Entstehung des Lebens: Meteoriten brachten DNA-Bausteine auf die Erde

Wo entstanden die chemischen Verbindungen, auf denen das Leben basiert? Einige Forscher vermuten, dass sie in Gesteinsbrocken durchs All reisten und so auf die Erde gelangten. Eine neue Analyse bestätigt: Manche Meteoriten enthalten tatsächlich Grundbausteine des Erbgutmoleküls DNA.

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Corbis

Meteorit im Anflug (grafische Darstellung): Untypische Nukleinbasen an Bord

Washington - Große Meteoriten sind gefürchtet: Ihr Einschlag auf der Erde kann gewaltige Schäden verursachen und die Atmosphäre über viele Jahre verändern. Einige Massensterben der Erdgeschichte werden mit Meteoriteneinschlägen in Verbindung gebracht, so auch das zum Ende der Kreidezeit, als die Dinosaurier ausstarben.

Meteoriten könnten aber auch eine entscheidende Rolle bei der Entstehung des Lebens auf der Erde gespielt haben. Wissenschaftler vermuten, dass sie die chemischen Bausteine des Lebens auf den Planeten gebracht haben. In einer Vielzahl von Versuchen haben Forscher bereits organische Verbindungen in den kosmischen Gesteinsbrocken nachgewiesen.

Unklar war bisher jedoch, ob sich in Meteoriten auch Nukleinbasen finden - die Grundbausteine für die Erbgutmoleküle DNA und RNA. Zwar seien diese Substanzen schon vereinzelt in Meteoriten nachgewiesen worden, wie Wissenschaftler im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" berichten. Bisher konnte man jedoch nicht ausschließen, dass es schlicht Verunreinigungen durch irdische Moleküle waren, die dort entdeckt wurden.

"Starkes Indiz für eine extraterrestrische Herkunft"

Jetzt konnte ein Team um Michael Callahan von der US-Weltraumbehörde Nasa unerwartet viele und verschiedenartige Nukleinbasen in Meteoriten nachweisen. Das Team nutzte hochauflösende Massenspektroskopie-Techniken, um Proben von zwölf kohlenstoffhaltigen Meteoriten zu untersuchen. Diese gehörten zu drei unterschiedlichen Gruppen sogenannter Chondrite. Die meisten von ihnen wurden erstmals einer Analyse dieser Art unterzogen.

Elf Meteoriten enthielten die Nukleinbase Adenin. In Gesteinsbrocken fanden die Wissenschaftler eine bunte Mischung von Nukleinbasen - darunter auch drei Basen, die auf der Erde nicht oder nur in verschwindend geringer Konzentration vorkommen. "Der Fund von Nukleinbasen, die für die irdische Biochemie untypisch sind, ist ein starkes Indiz für eine extraterrestrische Herkunft", schreiben Astrobiologe Callahan und seine Kollegen.

In ergänzenden Laborexperimenten belegten die Forscher, dass die DNA-Bausteine tatsächlich im Weltraum entstanden sein könnten. Sie ließen sich durch chemische Reaktionen von Ammoniak und Zyanid erzeugen. Beide Chemikalien gelten als im All häufig vorkommend.

Die Entdeckung habe weitreichende Bedeutung für das Bild von der Entstehung des Lebens auf der Erde. "Es zeigt uns, dass Meteoriten als eine Art molekulare Werkzeugkästen fungiert haben könnten: Sie lieferten die entscheidenden Grundbausteine für das Leben", meinen die Forscher.

"Die ersten Zellen auf der frühen Erde entstanden vermutlich aus drei Komponenten: Nukleinsäuren, Proteinen und Zellmembranen. Molekulare Bausteine für all diese Makromoleküle sind nun in Meteoriten identifiziert worden", schließen die Forscher. Daher sei es wahrscheinlich, dass Meteoriten einst die Zutaten für die Lebensentstehung auf die Erde - und möglicherweise auf andere Planeten - brachten.

wbr/dapd

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 250 Beiträge
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1. gehts noch?
rolforolfo 08.08.2011
"...daher sei es wahrscheinlich, dass Meteoriten einst die Zutaten für die Lebensentstehung auf die Erde - und möglicherweise auf andere Planeten - brachten." Damit verdienen diese Forscher ihr Geld, uns diesen Unsinn zu erzählen. Dass Gott diese Erde geschaffen haben könnte, erscheint ihnen nicht glaubwürdig. Aber, dass ein Meteorit Hirn vom Himmel schmeisst.....
2. Ich schätze mal....
Ecoset 08.08.2011
...., daß Gott die Nukleinbasen in die Meteoriten platziert hat, damit Leben auf der Erde entsteht. Ich schätze mal, das ist vor etwa 5.000 Jahren passiert, kurz nachdem er die Versteinerungen in die verschiedenen Erdschichten gezaubert hat um die Menschen ein wenig zu veräppeln. Spaß beiseite. Hochinteressanter Beitrag. Irgendwann gibt es mal den Nachweis von außerirdischen Leben. Bis gespannt.
3. Oh Gott, Oh Gott ...
47/11 08.08.2011
Zitat von rolforolfo"...daher sei es wahrscheinlich, dass Meteoriten einst die Zutaten für die Lebensentstehung auf die Erde - und möglicherweise auf andere Planeten - brachten." Damit verdienen diese Forscher ihr Geld, uns diesen Unsinn zu erzählen. Dass Gott diese Erde geschaffen haben könnte, erscheint ihnen nicht glaubwürdig. Aber, dass ein Meteorit Hirn vom Himmel schmeisst.....
... wollen wir ihnen ja gerne abnehmen, ihre Geschichte mit ihrem Gott , wenn sie uns den sagen könnten, welchen sie denn meinen . Bei ca 2000 Religionen und dazu noch 20.000 Sekten , alle mit dem Anspruch, die alleinige Wahrheit zu besitzen und den einzig wahren Gott zu kennen wird es etwas schwierig , den richtigen Gott zu finden .Mann oh Mann, 3. Jahrtausend und dann sowas !In manchen Köpfen herrscht wohl noch finsterstes Mittelalter .
4. ,,,
Wel 08.08.2011
mich würde mal interessieren, warum es den wissenschaftlern wahrscheinlicher erscheint dass dna und rna auf einem asteroiden ensteht als auf der erde. es muss ja anscheinend irgendeswas geben, das solche vorgänge auf einem asteroiden fördert oder auf der erde verhindert. weiss jemand vielleicht was das ist?
5. .
_muskote 08.08.2011
Zitat von rolforolfo"...daher sei es wahrscheinlich, dass Meteoriten einst die Zutaten für die Lebensentstehung auf die Erde - und möglicherweise auf andere Planeten - brachten." Damit verdienen diese Forscher ihr Geld, uns diesen Unsinn zu erzählen. Dass Gott diese Erde geschaffen haben könnte, erscheint ihnen nicht glaubwürdig. Aber, dass ein Meteorit Hirn vom Himmel schmeisst.....
Damit haben sie den Preis für den denkwürdigsten Beitrag im August gewonnen. :) So lange sich „Gott“ nicht persönlich bei mir meldet und mir belastbar einige seiner Wunder vorführt gilt für mich die Evolutionstheorie. Er sollte es recht bald tun. Ich habe ihm einiges zu sagen.
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