Physiker über "Interstellar" "Wurmlöcher gibt es wahrscheinlich gar nicht"

Science-Fiction-Filme haben meist mehr mit Fiction als mit Science zu tun. Doch der aktuelle Blockbuster "Interstellar" kommt bei Physikern überraschend gut an - auch wenn sie mit einigen Details hadern.

Warner Bros.

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Er rast durch ein Wurmloch, landet auf fremden Planeten und durchfliegt den Ereignishorizont eines Schwarzen Lochs: Cooper ist der Held des Science-Fiction-Films "Interstellar". Sein spektakulärer Ritt durchs Universum und die moderne Physik fasziniert die Zuschauer. Fast eine Million Deutsche haben sich die Abenteuer des Ex-Nasa-Piloten schon im Kino angesehen.

Physiker sind von Weltraum-Actionfilmen meist weniger angetan, denn die Gesetze der Natur werden im Kino gerne übertreten. Doch das Echo der Experten auf "Interstellar" ist überwiegend positiv: "Mir hat der Film sehr gut gefallen", sagt etwa Ertan Göklü vom Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Uni Bremen. "Von den physikalischen Hintergründen ist er sicher der beste derartige Film, den ich kenne." Die Fachbegriffe würden richtig angewendet und nicht einfach so eingestreut wie in anderen Filmen.

Auch Phil Plait, Astronomieautor der US-Webseite "Slate", musste einräumen, dass der Film so unrealistisch gar nicht sei - nachdem er ihn erst spektakulär verrissen hatte und danach große Teile seiner Kritik zurücknehmen musste.

Was aber nun ist dran an dem Blockbuster? Wo hält sich Regisseur Christopher Nolan an die Wissenschaft? An welchen Stellen verbiegt er sie zugunsten seines Plots? SPIEGEL ONLINE hat mit Ertan Göklü, Volker Perlick (beide Universität Bremen) und Corvin Zahn (Universität Hildesheim) gesprochen - allesamt gestandene Experten in Sachen Gravitation, Astrophysik und Relativitätstheorie.

Spoilerwarnung und ein Hinweis für Cineasten: Wir verraten zwar nicht die komplette Handlung oder gar den Ausgang des Films - aber wer gar nichts vorab erfahren möchte, sollte sich die Lektüre dieses Artikels vielleicht für die Zeit danach aufheben.

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insgesamt 269 Beiträge
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Seite 1
hh1 22.11.2014
1. Tolle...
... Überschrift. Danke fürs spoilern. Mann, mann, mann.
Freidenker10 22.11.2014
2.
Dafür das die Wissenschaft eigentlich keine Ahnung von Wurmlöchern und schwarzen Löchern hat, wissen die Herrschaften einiges... ;-)Keine Ahnung vom Kern des Saturn, aber wie man aus einem schwarzen Loch entkommt wissen die... Schon witzig...
herzblutdemokrat 22.11.2014
3. Einer der besten Filme...
Dieser Film hat sich bei mir auf Platz 1 meiner persönlichen Kinocharts gesetzt. Ich fand ihn einfach unglaublich gut und vor allem die Filmmusik die ging teilweise echt unter die Haut.
zauselfritz 22.11.2014
4. Etwas vom ödesten...
... ist, wenn Wissenschaftler anfangen Filme zu kritisieren (oder loben). Besonders wenn dabei nichts handfestes herauskommt wie im Fall von Wurmlöchern.Ob so ein Film physikalisch akurat ist, ist 95% der Zuschauer egal. Wir verstehen vielleicht die groben Zusammenhänge, die Details aber nicht. Jene die sie verstehen, können sich dann eben am Glanze ihres Intellekts erfreuen und untereinander fachsimpeln.
aktimel 22.11.2014
5.
Ich bitte Sie "hh1". Das Wort Wurmloch spoilert nun wirklich nichts. Wahrscheinlich stört sie allein der Filmtitel schon.
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