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Experiment mit Mäusen Stress verbessert das Gedächtnis

Labormaus (Archivbild): Schwimmen als StresssituationZur Großansicht
dpa

Labormaus (Archivbild): Schwimmen als Stresssituation

Wer gerade eine stressige Situation hinter sich gebracht hat, erinnert sich besser an zuvor Gelerntes. Dies haben Forscher bei Versuchen mit Mäusen beobachtet. Die Erkenntnis kann womöglich helfen, Therapien gegen Angstzustände zu verbessern.

San Francisco - Geistige Anspannung erhöht das Erinnerungsvermögen. Diesen Schluss legt eine Studie nahe, die tschechische und US-amerikanische Wissenschaftler mit Mäusen durchgeführt haben. Die Forscher wollen nun den Einfluss von Stress auf das Gedächtnis genauer untersuchen, vor allem im Hinblick auf Angststörungen wie die Posttraumatische Belastungsstörung, bei der negative Erlebnisse unbewusst mit eigentlich harmlosen Situationen verknüpft werden. Der Schlüsselfaktor könnte auch hier der Stress sein, vermuten die Wissenschaftler.

Ein besseres Verständnis der Verknüpfungsvorgänge trage daher möglicherweise zu effektiveren Therapien bei, hoffen die Forscher um André Fenton von der New York University. Sie berichten von ihren Ergebnissen im Fachmagazin "Plos Biology".

Für ihre Studie ließen die Wissenschaftler die Mäuse zunächst ein Labyrinth erkunden. Anschließend setzten sie die Hälfte der Tiere einer Stresssituation aus, indem sie sie durch einen Wasserbehälter schwimmen ließen. Die andere Hälfte der Mäuse wurde ebenfalls in einen Behälter mit Wasser gesetzt, allerdings mit so niedrigem Wasserstand, dass die Tiere problemlos hindurchwaten konnten.

Stress als entscheidendes Bindeglied?

Anschließend wurden die Nager erneut mit dem Labyrinth konfrontiert - mit eindeutigem Ergebnis: Die Mäuse, die zuvor Stress erfahren hatten, erinnerten sich deutlich besser an den Weg durch den Irrgarten als die Kontrolltiere. "Unsere Resultate zeigen, dass Stress das Gedächtnis aktivieren kann, selbst wenn die Erinnerungen nicht mit der Stresssituation in Verbindung stehen", sagt Fenton.

Die Ergebnisse könnten auch helfen, Angststörungen wie die Posttraumatische Belastungsstörung besser zu verstehen, glauben die Forscher. Unter dieser Bezeichnung werden körperliche und psychische Symptome zusammengefasst, die infolge eines traumatischen Erlebnisses wie etwa eines schweren Unfalls oder einer Vergewaltigung auftreten.

Neben häufigen Symptomen wie Depressionen, Angstzuständen, Selbstverletzungen und Schlafstörungen verbindet eine weitere Auffälligkeit viele Trauma-Opfer: Sie meiden Orte, Menschen und Aktivitäten, die die Erinnerungen an das schlimme Erlebnis wachrufen könnten. Die gemiedenen Situationen sind dabei oft an und für sich völlig harmlos und eigentlich nicht mit dem Ereignis verknüpft.

Teil vieler Therapien ist es, die trotzdem empfundene Verbindung mit dem traumatischen Ereignis zu lösen. Dies könnte umso effektiver gelingen, je besser verstanden wird, wie diese Verknüpfung bei den Betroffenen entsteht. Die neuen Ergebnisse legten nun nahe, dass das entscheidende Bindeglied auch hier der Stress sein könnte, sagen die Wissenschaftler. Denn auch bei den Mäusen habe sich offensichtlich nicht allein die Stresssituation ins Gedächtnis eingebrannt, sondern auch ein vorhergehendes Ereignis, nämlich der Gang durchs Labyrinth.

hda/dapd

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