Abstimmung EU-Parlament will Elektrofischerei weiter einschränken

Fische schwimmen zur Elektrode, wo sie eingesammelt werden können: Das Elektrofischen sorgt für große Ausbeute - aber es soll eingeschränkt werden.

DPA


Das EU-Parlament hat sich gegen eine Ausweitung der umstrittenen Elektrofischerei ausgesprochen. Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte in Straßburg für einen entsprechenden Änderungsantrag am Gesetzesvorschlag der EU-Kommission.

Die Kommission hatte vorgeschlagen, die Einschränkungen beim Elektrofischen zu lockern. Dem widersprachen die Abgeordneten nun.

Bislang ist die Technik bereits in kleinem Umfang in Teilen der Nordsee erlaubt. Bei der umstrittenen Methode werden Fischernetze mit Elektroden ausgestattet. Der Strom sorgt unter anderem dafür, dass Fische vom Meeresgrund aus in die Netze getrieben werden.

Gleichstrom durchs Wasser geleitet

Beim Elektrofischen wird Gleichstrom durchs Wasser geleitet, sodass Fische im Stromkreis zur Pluspol-Elektrode schwimmen, wo sie eingesammelt werden können. Strenge Regelungen sollen das Risiko für Anwender mindern.

Auch Biologen nutzen die Methode im Kleinen, wenn sie die Artenvielfalt in Gewässern bestimmen wollen. Dabei kommt meist ein kleiner Kescher zum Einsatz. Die Forscher lassen die gefangenen Fische nach der Bestimmung aber in der Regel wieder frei.

Umweltorganisationen geißeln die Elektrofischerei als schädlich. So gehe dabei mehr unerwünschter Beifang ins Netz als bei konventionellen Methoden. Der WWF begrüßte die Entscheidung des Parlaments.

Am Dienstag ging es im EU-Parlament nicht nur um die Elektrofischerei. Die Abgeordneten einigten sich in einer Abstimmung auf ihre gemeinsame Position in den anstehenden Verhandlungen über ein geplantes Fischerei-Gesetzespaket, das mehr als 30 bestehende Regelungen erneuern und bündeln soll. Bevor das Paket verabschiedet werden kann, müssen sich Parlament und EU-Staaten auf einen Kompromiss einigen.

