Erderwärmung: Polar-Eis schmilzt immer schneller

Die globale Erwärmung lässt das Eis am Nord- und Südpol schneller schmelzen als bisher erwartet. Der Anstieg der Temperaturen durch den Treibhauseffekt löst nach Warnungen von Wissenschaftlern auch immer mehr Naturkatastrophen wie jüngst die Hurrikane in der Karibik, die Taifune im Westpazifik sowie Dürren und Überschwemmungen aus.

Zerstörungen durch einen Taifun in Japan: Treibhauseffekt löst immer mehr Naturkatastrophen aus
AP

Zerstörungen durch einen Taifun in Japan: Treibhauseffekt löst immer mehr Naturkatastrophen aus

Peking - Die Bedrohung der Ökosysteme durch den Klimawandel und die Gefahren für die Nahrungsmittelversorgung seien schon heute in vielen Regionen der Erde spürbar, stellten 60 Experten aus 26 Ländern auf einer Klimakonferenz in Peking fest. Die Fachleute hatten bis Sonntag vier Tage ihr Wissen ausgetauscht.

"Es gibt große Gefahren durch Klimaveränderungen, wenn nicht drastische Maßnahmen ergriffen werden", sagte am Sonntag der Ozeanexperte und Klimawissenschaftler Stefan Rahmstorf vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung. Er sprach von "alarmierenden Beobachtungen" am Nordpol und in der westlichen Antarktis, wo das Eis schneller als vorhergesagt wegschmelze. "Es passiert mit einer Geschwindigkeit, die vor ein paar Jahren nicht für möglich gehalten worden wäre." Der Meeresspiegel steige schneller, auch drohten Veränderungen der Meeresströme. Rahmstorf warnte vor einem "völligen Zusammenbruch des Nordatlantikstroms", der in Europa zu einer abrupten Abkühlung und einem Anstieg des Meeres um einen Meter führen würde.

Für die Umweltkonferenz im Dezember in Buenos Aires versuchten die Experten nach Regionen zu definieren, was dort eine "gefährliche" Störung des Klimasystems darstellt, die nach Artikel 2 der Uno-Klimakonvention von 1992 verhindert werden muss. Dabei wurden Regionen wie Grönland, wo die Erwärmung viel schneller voranschreitet, Afrika, Südasien, China, Australien, die Amazonas- Region, Russland, die Karibik und die Pazifikinseln schon bei geringen Erwärmungen von ein oder zwei Grad als besonders gefährdet eingestuft. Experten rechnen bis 2030 bereits mit einem Anstieg der Temperaturen um 1,5 bis 3,5 Grad.

Die Wissenschaftler begrüßten Russlands Ratifizierung des Kyoto-Protokolls zur Verringerung der klimagefährlichen Gase. Dies bringe den Prozess zur Verringerung der Treibhausgase endlich in Gang. Doch sei es nur ein "erster kleiner Schritt". Statt der vereinbarten Reduktion um 5 Prozent unter das Niveau von 1990 wären eigentlich 60 Prozent nötig, sagte Rahmstorf. Der Umweltexperte Atiq Rahman aus Bangladesch unterstrich, die Industrieländer müssten beim Abbau der Treibhausgas-Emissionen vorangehen, wenn künftig auch aufstrebende Wirtschaftsnationen wie China mitmachen sollen.

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