Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Gefiederte Echsen: Alle Dinosaurier könnten Federn getragen haben

Gefiederte Dinosaurier galten lange als Seltenheit. Jetzt aber haben Forscher Fossilien entdeckt, die nahelegen, dass Federn unter den Urzeit-Echsen weit verbreitet waren. Möglicherweise hätten sogar alle ein Gefieder besessen.

Urzeit-Echsen: Dinosaurier mit Federkleid Fotos
Andrey Atuchin / Science / dpa

Noch vor Jahren ähnelten sich alle Dinosaurier-Darstellungen in einer Hinsicht: Die Urtiere hatten allesamt eine glatte, meist grünliche Haut, so wie heute viele Echsen. Doch das Gegenteil könnte der Fall gewesen sein, wie eine Studie nun besagt.

Dass Dinosaurier Federn trugen, Millionen Jahre bevor es die ersten Vögel hab, ist lange bekannt. Schon Charles Darwin hatte diese Überlegung angestellt, als er das Skelett eines kleinen Theropoden mit dem des Urvogels Archaeopteryx verglich. Erkenntnisse aus den vergangenen Jahrzehnten verstärkten diesen Eindruck, sodass Biologen die Vögel den Theropoden in der Ordnung der Echsenbeckendinosaurier zuordnen. Demnach sind die Vögel eng mit zweibeinigen Fleischfressern wie Tyrannosaurus und Velociraptor verwandt.

Allerdings gab es auch die Theorie, dass Federn nicht nur auf diesen Stamm beschränkt, sondern weiter verbreitet waren. Und sie bekommt nun neue Nahrung. Ein Team um Pascal Godefroit vom Königlichen Belgischen Institut für Naturwissenschaften in Brüssel hat Teile von sechs Schädeln und Hunderte Skelette aus Russland untersucht. Im Fachmagazin "Science" beschreiben die Forscher nun einen neuen Dinosaurier, der Federn besaß - und außerhalb der Theropoden steht.

Federn auf Kopf, Brust und Rücken

Der im Südosten Sibiriens entdeckte Dinosaurier mit dem wissenschaftlichen Namen Kulindadromeus zabaikalicus war demnach nur 1,50 Meter lang. Der Pflanzenfresser auf zwei Beinen gehört zur Ordnung der Vogelbeckendinosaurier. Diese sind - trotz ihres Namens - nicht die Vorfahren der heutigen Vögel.

Kulindadromeus zabaikalicus lebte nach Angaben der Forscher im Mittel- bis Oberjura, vor etwa 144 bis 169 Millionen Jahren. Das Tier hatte einen kurzen Schädel, verlängerte Hinterläufe, kurze Vorderläufe und einen langen Schwanz. Anhand von gut erhaltenen Hautabdrücken fanden die Forscher drei unterschiedliche Arten von Schuppen und drei Formen von federartigen Strukturen.

Haarähnliche Urfedern wuchsen den Erkenntnissen zufolge auf dem Kopf, auf der Brust und auf dem Rücken. Die oberen Bereiche der Vorder- und Hinterläufe seien mit etwas bewachsen gewesen, das an Daunenfedern erinnert, schreiben die Forscher. Am Schienbein fanden sie Büschel von sechs bis sieben bandartigen Elementen, die mehr oder weniger eng gebündelt waren und sich nahe an der Knochenoberfläche befanden. Eine solche Urfederform sei bisher noch nie beschrieben worden, so die Forscher.

Aus ihren Forschungsergebnissen folgern sie, wie einige Wissenschaftler vor ihnen, dass Federn bei den Dinosauriern zunächst dem Wärmeschutz oder der Signalwirkung, etwa in der Paarungszeit, dienten. Erst später in der evolutionären Entwicklung hätten Federn einen Vorteil beim Fliegen erbracht. "Federn", schreiben Godefroit und seine Kollegen, "könnten schon bei den frühesten Dinosauriern vorhanden gewesen sein."

