Naturgewalt Zweite Tote bei Erdbeben in Westgriechenland

Am Meeresgrund vor der griechischen Insel Lefkas hat es ein heftiges Seebeben gegeben. Mindestens zwei Menschen kamen ums Leben, die Erdstöße verursachten ersten Berichten zufolge zudem Sachschäden.

Epizentrum des Erdbebens: Nahe der Insel Lefkas
GEVN/ GFZ

Epizentrum des Erdbebens: Nahe der Insel Lefkas


Ein Erdbeben hat den Westen Griechenlands erschüttert. In der griechischen Hafenstadt Patras und der Region Olympia rannten Tausende Menschen Berichten von Reportern zufolge auf die Straßen. Auf der Insel Lefkada gibt es offenbar Verletzte.

Eine 82-jährige Frau kam nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens auf Lefkas ums Leben, als eine Mauer einstürzte. Herabfallende Gegenstände hätten an vielen Orten Schäden verursacht.

Auch auf den Inseln Zakynthos und Korfu war das Beben stark spürbar. Im Dorf Athani habe ein Erdrutsch nach Augenzeugenberichten mehrere Häuser beschädigt. Dabei soll ein Mensch getötet worden sein.

Nach ersten Schätzungen des Helmholtz-Zentrums Potsdams GFZ hatte das Beben eine Stärke von 6,2. Der geologische Dienst der USA stufte es mit 6,5 heftiger ein. Die genaue Stärke wird erst nach Auswertung aller Daten bekannt.

Das Zentrum des Bebens lag im Seegebiet wenige Kilometer nordwestlich der Insel Lefkas in nur etwa zehn Kilometern Tiefe.

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In der Antike zerstörten Erdbebenserien - mehrere Starkbeben binnen kurzer Frist - zahlreiche Städte in der Region. Im Mittelalter kamen bei einzelnen Beben Zehntausende zu Tode.

Das Beben erinnert daran, dass der Boden des Mittelmeers in Bewegung ist; Afrika und Europa kommen sich unaufhaltsam näher. Vor Südeuropa schiebt sich die Afrikanische Erdplatte unter die Eurasische Platte, die dort in Tausende Teile zersprungen ist. Entlang der vielen Risse drohen Katastrophen.

Etwa drei Zentimeter pro Jahr drückt Afrika den Grund des Mittelmeeres unter die Eurasische Erdplatte im Westen und die Ägäische Platte im Osten.

Hält die kontinentale Wanderung an, wird das Mittelmeer in rund 50 Millionen Jahren verschwunden sein. Afrika stößt dann direkt an Europa, das heutige Algier und Palermo werden Vororte von Rom sein.

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Wo es in Europa bebt

boj/dpa/AP

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