kleinere Schwärme eigentlich gegenüber großen einen Vorteil bei der Wahl zwischen zwei möglichen Nistplätzen haben - schließlich ist ihr Verhalten etwas flexibler. Außerdem könnten große Schwärme zu schnell zu einer suboptimalen, aber dann durch die Größe des Schwarms schlecht zu korrigierenden Entscheidung kommen.

Im Schnitt leben in einem Schwarm 11.800 Honigbienen - doch die Zahl unterscheidet sich im Einzelfall stark, zwischen 2400 und 41.000, wie die Forscher berichten.

Großer Schwarm, viele Kundschafter

Der theoretische Vorteil kleinerer Gruppen beruhe zum großen Teil auf der Annahme, dass mögliche Nistplätze in einem gewissen zeitlichen Abstand gefunden werden, schreibt Timothy Schaerf von der Universität Sydney. Sobald Simulationen von der realistischeren Annahme ausgingen, dass viele mögliche Nistplätze in schneller Folge entdeckt und die Information darüber zum Schwarm gebracht würden, kehrte sich das Bild um.

Die miteinander konkurrierenden Meldungen führten schnell zu richtigen Entscheidungen - und das, umso mehr Kundschafter unterwegs waren, also insbesondere bei großen Schwärmen.

Die Forscher prüften die Ergebnisse ihrer Simulationen an zwei unterschiedlich großen Gruppen von Schwärmen. Und während beide Schwarmgrößen ihre Entscheidung in etwa gleich schnell trafen, zeigten Videobeobachtungen im Stock die gleichen Unterschiede, die sich auch in den Simulationen ergeben hatten: In den großen Schwärmen tanzten erheblich mehr Kundschafterbienen und brachten schnellere Informationen über mehr Nistplätze. Ob dies dann tatsächlich auch zu besseren Entscheidungen führt, konnten die Forscher allerdings noch nicht prüfen.

chs/dpa

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