mbe/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. das ist
firehorse67 25.07.2014
kein geheimnis und schon lange bekannt. es gibt wissenschaftler die sind der meinung: nicht alle dinosaurier waren vögel, aber alle vögel sind dinosaurier.
2. Fliegende Schildkröten.....
megamekerer 25.07.2014
Eine der gute Eigenschaften von Wissenschaftlern ist, dass sie alles auf allem übertragen und so eine virtuelle Feldstudie über Dinosaurier machen um die Wissenslücke zu füllen. So geht es aber nicht, man braucht stichhaltige Beweise wenn man keine Federreste, kein DNA, Keine Fossielien usw... besitzt. Das Tierwelt in Urzeit beherbergte viele Tierarten und einige haben bis heute überlebt, ich rede von Urzeittieren die keine Federn besaßen, und trotzdem zu Dinos gehören, wie Krokodile, wie Schildkröten, wie Komodowaran. Dass alle Vögeln von Dinos stammen kann auch auf einige Ausnahmen zutreffen, aber die Wissenschaft hat noch keine eindeutiger Klassifizierung für diese Arten vorgenommen und daher können wir nicht pauschal behaupten alle Vögeln waren Dinos. Wenn wir in DNA Analyse etwas weiter vordrängen könnten und Regressionanalyse machen könnten, dann könnten wir vielleicht die Wege der Evolution besser verstehen und beschreiben und am Ende feststellen ob Krokodile auch Feder besaßen. Es ist Irrtum ein Pauschalaussage über etwas zu machen was noch gänzlich unbekannt ist, wenn Schildkröten Federn an ihre Panzer hatten, dann musste wohl die Urzeit eine lustige Zeit gewesen sein.
3. Blöd.
831nl4u51 25.07.2014
Blöd, dass die gezeigten Beispiele in #2 allesamt recht primitive Reptilien, dabei aber keineswegs Dinosaurier sind, ebensowenig wie Quastenflosser, Blaualgen und andere lebende Fossilien.
4.
Tiananmen 25.07.2014
Zitat von megamekererEine der gute Eigenschaften von Wissenschaftlern ist, dass sie alles auf allem übertragen und so eine virtuelle Feldstudie über Dinosaurier machen um die Wissenslücke zu füllen. So geht es aber nicht, man braucht stichhaltige Beweise wenn man keine Federreste, kein DNA, Keine Fossielien usw... besitzt. Das Tierwelt in Urzeit beherbergte viele Tierarten und einige haben bis heute überlebt, ich rede von Urzeittieren die keine Federn besaßen, und trotzdem zu Dinos gehören, wie Krokodile, wie Schildkröten, wie Komodowaran. Dass alle Vögeln von Dinos stammen kann auch auf einige Ausnahmen zutreffen, aber die Wissenschaft hat noch keine eindeutiger Klassifizierung für diese Arten vorgenommen und daher können wir nicht pauschal behaupten alle Vögeln waren Dinos. Wenn wir in DNA Analyse etwas weiter vordrängen könnten und Regressionanalyse machen könnten, dann könnten wir vielleicht die Wege der Evolution besser verstehen und beschreiben und am Ende feststellen ob Krokodile auch Feder besaßen. Es ist Irrtum ein Pauschalaussage über etwas zu machen was noch gänzlich unbekannt ist, wenn Schildkröten Federn an ihre Panzer hatten, dann musste wohl die Urzeit eine lustige Zeit gewesen sein.
Och, auch die Gegenwart ist manchmal schon sehr lustig. Vielen Dank für den Beitrag. Übrigens behauptet auch niemand, dass alle rezenten Menschen Australopithecinen waren, ebesnsowenig wie alle "Vögel Dinos".
5. Australopithecus
klimaklima 25.07.2014
Zitat von TiananmenOch, auch die Gegenwart ist manchmal schon sehr lustig. Vielen Dank für den Beitrag. Übrigens behauptet auch niemand, dass alle rezenten Menschen Australopithecinen waren, ebesnsowenig wie alle "Vögel Dinos".
Also ich war noch nie ein Australopithecus. Die Forschung geht aber davon aus das Ihre und meine Vorfahren und die Vorfahren aller Menschen Australopithecinen waren. Stand der Forschung bei Vögel ist, dass alle von Dinosaurern abstammen. Es gibt allerdings Forscher, die meinen, Vögel und Dinosaurer wären nur "Vetter und Cousinen". Und zum Thema: Auch T-Rex sah wohl so aus wie ein 15 Meter großes Huhn.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: