Erneuerbare Energien Materialaufwand macht sich bezahlt

Sind Wind- und Solarkraft in puncto Umweltschutz wirklich Kohlekraftwerken überlegen? Forscher haben gerechnet: Trotz des größeren Materialbedarfs, der durch erneuerbare Technologien verursacht wird, liegen sie deutlich vorn.

Erneuerbare bleiben überlegen: "Bei Verdoppelung der Stromproduktion bleiben umweltschädliche Emissionen bis 2050 auf heutigem Niveau"
AFP

Erneuerbare bleiben überlegen: "Bei Verdoppelung der Stromproduktion bleiben umweltschädliche Emissionen bis 2050 auf heutigem Niveau"


Trondheim - Der Aufwand für die Energiewende lohnt sich: Zwar werden für den Ausbau von Wind- und Solarenergie große Mengen mancher Rohstoffe wie Kupfer oder Eisen gebraucht. Trotzdem fällt die Umweltbilanz für den Ausbau erneuerbarer Energien deutlich besser aus als für die Stromerzeugung mit fossilen Brennstoffen wie Kohle und Erdgas. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von Thomas Gibon und Edgar Hertwich von der norwegischen Universität Trondheim und ihrer Kollegen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS).

Auf der Basis von Daten der Internationalen Energie-Agentur (IEA) berechneten die Wissenschaftler die Umwelteinwirkung und den Materialverbrauch der verschiedenen Kraftwerksarten. Dabei kalkulierten sie auch technische Fortschritte bei der Energieerzeugung und Materialproduktion ein. Ergebnis: Beim Verbrauch von Eisen, Kupfer, Aluminium und Beton in Kilogramm pro Kilowattstunde schneiden Wind-, Sonnen- und Wasserkraftwerke schlechter ab als Kohle- und Erdgaskraftwerke.

Kein Vergleich bei Giftigkeit

Trotz des Materialverbrauchs liegen die erneuerbaren Energien jedoch nach Umweltgesichtspunkten deutlich vorn. Betrachtet wurden der Ausstoß von Treibhausgasen und Feinstaub, die Giftigkeit für Ökosysteme, die Nährstoffüberversorgung in Gewässern (Eutrophierung) und der Landverbrauch. Selbst Schutzmaßnahmen wie die Kohlendioxidabscheidung und -speicherung (Sequestrierung) verbesserten die Bilanz der Kohle- und Erdgaskraftwerke kaum, da diese Verfahren ebenfalls Material und Energie verbrauchen.

Fotostrecke

4  Bilder
Erneuerbare Energien: Vorteil China
Beim Blick auf den Zeitraum 2010 bis 2050 ergebe sich ein klarer Vorteil für die Windkraft- und Solartechnologien, schreiben die Forscher. "Die Umweltverschmutzung, die durch den größeren Materialbedarf dieser Technologien verursacht wird, ist klein im Vergleich zu den direkten Emissionen von Kraftwerken mit fossilen Brennstoffen." Den Berechnungen zufolge verbrauchen Fotovoltaikanlagen bis zu 40-mal mehr Kupfer als herkömmliche Kraftwerke gleicher Leistung. Bei Windkraftanlagen ist der Eisenverbrauch bis zu 14-mal höher.

Dennoch würden zwei derzeitige Jahresproduktionen Kupfer und eine Jahresproduktion Eisen ausreichen, um den 2050 weltweit benötigten Strom mit Wind- und Sonnenkraft zu erzeugen, errechneten die Forscher. Bei Kupfer bestehe jedoch die Gefahr, dass es eines Tages durch einen anderen Stoff ersetzt werden müsse. Mit den erneuerbaren Energien sei es möglich, bei einer Verdoppelung der Stromproduktion die umweltschädlichen Emissionen bis 2050 auf heutigem Niveau zu halten oder gar zu senken.

nik/dpa

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 54 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Aquifex 07.10.2014
1.
...und weder werden die nötigen Back-Ups einfach außen vor gelassen. Albern!
spon-facebook-10000283853 07.10.2014
2. Ein bisschen Googeln ...
Wer sind die beiden, die die Studie gemacht haben? Einfach mal googlen ... "Thomas Gibon; Edgar Hertwich. Limiting climate change by stabilizing the global temperature requires the near complete phase-out of conventional fossil fuel ..." Aha. Wie gut, dass sich da die "Erneuerbaren" so toll rechnen ;)
spmc-122226439819235 07.10.2014
3. Ich lüge ihnen jede Statistik/Gutachten richtig !
Als Dipl.-Ing. f.Maschinenbau sage ich ihnen grob überschlägig,mit etwas Berufserfahrung (35 Jahre) ,die Aussagen in ihrem Artikel sind unrichtig und wieder dem "guten Thema " hingebeugt.Kein Ozonloch,kein menschgemachter JKlimawandel und die Materialausnutzung - Energieaufwandsquote ist auch gelogen.Also weiter mit der Volksverdummung.
cabona 07.10.2014
4. Der Krux mit Studien...
Der Krux mit Studien ist immer die Fragestellung. Fügt man auch noch Neodym der Fragestellung hinzu, bekommt z.B. Windkraft schon einmal einen ganz schön Schahlen Beigeschmack.
cabona 07.10.2014
5. Der Krux mit Studien...
Der Krux mit Studien ist immer die Fragestellung. Fügt man auch noch Neodym der Fragestellung hinzu, bekommt z.B. Windkraft schon einmal einen ganz schön Schahlen Beigeschmack.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.