Riesiges Erdloch in Neuseeland Heftiger Regen brachte den Boden zum Bersten

In Neuseeland klafft seit einigen Tagen ein riesiger Riss in der Erde. Nun liefern Forscher eine Erklärung, wie er entstanden ist.

AP/ Newshub

In Neuseeland hat sich die Erde aufgetan. Rund 15 Kilometer südöstlich des Ortes Rotorua auf der Nordinsel zieht sich ein ungefähr 200 Meter langer und 20 Meter tiefer Riss durch den Boden, stellenweise ist er bis zu 30 Meter breit.

Obwohl die Region dafür bekannt ist, dass sich immer wieder Risse in der Erde bilden, handelt es sich wohl um eines der größten Erdlöcher, die jemals in Neuseeland entdeckt wurden.

"Das größte derartige Loch, das ich bislang gesehen habe, hatte etwa ein Drittel der Größe von diesem. Das hier ist also wirklich groß", sagte Vulkanexperte Brad Scott von der privaten Forschungsfirma GNS Science. Der Forscher will nicht ausschließen, dass der Riss weiter wächst.

Laut Scott könnte sich der Riss über etwa hundert Jahre hinweg unterirdisch entwickelt haben. Regen habe den Kalkstein im Untergrund über die Jahrzehnte immer weiter abgetragen. Als es dann schließlich Ende April etwa eine Woche lang stark regnete, brach die Erde auf.

Erdlöcher entstehen typischerweise durch Grundwasser, dass sich seinen Weg durch vergleichsweise leicht auswaschbaren Untergrund wie Kalkstein bahnt. Dabei bilden sich unterirdische Hohlräume. An der Oberfläche ist davon zunächst nichts zu sehen. Doch werden die unterirdischen Höhlen zu groß, bricht der Untergrund mit einem Mal auf.

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Spektakuläre Erdlöcher: Und plötzlich sackt der Boden ab

Blick in die Vergangenheit

Das Loch in Neuseeland ermöglicht Geologen durch seine große Tiefe einen Blick in die Vergangenheit. Sie können - wie in einem Bohrkern - erkennen, welche Gesteinsschichten sich über Jahrtausende in der Region abgelagert haben.

"Am Grund des Risses kann ich 60.000 Jahre alte vulkanische Überreste erkennen, die aus dem Krater stammen, in dem der Riss liegt", sagte Scott dem neuseeländischen Sender TVNZ. Darauf seien zehn bis zwölf Meter Sedimente zu erkennen. Diese seien Rückstände von Seen, die sich vor Zehntausenden Jahren in dem Krater gebildet hatten. Darauf lägen noch einmal drei Meter vulkanische Asche.

Wissenschaftler wollen den Riss in den kommenden Wochen weiter untersuchen.

Entdeckt hatte das Loch vor ungefähr einer Woche ein Mitarbeiter einer Farm, als er am frühen Morgen Kühe mit einem Motorrad zum Melken zusammentrieb. Erst später, als es hell wurde, sei klar geworden, wie groß das Loch tatsächlich ist, berichtete er. Nun soll ein Zaun die Tiere vor dem Absturz schützen.

jme



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