Evolution: Zebrastreifen schützt vor Stichen

Die markante Musterung des Zebras treibt Biologen schon lange um. Nun belegt der Praxistest einen Vorteil der Streifen: Blutsaugende Insekten wie Bremsen scheinen gestreifte Flächen eher zu ignorieren. Gelöst ist das Rätsel der Zebrastreifen damit jedoch nicht.

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Streifen im richtigen Abstand: Zebras halten sich Bremsen vom Leib

Wie kam das Zebra zu seinen Streifen? Weil sie dadurch schwieriger für große Raubtiere zu entdecken sind? Weil sie eher Insektenstichen entgehen? Oder gibt es noch einen anderen Grund? Eine eindeutige Antwort auf die Frage können Biologen nicht geben. Schwedische und ungarische Forscher können nun zumindest eine der diskutierten Theorien durch Experimente stützten: Das Steifenmuster sorgt wohl dafür, dass Zebras weniger von Bremsen gestochen werden.

Forscher um Susanne Åkesson von der Universität Lund führten mehrere praktische Tests durch, um die Wirkung von Streifen auf Insekten zu untersuchen. Wie sie im "Journal of Experimental Biology" berichten, stechen Bremsen dunkle Pferde eher als weiße. Die Biologen prüften auf einem ungarischen Pferdehof welche Farben und Muster die Insekten anziehen.

Dazu stellten sie Pferdemodelle auf - und zwar schwarze, graue, weiße und gestreifte. Die Streifen waren zudem unterschiedlich breit und verschieden zueinander angeordnet. Die Insekten verfingen sich in Öl oder Klebstoffen, sobald sie auf einer der Attrappen landeten. Dadurch konnten die Forscher bestimmen, welches Muster die Bremsen mehr anzog und welches weniger.

Tatsächlich lockte die Optik, die dem Zebrafell am ähnlichsten war, die wenigsten Insekten an. "Wir folgern, dass die Tiere ein Fellmuster entwickelt haben, bei dem die Streifen so schmal sind, dass sie eine minimale Attraktivität für Bremsen haben", schreibt das Team.

Evolutionärer Vorteil

Bremsen sind nicht nur lästig für Tiere, weil sie schmerzhafte Stiche hinterlassen, sie können auch Krankheiten übertragen. Das geht den Forschern zufolge im Falle von Zuchtvieh oft so weit, dass es zum wirtschaftlichen Problem für die Landwirte wird: Die Tiere magern ab und Kühe produzieren weniger Milch.

Die in Afrika lebenden Zebras sind in freier Wildbahn vielen Bremsen ausgesetzt. Demnach könnte es ein evolutionärer Vorteil sein, wenn sie die blutsaugenden Insekten durch ihr Fellmuster weniger anziehen. Ob es allerdings die einzige Ursache ist oder ob andere Faktoren die Streifenbildung zusätzlich begünstigt haben, kann die Studie nicht beantworten.

wbr/dpa

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