Fipronil BASF klagt gegen Insektizid-Verbot

Im Sommer hat die EU den Einsatz mehrerer Pestizide ganz oder teilweise verboten. Die Mittel stehen im Verdacht, Bienen zu schaden. BASF klagt jetzt gegen eine der Beschränkungen.

Honigbienen: Insektizide sollten den nützlichen Insekten nicht schaden
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Honigbienen: Insektizide sollten den nützlichen Insekten nicht schaden


Der Chemiekonzern BASF wehrt sich gegen den durch die EU-Kommission deutlich eingeschränkten Einsatz des Pestizids Fipronil. BASF habe eine Klage gegen das teilweise Verbot beim Gericht der Europäischen Union eingereicht, teilte das Ludwigshafener Unternehmen am Dienstag mit.

Die Argumentation von BASF: Der Rückgang der Bienenpopulation werde durch zahlreiche und komplexe Faktoren verursacht, und die Beschränkungen beim Einsatz von Fipronil würden nicht zum Schutz der Bienen beitragen. Die Entscheidung der EU-Kommission, die Fipronil-Nutzung einzuschränken, sei das Ergebnis einer unangemessenen Anwendung des Vorsorgeprinzips. Die Behörde hat nach Ansicht von BASF bei ihrer Entscheidung nicht alle verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse berücksichtigt.

Teilverbot soll nach zwei Jahren überprüft werden

Die EU-Kommission hatte den Einsatz des Insektizids im Sommer deutlich beschränkt und auf Gefahren für die Honigbienen verwiesen. Das Einsatzverbot soll ab dem kommenden Jahr gelten, bis Ende Februar darf behandeltes Saatgut noch gepflanzt werden. Nach zwei Jahren soll die EU-Kommission das Teilverbot überprüfen.

Bereits Ende April hatte die Kommission beschlossen, den Einsatz von Insektiziden der Neonicotinoid-Gruppe stark zu begrenzen. Betroffen sind davon auch das Pestizid Thiamethoxam von Syngenta sowie die Mittel Clothianidin und Imidacloprid von Bayer. Syngenta und Bayer hatten im August gegen die Entscheidung Klage eingereicht.

Die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hatte den Einsatz von Fipronil bei der Mais-Saatgutbehandlung als "hohes akutes Risiko für Honigbienen" eingestuft. Für Maissaat soll das Mittel deshalb ebenso wie für Sonnenblumensamen verboten werden. Für Pflanzen, die vor der Blüte geerntet werden - zum Beispiel Rosenkohl oder Lauch - soll der Einsatz erlaubt bleiben. Ausnahmegenehmigungen soll es für Gewächshäuser geben.

Das Insektizid wurde in den vergangenen Jahren auf Maisfeldern in Spanien, Ungarn, Bulgarien, Tschechien und der Slowakei eingesetzt.

wbr/dpa/Reuters



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insgesamt 58 Beiträge
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xxbigj 05.11.2013
1. optional
Diese Geldgeier!! Die Pahrmaindustrie ist das Böse dieser Welt und schmiert die Politik! Wie soll man mit solchen Verbrechern noch reden? Als ob es nicht Öko Dünger gibt, der ist zwar ein wenig teurer, aber wenn ein Betrieb sich das nicht leisten kann steht er sowieso kurz vor dem Ende. WUT
stacheldraht10 05.11.2013
2. Teurerer Honig soll dann durch BASF bezahlt werden!
"Der Rückgang der Bienenpopulation werde durch zahlreiche und komplexe Faktoren verursacht" Antwort: Gerade, WEIL es sich um solch ein fragiles, multikausales System handelt, ist jede weitere exogene Stoerung, sprich Pestizide zu unterlassen!!! Ansonsten draenge ich darauf, die Konsumentrechte zu staerken: Jede Marktanpassung (weniger Bienen = weniger Honig - teurerer Honig) soll dann gefaelligst BigPharma zahlen!
oberallgaeuer 05.11.2013
3. Ja, geht's denn noch?
Wegen ein paar mikriger Bienen Pestizide verbieten zu wollen. Wann begreitft die EU, dass Unternehmen Gewinne machen müssen - ob das nun der Gesellschaft schadet ist zweit- nein fünftrangig. Wenn die blöden Bienen Pestizide aufnehmen - selber schuld - ihr Imker könnte ja mehr aufpassen. Ausserdem kann der Populationsrückgang auch darauf zurück geführt werden, dass vielleicht zu viele ignorante Zeitgenossen Bienen totschlagen.
galaxy2525 05.11.2013
4. Wenn der BASF nicht passt, dann soll diese bitte
umgehend Europa verlassen. Die EU sollte umgekehrt ein Klagerecht jedes einzelnen Bürgers und auch Sammelklagen in der EU gegen Konzerne zu lassen mit unbeschränkter und unbegrenzter Schadenssumme, so dass wie hier im Falle BASF die Bürger klagen können. Weiterhin sollte die EU noch viel mehr Insektizide und Pestizide in der EU verbieten und Firmen, die solche Stoffe herstellen auf eine rote Liste sitzen und Sondersteuern erlassen. Wie schaut es eigentlich mit dem Einsatz von Pestiziden und Insektiziden in Deutschland aus, die hier nicht zum Verkauf angeboten werden bzw. nicht verkauft werden dürfen ? Vielleicht fahren diejenigen, die es haben wollen z.B. nach Frankreich kaufen es dort und setzen es auf deutschen Feldern ein. Denn der Einsatz ist in Deutschland nicht untersagt, sondern nur der Verkauf. Schon eine tolle Logik bei unseren EU-Beamten und Politikern.
Bonsai80 05.11.2013
5.
Zitat von oberallgaeuerWegen ein paar mikriger Bienen Pestizide verbieten zu wollen. Wann begreitft die EU, dass Unternehmen Gewinne machen müssen - ob das nun der Gesellschaft schadet ist zweit- nein fünftrangig. Wenn die blöden Bienen Pestizide aufnehmen - selber schuld - ihr Imker könnte ja mehr aufpassen. Ausserdem kann der Populationsrückgang auch darauf zurück geführt werden, dass vielleicht zu viele ignorante Zeitgenossen Bienen totschlagen.
*tieflufthol* Nachdem ich diesen Kommentar 5x gelesen habe und ich feststellen musste, das wirklich nichts sarkastisch gemeint ist, fällt mir nur eins dazu ein: DAS ist mit Abstand das Dämlichste und Undurchdachteste, was ich hier jemals gelesen habe!
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