EU-Bericht Fischbestände im Mittelmeer sind massiv überfischt

Für die Fische im Mittelmeer sieht es nicht gut aus: 93 Prozent der Bestände sind laut einer EU-Analyse überfischt. Sie dient als Grundlage für die Fangquoten im kommenden Jahr.

Dorsche nach dem Anlanden in Heiligenhafen (Archivbild): Die Ostsee wurde 2014 in erträglichem Ausmaß befischt
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Dorsche nach dem Anlanden in Heiligenhafen (Archivbild): Die Ostsee wurde 2014 in erträglichem Ausmaß befischt


Die Fischbestände in den Gewässern Nordeuropas werden schonender bewirtschaftet als noch vor einigen Jahren. Im Mittelmeer dagegen geht es den Fischen schlecht, berichtet die Europäische Kommission in ihrem jährlichen Report. Die EU-Kommission stützt sich darin auf die Erkenntnisse von Wissenschaftlern.

Laut dem Bericht wird etwa die Hälfte aller bewerteten Bestände im Nordost-Atlantik, der Nordsee und der Ostsee 2014 in einem langfristig verträglichen Ausmaß befischt. 2009 war dies nur bei 14 Prozent der Fall, teilte die Brüsseler Behörde am Dienstag mit.

Massive Überfischung im Mittelmeer

Ein "düsteres Bild" zeigt sich nach Angaben der Behörde hingegen im Mittelmeer: 93 Prozent der ausgewerteten Bestände sind überfischt, im Schwarzen Meer sind es 86 Prozent. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Regionen von Europäern oder Entwicklungsländern befischt wurden.

"Der Erfolg in den nördlichen Gewässern zeigt, dass nachhaltige Fischerei möglich ist", sagte Karmenu Vella, Kommissar für Umwelt, Maritime Angelegenheiten und Fischerei in der EU-Kommission. Nun müsse man die guten Ergebnisse festigen und die Bemühungen im Mittelmeer steigern.

Der vorgelegte Bericht ist die Grundlage für den Vorschlag zu Fangmengen für das kommende Jahr, den die Behörde im Herbst vorlegen will. Die EU-Staaten müssen sich untereinander auf diese Quoten einigen und können nun neben Vertretern der Fischindustrie und Non-Profit-Organisationen zu dem Bericht Stellung nehmen.

jme/dpa



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insgesamt 17 Beiträge
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menschsagmal 02.06.2015
1. Dann einfach mal
Für ein paar Jahre aussetzen oder verstärkt auf Fischfarmen setzten
brux 02.06.2015
2. Hinweis
Die Situation der Fische ist umgekehrt proportional zur Anzahl der Aufsichtsbeamten. Auch hier zeigt sich einmal mehr, dass im Süden das Amt wichtiger ist als die aktuelle Betätigung im selbigen.
vikking 02.06.2015
3. alles relativ
Man sollte mal analysieren, wieviel Fisch Nordeuropa aus dem Mittelmeer und dem schwarzen Meer einkauft. Wenn ich hier billig einkaufe, kann ich die Bestände im Atlantik schonen und stehe gut da.
LK1 02.06.2015
4. Das geht so weiter..
...bis kein Fisch mehr gefangen werden kann. Ist doch klar. Der Mensch ist auch in der Beziehung wenig vernunftbegabt und wird sich auch weiterhin nicht in seine Essgewohnheiten reinreden lassen. Die schlauen und stolzen Deutschen schon mal gar nicht.
dertorsten 02.06.2015
5.
Da ist ja in einigen Ländern nach dem "arabischen Frühling" die staatliche Ordnung etwas 'angeknackst' - um nicht zu sagen, nicht mehr vorhanden. Also ist halt niemand mehr da, der dafür sorgt, dass die großen Fabrikschiffe der EU-Staaten (und anderer) nicht mehr das ganze Meer leerfischen. Und die ehemaligen Fischer sind jetzt halt im Transportgewerbe tätig, gelegentlich wird das "Schlepper" genannt. Das ist sicher nur ein Teil der Medaille - aber sicherlich haben die Lage in Syrien, Libyen und auch anderen Staaten da etwas mit zu tun.
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