Wichtig für Trinkwasser-Versorgung Feuchtgebiete deutlich geschrumpft

Feuchtgebiete liefern direkt oder indirekt fast das gesamte Trinkwasser für die Menschheit. Doch in den vergangenen 45 Jahren sind sie um 35 Prozent kleiner geworden.

Teil des Naturschutzgebietes Oset-Rynningeviken in Schweden
Mats Rosenberg/Ramsar Convention/dpa

Teil des Naturschutzgebietes Oset-Rynningeviken in Schweden


Umweltverschmutzung, Klimawandel und Städtebau in Küstenregionen und Flussmündungen bleiben nicht ohne Folgen: Die besonders artenreichen Feuchtgebiete sind in den vergangenen 45 Jahren geschrumpft, heißt es in einem neuen Naturschutzbericht. Zwischen 1970 und 2015 seien 35 Prozent der Feuchtgebiete weltweit verloren gegangen.

"Mehr als 25 Prozent der Pflanzen und Tiere in Feuchtgebieten sind in Gefahr, auszusterben", schreiben die Naturschützer. Die Regionen sind zudem wichtig für die Versorgung mit Trinkwasser.

Der Bericht stammt vom Sekretariat der Ramsar-Konvention, einem der ältesten internationalen Naturschutzabkommen von 1971. Ramsar ist die Stadt in Iran, wo die Konvention ausgehandelt wurde. Mehr als 170 Länder haben sie ratifiziert und sich verpflichtet, Feuchtgebiete zu schützen, auch Deutschland. Die Länder tagen vom 21. bis 29. Oktober in Dubai.

Teil des Trappola-Marschlandes in Italien
Giuseppe Anselmi/Ramsar Convention/dpa

Teil des Trappola-Marschlandes in Italien

"Wir müssen diesen Trend dringend gemeinsam umkehren, und damit die Zukunft der Feuchtgebiete und auch unser eigenes Überleben sichern", sagte Martha Rojas Urrego, Generalsekretärin der Konvention.

Die Autoren schätzen den Umfang der Feuchtgebiete weltweit auf 12,1 Millionen Quadratkilometer, eine Fläche fast 34-mal so groß wie Deutschland. Ein Drittel davon befindet sich in Asien, 12,5 Prozent in Europa. Dazu gehören Seen, Sumpfland, Küstenregionen, Lagunen, Mangroven und Korallenriffe.

Trinkwasserlieferanten für die Menschheit

Direkt oder indirekt lieferten sie praktisch das gesamte Trinkwasser für die Menschheit, heißt es in dem Bericht. 40 Prozent aller Arten lebten oder brüteten dort. Zudem leben mehr als eine Milliarde Menschen von den Feuchtgebieten, schreiben die Forscher. Sie versorgen die Menschen demnach mit Essen und Ressourcen für Medikamente und verhindern Überschwemmungen, schützen Küsten und regulieren das Klima.

Teil des Naturschutzgebietes Albufera de Valencia in Spanien
Ramsar Convention/dpa

Teil des Naturschutzgebietes Albufera de Valencia in Spanien

Bedroht würden die Gebiete neben der Bebauung auch durch wachsenden Abfluss von Düngemitteln. Der Einsatz sei nach Uno-Schätzungen in den vergangenen zehn Jahren um 25 Prozent gestiegen. Dadurch wachsen in den Feuchtgebieten artfremde Pflanzen so rasant, dass sie anderen Pflanzen und Tieren Sauerstoff nehmen, wie die Autoren schreiben.

In anderen Fällen veränderten immer mehr Staudämme den ursprünglichen Wasserhaushalt an Flüssen. 80 Prozent der Abwässer fließen nach dem Bericht zudem ungenügend gefiltert in Feuchtgebiete.

jme/dpa

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