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Erderwärmung: Neuseelands Gletscher schrumpfen dramatisch

In den letzten 30 Jahren sind die Gletscher in Neuseeland um elf Prozent kleiner geworden. Forscher führen die andauernde Schmelze auf steigende Temperaturen zurück. Noch ist unklar, ob die Eispanzer mit Fortschreiten des Klimawandels völlig verschwinden.

Der Klimawandel scheint auch Konsequenzen in den Neuseeländischen Alpen zu zeigen: In den Bergen auf der Südinsel Neuseelands schmilzt das Eis - und zwar so sehr, dass Experten vom National Institute of Water & Atmospheric Research (Niwa) nicht mehr an eine Rückkehr zum Zustand vor Beginn der menschengemachten Erderwärmung glauben.

Um 5,8 Kubikkilometer hat sich nach einer jetzt veröffentlichten Niwa-Studie das Volumen in den vergangenen 30 Jahren verringert. Dies entspricht einem Rückgang von fast elf Prozent. Mehr als 90 Prozent des gesamten Eisverlustes seien an zwölf der größten Gletscher festgestellt worden, darunter Tasman, Godley und Murchison, berichten die Forscher.

Das dramatische Schrumpfen findet im unteren Teil der Eisgiganten statt. An der oberen Gletscher-Spitze gebe es kaum Veränderungen, teilte das Institut mit. Dort falle jedes Jahr etwa die gleiche Schneemenge.

Der längste, der Tasman-Gletscher, schrumpfte von 23 auf 18 Kilometer. An mehreren Gletschern seien riesige Eisbrocken abgebrochen und geschmolzen und dann hätten Seen geformt. "Es ist klar, dass sie ihre frühere Länge ohne erhebliche Klimaabkühlung nie wieder erreichen werden", sagte der leitende Niwa-Wissenschaftler Jim Salinger. Die entstandenen Seen würden nun die weitere Entwicklung der Gletscher blockieren.

"Angesichts der weiteren Erderwärmung wird sich die starke Schmelze der Gletscher wahrscheinlich fortsetzen", sagte Salinger. Die zwölf großen Eisgiganten Neuseelands hätten den Wendepunkt schon überschritten. "Es ist nicht klar, ob die Gletscher wegen des künftigen Klimawandels völlig verschwinden werden."

Eine ganz ähnliche Entwicklung beobachten Wissenschaftler auch in den europäischen Alpen. Sie fürchten, dass schon in 30 Jahren nur noch die größten und höchstgelegenen Eisriesen übrig sein werden. Gletscher schrumpfen jedoch nicht nur in Gebirgen, sondern auch in Grönland und der Antarktis - mit dramatischen Folgen für den Meeresspiegel. Das dort schrumpfende Eis trägt mit zehn Prozent zum Anstieg des Meeresspiegels bei. Der Nettoverlust in Grönland und der Antarktis beträgt 125 Gigatonnen Eis pro Jahr.

hda/dpa

Korrektur: Die Größenordnung des Eisverlustes der Gletscher war in der ersten Textversion falsch angegeben: Die richtige Zahl lautet 5,8 Kubikkilometer.

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Neuseeland: Schmelzendes Eis

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