Erdbeben in Florenz Michelangelos David zittern die Knie

Die berühmte David-Statue in Florenz droht auseinanderzubrechen. Risse in den Beinen machen ihm zu schaffen - und eine Serie kleiner Erdbeben hat die Beschwerden noch verschärft. Jetzt soll ein neuer Sockel die Figur retten.

David-Statue: 250 Mini-Erdbeben in Florenz rüttelten an der Figur
AFP

David-Statue: 250 Mini-Erdbeben in Florenz rüttelten an der Figur


Florenz - Die Region um Florenz ist in den vergangenen drei Tagen von mehr als 250 Erdbeben erschüttert worden. Sie zogen keine größeren Schäden nach sich, und Verletzte gab es auch nicht. Aber Kunstliebhaber sind nun in großer Sorge. Denn die weltberühmte David-Statue von Michelangelo ist in Gefahr.

Der italienische Kulturminister Dario Franceschini kündigte an, die Regierung werde 200.000 Euro in einen erdbebensicheren Sockel für die David-Statue investieren. Erst im Frühjahr hatte eine Studie ergeben, dass das Renaissance-Meisterwerk auseinanderzubrechen drohe, falls sich Mikrorisse in den Beinen weiter ausbreiten sollten. Angesichts der Erdstöße sei der Tausch des Sockels umso dringlicher geworden, betonte Franceschini. "Für Kunststücke wie David darf es keine Risiken geben", so der Minister.

Risse vom ersten Tag an

Die jüngsten Erdstöße in der Region Chianti zwischen Florenz und Siena hatten laut dem Institut für Geophysik und Vulkanologie Stärken von bis zu 4,1. Erdbeben sind in der Gegend um Florenz keine Seltenheit. So gab es an der David-Figur immer wieder Schäden. Schon der Marmorblock, aus dem Michelangelo die Statue zwischen 1501 und 1504 gefertigt hat, enthielt offenbar Risse. Hinzu kommt, dass das Kunstwerk bis 1873 im Freien stand. Doch Witterung und Vogelkot hatten dem David so zugesetzt, dass er den Platz vor dem Palazzo Vecchio verlassen musste. Dort steht nur noch eine Kopie. Für das Original wurde extra ein Kuppelraum in der Galleria dell'Accademia errichtet.

Außer Erdbeben setzen der David-Statue vor allem übermütige Touristen zu. 1991 schlug jemand ein Stück Marmor aus dem linken Fuß der Figur. Die David-Skulptur zeigt den biblischen David zu Beginn des Kampfes gegen Goliath.

jme/AFP



insgesamt 12 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
raber 21.12.2014
1. Florenz und die grossen Folgen der kleinen Erdbeben
Erdbeben, selbst kleiner Intensität, setzen den Bauten zu. In mehreren Ländern bebt es bis zu 5.000 mal im Jahr; davon ab und zu mit Stärken von 6 und mehr. Zum Glück kann die Regierung Italiens 200.000 Euro in einen erdbebensicheren Sockel für die David-Statue investieren.
two-wheels 21.12.2014
2. wie schön
Das Sie den Artikel noch mal in Kurzform wiedergeben.
nic 21.12.2014
3. Michelangelo die Statue zwischen 1501 und 1504 gefertigt hat
mittels vieler Steinmetze.
hmutt 21.12.2014
4. Banausen
Zitat von raberErdbeben, selbst kleiner Intensität, setzen den Bauten zu. In mehreren Ländern bebt es bis zu 5.000 mal im Jahr; davon ab und zu mit Stärken von 6 und mehr. Zum Glück kann die Regierung Italiens 200.000 Euro in einen erdbebensicheren Sockel für die David-Statue investieren.
Selbst wenn die Florentiner solche Banausen wären wie Sie, so sind sie dennoch in der Lage sich auszurechnen, was der echte David jedes Jahr an Touristenströmen anlockt. Aber klar, für manche Leute ist Kultur natürlich nicht so wichtig, das ist was für Geldverschwender, besonders für diese faulen Südländer, die den ganzen Tag nur deutsche Steuergelder verprassen. Schauen Sie also ruhig weiter RTL2 und geniessen sie die Kostenlos-Kultur.
pric 21.12.2014
5. Kunst
nichts hält für immer. Man muss auch mal loslassen können und den Zerfall affirmieren, der grundsätzlicher Bestandteil des kreativen Prozesses ist...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.