boj/dpa



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ade 17.01.2018
1. Und
dann das Geschrei Hilfe Hilfe die Meere leergefischt. Außer zur Arterhaltung das elektrofischen ganz verbieten.
peter_1974 17.01.2018
2.
Konventionelle Methoden der Fischerei erzeugen jedes Jahr geschätzte 1.200 km herrenloser Treibnetze, die nicht verrotten und permenent die Meere durchpflügen und nicht selten den Meeresgrund umgraben. Wenn Elektrofischerei diese Entwicklung stoppt, sehe ich darin einen großen Vorteil.
mhwse 17.01.2018
3. wenn dadurch alle aktiv beweglichen Lebewesen
Zitat von peter_1974Konventionelle Methoden der Fischerei erzeugen jedes Jahr geschätzte 1.200 km herrenloser Treibnetze, die nicht verrotten und permenent die Meere durchpflügen und nicht selten den Meeresgrund umgraben. Wenn Elektrofischerei diese Entwicklung stoppt, sehe ich darin einen großen Vorteil.
betroffen sind (und vermutlich auch irreparabel beschädigt werden) - sollte man es dringendst sein lassen. halten Sie mal die Elektroden einer Batterie in das Seewasser Aquarium das Sie gerade für 5000 EUR eingerichtet haben - bzw. tun Sie es besser nicht .. Was Glyphosat mit den verschwundenen Insekten (z.B. schlicht weil Futterpflanzen fehlen ..) auf dem Land - wäre Elektrofischerei im Wasser (dort weil auch die kleineren Fische der Nahrungskette geschädigt/gefangen werden..). Im Grunde (es schwierig - ist bekannt) sollte Wildfisch gar nicht mehr gefangen werden - weder mit Netz noch elektrisch. Sonst ist das Meer bald eine Wüste .. Langfristig bleibt eine Aquakultur - mit richtiger Anwendung (auch das Futter muss ökologisch richtig hergestellt werden) - der einzige Ausweg. Noch später muss ggf. auf Meerespflanzen / Algen ausgewichen werden, um Milliarden von Menschen ernähren zu können. Tiere zu essen die quasi (Pflanzen) essende Stellvertreter sind - ist leider - eine steinzeitliche Methode (hat da gut funktioniert - weil der Anteil des Fangs noch gering war - es wurden aber auch da schon Tiere ausgerottet .. ggf. tragen diese aber Kenntnisse wie man Bakterien kontrolliert - oder andere Dinge die wir gar nicht mehr fragen können oder sind schlicht wertvoll weil sie da sind und den Planeten so erhalten, dass auch Mensch darauf leben kann .. eben auch aus menschlicher Sicht "böse", "hässliche", "nutzlose" Lebewesen - das Weltall und der Planet fragt Mensch aber nun mal nicht .. ob es ihm in seinem naiven auf ihn selbst zentrierten Harmoniedenken - gefällt ..) Und nicht vergessen: im Umkreis von Milliarden Kilometern (50-100 Lichtjahren jedenfalls auch ..) ist die Erde aktuell die einzige für uns nutzbare Insel. Inseln sollte man immer nur dann im Raubbau zerstören - wenn man schon eine neu hat - Ham wir aber nicht. (ggf. den Herren Trump/Putin - neuerdings auch Schulz mal mitteilen .. )
peter_1974 17.01.2018
4.
Zitat von mhwsebetroffen sind (und vermutlich auch irreparabel beschädigt werden) - sollte man es dringendst sein lassen. halten Sie mal die Elektroden einer Batterie in das Seewasser Aquarium das Sie gerade für 5000 EUR eingerichtet haben - bzw. tun Sie es besser nicht .. Was Glyphosat mit den verschwundenen Insekten (z.B. schlicht weil Futterpflanzen fehlen ..) auf dem Land - wäre Elektrofischerei im Wasser (dort weil auch die kleineren Fische der Nahrungskette geschädigt/gefangen werden..). Im Grunde (es schwierig - ist bekannt) sollte Wildfisch gar nicht mehr gefangen werden - weder mit Netz noch elektrisch. Sonst ist das Meer bald eine Wüste .. Langfristig bleibt eine Aquakultur - mit richtiger Anwendung (auch das Futter muss ökologisch richtig hergestellt werden) - der einzige Ausweg. Noch später muss ggf. auf Meerespflanzen / Algen ausgewichen werden, um Milliarden von Menschen ernähren zu können. Tiere zu essen die quasi (Pflanzen) essende Stellvertreter sind - ist leider - eine steinzeitliche Methode (hat da gut funktioniert - weil der Anteil des Fangs noch gering war - es wurden aber auch da schon Tiere ausgerottet .. ggf. tragen diese aber Kenntnisse wie man Bakterien kontrolliert - oder andere Dinge die wir gar nicht mehr fragen können oder sind schlicht wertvoll weil sie da sind und den Planeten so erhalten, dass auch Mensch darauf leben kann .. eben auch aus menschlicher Sicht "böse", "hässliche", "nutzlose" Lebewesen - das Weltall und der Planet fragt Mensch aber nun mal nicht .. ob es ihm in seinem naiven auf ihn selbst zentrierten Harmoniedenken - gefällt ..) Und nicht vergessen: im Umkreis von Milliarden Kilometern (50-100 Lichtjahren jedenfalls auch ..) ist die Erde aktuell die einzige für uns nutzbare Insel. Inseln sollte man immer nur dann im Raubbau zerstören - wenn man schon eine neu hat - Ham wir aber nicht. (ggf. den Herren Trump/Putin - neuerdings auch Schulz mal mitteilen .. )
Ich habe mich noch nie mit Elektrofischerei beschäftigt, daher mag diese Frage naiv klingen, aber ist Elektrofischerei nicht "nur" eine punktuelle Zerstörung? Im Gegensatz zu Treibnetzen, die ja größere Flächen zerstören, vor allem wenn sie sich losreißen. Klar, am besten wäre erst mal garkeine industrielle Fischerei mehr, aber das ist wohl leider illusorisch. Wäre daher eine punktuelle Zerstörung einer flächendeckenden Zerstörung nicht vorzuziehen?
112211 17.01.2018
5. Nachhaltig??
Nachhaltigkeit sieht aber anders aus. Während in der tierverarbeitenden Industrie nahezu ausschließlich Fleisch aus entsprechenden Betrieben genommen wird, ist das in der fischverarbeitenden Industrie noch nicht angekommen. Vergleichsweise wenig kommt aus Aquakulturen. Somit ist es schon fast egal, ob mit oder ohne E-Fischerei gearbeitet wird. Ok, der Beifang ist dabei noch probematischer. Aber im Grundsatz sind herkömmliche und E-Fischerei schädlich.
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