Erderwärmung Kein Schnee mehr auf dem Kilimandscharo

In rund 20 Jahren könnte der Titel der Hemingway-Erzählung "Schnee am Kilimandscharo" endgültig der Vergangenheit angehören: Einer neuen US-Studie zufolge könnte dann das höchste Bergmassiv Afrikas aufgrund der Erderwärmung seine Eis- und Schneeschicht vollständig verloren haben.

Kilimandscharo mit schneebedeckten Kibo-Gipfel: In 20 Jahren eis- und schneefrei
DPA

Kilimandscharo mit schneebedeckten Kibo-Gipfel: In 20 Jahren eis- und schneefrei


Der Kilimandscharo verliert seine Eis- und Schneeschicht. Allein von 2000 bis 2007 sei die bestehende Eisfläche um 26 Prozent geschrumpft, berichten Wissenschaftler um Lonnie Thompson von der Ohio State University im Fachmagazin " Proceedings of the National Academy of Sciences". Und im Vergleich zu 1912 seien bereits 85 Prozent der Eiskappe verschwunden.

Angesichts dieser Entwicklung könnte der Kilimandscharo bereits in 20 Jahren völlig eisfrei sein, schreibt Thompson. Er verwies darauf, dass nicht nur die Fläche des Eises abnehme, sondern auch die Dicke. Zwischen 2000 und 2007 sei das Eis auf den Gipfeln im Norden und Süden des Bergmassivs 1,90 Meter beziehungsweise 5,10 Meter dünner geworden. Die Eiskappe des Furtwängler-Gletschers in der Nähe des Kibo-Bergs, der mit 5892 Meter höchsten Erhebung Afrikas, wurde demnach zwischen 2000 und 2009 um die Hälfte dünner.

Ernest Hemingway hatte dem zwischen Kenia und Tansania gelegenen Bergmassiv 1938 in seiner Erzählung "Schnee am Kilimandscharo" ein literarisches Denkmal gesetzt. Der Berg gehört zu den beliebtesten Reisezielen in Afrika.

lub/AFP/AP

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