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Feind-Abwehr: Bienen töten Hornissen durch Ersticken

Japanische Bienen sind tapfer: Um feindliche Hornissen abzuwehren, rotten sie sich zusammen, umschließen die Angreifer und heizen sie auf. Die Hornissen werden so lange gegrillt, bis sie erstickt sind.

Hornissen sind Bienenfeinde und plündern gerne deren Stöcke, um sich an den Larven sattzufressen. Japanische Bienen (Apis cerana japonica) haben gegen die bis zu fünf Zentimeter große Asiatische Riesenhornisse (Vespa mandarinia japonica) eine wirkungsvolle Abwehrstrategie entwickelt: Sie umschließen sie, indem sie eine Traube aus vielen lebenden Tieren bilden. Wie japanische Wissenschaftler um Fumio Sakamoto von der Kyoto Gakuen Universität herausgefunden haben, töten sie die Eindringlinge dann durch Ersticken. Erst vor kurzem hatten Forscher herausgefunden, dass Bienen auch durch koordinierte "La-Ola-Wellen" Hornissen abschrecken.

Gewöhnliche Hornisse: Ihre asiatischen Vettern werden von japanischen Bienen gegrillt und erstickt
DDP

Gewöhnliche Hornisse: Ihre asiatischen Vettern werden von japanischen Bienen gegrillt und erstickt

In dem Magazin " Naturwissenschaften" berichten Sakamoto und seine Kollegen, wie die Abwehr im Detail abläuft: Die Forscher narkotisierten Hornissen und fixierten sie an der Spitze eines Thermometers. Als sie die Tiere in Nähe der Bienen brachten, wurde die Hornisse sogleich von den Bienen umschlossen. Dann produzierten die Bienen mit ihrer Flugmuskulatur Wärme und heizten ihr Opfer auf bis zu 47 Grad Celsius auf.

Das aber kann die Hornisse noch nicht töten, denn "die Tiere können bei diesen Temperaturen zehn Minuten lang überleben", sagte Sakamoto im Interview mit dem britischen Nachrichtensender BBC.

Die Forscher wiesen jedoch auch nach, dass nicht nur die Temperatur, sondern auch die CO2-Konzentration im Innern der Traube anstieg beziehungsweise der Sauerstoffanteil der Luft abfiel. Ein wichtiger Punkt, denn aus anderen Experimenten wussten die Forscher, dass Hornissen bei hohen CO2- beziehungsweise geringeren Sauerstoffkonzentrationen keine zehn Minuten lang Temperaturen von 47 Grad Celsius überstehen konnten. Daraus schließen die Forscher, dass sowohl der Temperatur- als auch der CO2-Anstieg im Inneren die Hornissen letztlich tötet.

Dabei scheinen die Bienen keinen Fehler machen zu wollen: "Die Hornisse wird wahrscheinlich schon während der ersten fünf Minuten getötet, denn da werden die meiste Hitze und das meiste CO2 produziert", sagt Sakamoto. "Die letzten fünf Minuten könnten also nur dazu dienen, um sicherzugehen, dass das Opfer wirklich getötet wird." Die Bienen können also wahrscheinlich auch noch wahrnehmen, in welcher Verfassung sich ihr Opfer befindet.

lub

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